Gedichte
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28 Mai 2024 11:27 #48266
von Kaninchen
Die Amseln haben Sonne getrunken,
aus allen Gärten strahlen die Lieder,
in allen Herzen nisten die Amseln,
und alle Herzen werden zu Gärten
und blühen wieder.
Nun wachsen der Erde die großen Flügel
und allen Träumen neues Gefieder,
alle Menschen werden wie Vögel
und bauen Nester im Blauen,
Nun sprechen die Bäume im grünen Gedränge
und rauschen Gesänge zur hohen Sonne,
in allen Seelen badet die Sonne,
alle Wasser stehen in Flammen,
Frühling bringt Wasser und Feuer
liebend zusammen.
Max Dauthendey
Die Amseln haben Sonne getrunken,
aus allen Gärten strahlen die Lieder,
in allen Herzen nisten die Amseln,
und alle Herzen werden zu Gärten
und blühen wieder.
Nun wachsen der Erde die großen Flügel
und allen Träumen neues Gefieder,
alle Menschen werden wie Vögel
und bauen Nester im Blauen,
Nun sprechen die Bäume im grünen Gedränge
und rauschen Gesänge zur hohen Sonne,
in allen Seelen badet die Sonne,
alle Wasser stehen in Flammen,
Frühling bringt Wasser und Feuer
liebend zusammen.
Max Dauthendey
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31 Mai 2024 16:44 - 31 Mai 2024 16:46 #48302
von Kaninchen
Joachim Ringelnatz
Landregen
Der Regen rauscht. Der Regen
Rauscht schon seit Tagen immerzu.
Und Käferchen ertrinken
Im Schlammrinn an den Wegen. - -
Der Wald hat Ruh.
Gelabte Blätter blinken.
Im Regenrauschen schweigen
Alle Vögel und zeigen
Sich nicht.
Es rauscht urewige Musik.
Und dennoch sucht mein Blick
Ein Streifchen helles Licht.
Fast schäm ich mich, zu sagen:
Ich sehne mich nach Staub.
Joachim Ringelnatz
Landregen
Der Regen rauscht. Der Regen
Rauscht schon seit Tagen immerzu.
Und Käferchen ertrinken
Im Schlammrinn an den Wegen. - -
Der Wald hat Ruh.
Gelabte Blätter blinken.
Im Regenrauschen schweigen
Alle Vögel und zeigen
Sich nicht.
Es rauscht urewige Musik.
Und dennoch sucht mein Blick
Ein Streifchen helles Licht.
Fast schäm ich mich, zu sagen:
Ich sehne mich nach Staub.
Letzte Änderung: 31 Mai 2024 16:46 von Kaninchen.
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02 Jun 2024 16:16 #48329
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07 Jun 2024 10:36 #48384
von Kaninchen
Leichtherzig ist der Juni
Leichtherzig ist die Sommerzeit,
die Blumen blühn, die Vögel singen,
und Liebende, im Glück vereint,
sich zärtlich an den Händen ringen.
Die Sonne strahlt, der Himmel blau,
die Tage lang, die Nächte lau,
und jeder Kuß, so süß und fein,
verzaubert uns im Juniglanz allein.
Möge dieser Monat Freude bringen,
und Dein Herz im Juni leichter singen.
Max Dauthendey
Leichtherzig ist der Juni
Leichtherzig ist die Sommerzeit,
die Blumen blühn, die Vögel singen,
und Liebende, im Glück vereint,
sich zärtlich an den Händen ringen.
Die Sonne strahlt, der Himmel blau,
die Tage lang, die Nächte lau,
und jeder Kuß, so süß und fein,
verzaubert uns im Juniglanz allein.
Möge dieser Monat Freude bringen,
und Dein Herz im Juni leichter singen.
Max Dauthendey
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08 Jun 2024 16:33 #48399
von Kaninchen
Der gekränkte Badegast
Eugen Roth
Ein Mensch, an sich mit Doktorgrad,
geht einsam durchs Familienbad.
Dort selbst beäugt ihn mancher hämisch,
der zweifellos nicht akademisch.
Der Mensch erkennt, hier gelte nur
der nackte Vorzug der Natur.
Wogegen sich der schärfste Geist
als stumpf und wirkungslos erweist,
weil, mangels aller Angriffsflächen,
es ihm nicht möglich, zu bestechen.
Der Mensch, der ohne Anschluss bleibt
an alles, was hier leibt und weibt,
kann leider nur mit einem sauern
Hohnlächeln diese Welt bedauern.
Wirft sich samt Sehnsuchtsweh ins Wasser,
verlässt es kalt, als Weiberhasser.
Stelzt quer durchs Fleisch mit strenger Miene
auf spitzem Kies in die Kabine.
Zieht wieder, was er abgetan,
die Kleider und den Doktor an
und macht sich, weil er fehl am Ort,
zwar nicht sehr geltend, aber fort.
Eugen Roth
Ein Mensch, an sich mit Doktorgrad,
geht einsam durchs Familienbad.
Dort selbst beäugt ihn mancher hämisch,
der zweifellos nicht akademisch.
Der Mensch erkennt, hier gelte nur
der nackte Vorzug der Natur.
Wogegen sich der schärfste Geist
als stumpf und wirkungslos erweist,
weil, mangels aller Angriffsflächen,
es ihm nicht möglich, zu bestechen.
Der Mensch, der ohne Anschluss bleibt
an alles, was hier leibt und weibt,
kann leider nur mit einem sauern
Hohnlächeln diese Welt bedauern.
Wirft sich samt Sehnsuchtsweh ins Wasser,
verlässt es kalt, als Weiberhasser.
Stelzt quer durchs Fleisch mit strenger Miene
auf spitzem Kies in die Kabine.
Zieht wieder, was er abgetan,
die Kleider und den Doktor an
und macht sich, weil er fehl am Ort,
zwar nicht sehr geltend, aber fort.
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09 Jun 2024 09:44 #48403
von Kaninchen
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