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21 Mai 2026 15:42 #58785
von Kaninchen
Der Esel im Löwenfell
Fabel Aesop
Tief im Wald lag an einem warmen Frühlingstag ein großes, weiches Löwenfell. Niemand wusste genau, woher es kam, aber es sah beeindruckend aus.
Ein Esel trottete vorbei, stupste das Fell mit seiner Nase an und dachte: Das sieht so mächtig aus! Er rollte es ein wenig, zog es über seinen Rücken und stellte fest, dass es ihm fast bis zu den Knien reichte.
„Hihi, das könnte mir helfen, die anderen Tiere zu beeindrucken“, murmelte der Esel und schüttelte sich zufrieden. Er setzte einen Huf nach dem anderen vor den anderen und stolperte ein wenig, weil das Fell so ungewohnt war.
Bald hörte er ein Rascheln im Gebüsch. „Vorsicht!“, rief ein Hase und hüpfte erschrocken zurück. „Da kommt ein Löwe!“ Der Esel erschrak ein bisschen selbst, freute sich aber insgeheim über den großen Abstand, den die anderen Tiere hielten.
Der Esel trottete weiter und versuchte, noch furchterregender auszusehen. „Ich bin der König des Waldes!“, wieherte er vor sich hin, wobei sein lautes Ia-ah! durch den Wald hallte.
Doch da, wo ein tiefes Brüllen eines Löwen erwartet worden wäre, erklang einfach sein eigener lauter Eselsschrei.
Im selben Moment trat ein Fuchs aus einem Busch heraus und blinzelte ihn an. „Oh, ich würde vielleicht auch zusammenzucken“, sagte der Fuchs mit einem listigen Funkeln in den Augen, „wenn du still geblieben wärst. Aber so … nun weiß ich genau, wer du bist!“
Die anderen Tiere, die gerade in sicherer Entfernung standen, kamen wieder aus ihren Verstecken hervor. Sie nuschelten durcheinander und kicherten, weil sie den Esel unter dem riesigen Fell erkannten.
Der Esel aber blickte mit großen Augen von seinen Hufen hoch und merkte, dass sein Versteck nicht ganz so geheim war, wie er gedacht hatte. „Was ist hier los?“, fragte er, als wolle er verstehen, was genau passiert war.
Der Esel zog langsam das schwere Fell von seinem Rücken, und als es auf den Boden fiel, stampfte er leicht mit den Hufen.
Einige Tiere kicherten, andere schauten nur neugierig. Der Fuchs ging ein paar Schritte näher und sprach ruhig: „Das Fell gehört einem Löwen, aber du bist keiner. Du bist ein Esel wie jeder andere auch. Deine Stimme verrät dich.“
Der Esel dachte darüber nach, während er auf dem Waldboden stand und das große Fell betrachtete. Es war tatsächlich beeindruckend anzusehen, aber sobald er gesprochen hatte, wusste jeder, wer unter dem Fell steckte.
Und so trottete der Esel weiter, diesmal ohne das große Fell, dafür mit einem verschmitzten Lächeln über seine eigene Geschichte im Wald.
Der Esel im Löwenfell
Fabel Aesop
Tief im Wald lag an einem warmen Frühlingstag ein großes, weiches Löwenfell. Niemand wusste genau, woher es kam, aber es sah beeindruckend aus.
Ein Esel trottete vorbei, stupste das Fell mit seiner Nase an und dachte: Das sieht so mächtig aus! Er rollte es ein wenig, zog es über seinen Rücken und stellte fest, dass es ihm fast bis zu den Knien reichte.
„Hihi, das könnte mir helfen, die anderen Tiere zu beeindrucken“, murmelte der Esel und schüttelte sich zufrieden. Er setzte einen Huf nach dem anderen vor den anderen und stolperte ein wenig, weil das Fell so ungewohnt war.
Bald hörte er ein Rascheln im Gebüsch. „Vorsicht!“, rief ein Hase und hüpfte erschrocken zurück. „Da kommt ein Löwe!“ Der Esel erschrak ein bisschen selbst, freute sich aber insgeheim über den großen Abstand, den die anderen Tiere hielten.
Der Esel trottete weiter und versuchte, noch furchterregender auszusehen. „Ich bin der König des Waldes!“, wieherte er vor sich hin, wobei sein lautes Ia-ah! durch den Wald hallte.
Doch da, wo ein tiefes Brüllen eines Löwen erwartet worden wäre, erklang einfach sein eigener lauter Eselsschrei.
Im selben Moment trat ein Fuchs aus einem Busch heraus und blinzelte ihn an. „Oh, ich würde vielleicht auch zusammenzucken“, sagte der Fuchs mit einem listigen Funkeln in den Augen, „wenn du still geblieben wärst. Aber so … nun weiß ich genau, wer du bist!“
Die anderen Tiere, die gerade in sicherer Entfernung standen, kamen wieder aus ihren Verstecken hervor. Sie nuschelten durcheinander und kicherten, weil sie den Esel unter dem riesigen Fell erkannten.
Der Esel aber blickte mit großen Augen von seinen Hufen hoch und merkte, dass sein Versteck nicht ganz so geheim war, wie er gedacht hatte. „Was ist hier los?“, fragte er, als wolle er verstehen, was genau passiert war.
Der Esel zog langsam das schwere Fell von seinem Rücken, und als es auf den Boden fiel, stampfte er leicht mit den Hufen.
Einige Tiere kicherten, andere schauten nur neugierig. Der Fuchs ging ein paar Schritte näher und sprach ruhig: „Das Fell gehört einem Löwen, aber du bist keiner. Du bist ein Esel wie jeder andere auch. Deine Stimme verrät dich.“
Der Esel dachte darüber nach, während er auf dem Waldboden stand und das große Fell betrachtete. Es war tatsächlich beeindruckend anzusehen, aber sobald er gesprochen hatte, wusste jeder, wer unter dem Fell steckte.
Und so trottete der Esel weiter, diesmal ohne das große Fell, dafür mit einem verschmitzten Lächeln über seine eigene Geschichte im Wald.
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22 Mai 2026 13:13 #58793
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23 Mai 2026 16:31 #58829
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24 Mai 2026 10:12 #58838
von Kaninchen
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