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Wir Männer sind geschund‘ne Wesen
Und das von allem Anfang an
Wir sind es immer schon gewesen
Da gibt es nichts zu rütteln dran

Seit Adams Zeiten sind wir ständig
Um Zeugung auf der Welt bemüht
Selbstlos und biologisch wendig
Und meist mit sonnigem Gemüt

Dann zogen mutig wir zu Kriege
Für Gott und Heil und Vaterland
Und legten Schwert und Pfand der Siege
Helvetia in Schoss und Hand

Wir bohrten Löcher in die Berge
Und bauten Dämme für den See
Erfanden Wolf und Sieben Zwerge
Die Eisenbahn, das Portmonee

Entdeckten mutig ferne Länder
Die Politik und auch den Jass
Die Radio- und Fernsehsender
Das Alphorn und den Kontrabass

Und all dies taten wir auf Erden
Zum Wohle nur von Frau und Kind
Um deren Glück noch mehr zu mehren
Wodurch auch wir nur glücklich sind

Das heisst, wodurch wir glücklich wären
Sofern man uns nicht unterstellt
Wir seien gerne die Primären
Und Frauen uns nicht gleichgestellt

Ach wüssten doch die lieben Frauen
Wie schwer es unsereiner hat
Sie würden blindlings uns vertrauen
Und hätten das Gerangel satt

Nun denn, in meinem nächsten Leben
Da komm' ich wohl als Frau zur Welt
Und werde jedem eine kleben
Der einen solchen Mist erzählt

Ernst Bannwart