Gedichte
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11 Apr 2023 18:12 #43675
von Kaninchen
Die Liebe gleicht dem April
Die Liebe gleicht dem April :
Bald Frost, bald fröhliche Strahlen,
bald Blüten in Herze und Thalen,
bald stürmisch und bald still,
bald heimliches Ringen und Dehnen,
bald Wolken, Regen und Thränen,
im ewigen Schwanken und Sehnen
Wer weiß, was werden will !
Emanuel Geibel
dt. Lyriker
Die Liebe gleicht dem April
Die Liebe gleicht dem April :
Bald Frost, bald fröhliche Strahlen,
bald Blüten in Herze und Thalen,
bald stürmisch und bald still,
bald heimliches Ringen und Dehnen,
bald Wolken, Regen und Thränen,
im ewigen Schwanken und Sehnen
Wer weiß, was werden will !
Emanuel Geibel
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14 Apr 2023 11:30 #43711
von Kaninchen
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15 Apr 2023 11:25 #43722
von Kaninchen
van Gogh, 1888
Der Garten des Herzen
In meines Herzens Mitte blüht ein Gärtchen,
verschlossen ist es durch ein kleines Pförtchen,
zu dem den Schlüssel führt mein liebes Mädchen,
mein Mädchen, mein Mädchen.
Es ist April, komm, wolle Dich nicht schämen
und pflücke Dir heraus die liebsten Blumen
sie drängen sich entgegen Deinen Händen,
Deinen Händen, Deinen Händen.
Je mehr Du pflückst, je mehr sie wieder sprossen,
doch willst Du unberührt sie blühen lassen
so werden sie vor ihrer Zeit vertrocknen,
vertrocknen, vertrocknen.
Wilhelm Müller
dt. Dichter
van Gogh, 1888
Der Garten des Herzen
In meines Herzens Mitte blüht ein Gärtchen,
verschlossen ist es durch ein kleines Pförtchen,
zu dem den Schlüssel führt mein liebes Mädchen,
mein Mädchen, mein Mädchen.
Es ist April, komm, wolle Dich nicht schämen
und pflücke Dir heraus die liebsten Blumen
sie drängen sich entgegen Deinen Händen,
Deinen Händen, Deinen Händen.
Je mehr Du pflückst, je mehr sie wieder sprossen,
doch willst Du unberührt sie blühen lassen
so werden sie vor ihrer Zeit vertrocknen,
vertrocknen, vertrocknen.
Wilhelm Müller
dt. Dichter
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16 Apr 2023 11:31 #43738
von Kaninchen
Das Veilchen
Johann Wolfgang von Goethe
Ein Veilchen auf der Wiese stand,
gebückt in sich und unbekannt;
Es war ein herzigs Veilchen.
Da kam ein´ junge Schäferin
mit leichtem Schritt und muntrem Sinn
daher, daher,
die Wiese her, und sang.
Ach !, denkt das Veilchen, wär ich nur
die schönste Blume der Natur,
ach, nur ein kleines Weilchen,
bis mich das Liebchen abgepflückt
und an dem Busen mattgedrückt !
Ach nur, ach nur
ein Viertelstündchen lang !
Ach ! Aber ach ! das Mädchen kam
und nicht in acht das Veilchen nahm,
ertrat das arme Veilchen.
Es sank und starb und freut sich noch :
Und sterb´ ich denn, so sterb´ ich doch
durch sie, durch sie,
zu ihren Füßen doch.
Das arme Veilchen
Es war ein herzigs Veilchen
Das Veilchen
Johann Wolfgang von Goethe
Ein Veilchen auf der Wiese stand,
gebückt in sich und unbekannt;
Es war ein herzigs Veilchen.
Da kam ein´ junge Schäferin
mit leichtem Schritt und muntrem Sinn
daher, daher,
die Wiese her, und sang.
Ach !, denkt das Veilchen, wär ich nur
die schönste Blume der Natur,
ach, nur ein kleines Weilchen,
bis mich das Liebchen abgepflückt
und an dem Busen mattgedrückt !
Ach nur, ach nur
ein Viertelstündchen lang !
Ach ! Aber ach ! das Mädchen kam
und nicht in acht das Veilchen nahm,
ertrat das arme Veilchen.
Es sank und starb und freut sich noch :
Und sterb´ ich denn, so sterb´ ich doch
durch sie, durch sie,
zu ihren Füßen doch.
Das arme Veilchen
Es war ein herzigs Veilchen
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17 Apr 2023 11:09 #43754
von Kaninchen
Auf eigenem Brode die eigene Butter,
das ist der Dutzend Leute Futter,
das trifft bald einer ohne Rath,
ein jeder kann es, - der es hat.
Zu fremder Butter aufs eigene Brod
thut schon ein bischen Schlauheit noth.
Die höchste Achtung dem gebührt :
Der auf fremdes Brod fremde Butter schmiert
und sich in Ruhe zu Gemüthe führt
Quelle : fliegende blätter
humoristische deutsche Wochenschrift 1845-1944
Auf eigenem Brode die eigene Butter,
das ist der Dutzend Leute Futter,
das trifft bald einer ohne Rath,
ein jeder kann es, - der es hat.
Zu fremder Butter aufs eigene Brod
thut schon ein bischen Schlauheit noth.
Die höchste Achtung dem gebührt :
Der auf fremdes Brod fremde Butter schmiert
und sich in Ruhe zu Gemüthe führt
Quelle : fliegende blätter
humoristische deutsche Wochenschrift 1845-1944
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19 Apr 2023 11:24 #43780
von Kaninchen
Begünstigte Tiere
Vier Tieren auch verheißen war
ins Paradies zu kommen,
dort leben sie das ew´ge Jahr
mit Heiligen und Frommen.
Den Vortritt hier ein Esel hat,
er kommt mit muntern Schritten :
Denn Jesus zur Prophetenstadt
ist auf ihm eingeritten.
Halb schüchtern kommt ein Wolf sodann,
dem Mahomet befohlen :
Laß dieses Schaf dem armen Mann,
dem Reichen magst Du´s holen !
Nun, immer wedelnd, munter brav,
mit seinem Herrn, dem braven,
das Hündlein, das den Siebenschlaf
so treulich mitgeschlafen.
Abuherriras Katze hier
knurrt um den Herrn und schmeichelt :
denn immer ist´s ein heilig Tier,
das der Prophet gestreichelt.
Johann Wolfgang von Goethe
West-östlicher Divan
Buch des Paradieses
Begünstigte Tiere
Vier Tieren auch verheißen war
ins Paradies zu kommen,
dort leben sie das ew´ge Jahr
mit Heiligen und Frommen.
Den Vortritt hier ein Esel hat,
er kommt mit muntern Schritten :
Denn Jesus zur Prophetenstadt
ist auf ihm eingeritten.
Halb schüchtern kommt ein Wolf sodann,
dem Mahomet befohlen :
Laß dieses Schaf dem armen Mann,
dem Reichen magst Du´s holen !
Nun, immer wedelnd, munter brav,
mit seinem Herrn, dem braven,
das Hündlein, das den Siebenschlaf
so treulich mitgeschlafen.
Abuherriras Katze hier
knurrt um den Herrn und schmeichelt :
denn immer ist´s ein heilig Tier,
das der Prophet gestreichelt.
Johann Wolfgang von Goethe
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