Gedichte

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11 Mär 2024 10:42 #47162 von Kaninchen
 

Heinrich Heine

Leise zieht durch mein Gemüt

Leise zieht durch mein Gemüt
liebliches Geläute.
Klinge, kleines Frühlingslied,
kling hinaus ins Weite.

Kling hinaus bis an das Haus,
wo die Blumen sprießen !
Wenn Du eine Rose schaust,
sag, ich laß sie grüßen.

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12 Mär 2024 09:56 #47177 von Kaninchen
 

Geschminkte Freundschaft

Hände küssen, Hüte rücken,
Kniee beugen, Häupter bücken,
Worte schrauben, Reden schmücken,
wer, daß diese Gaukelei,
meinet, rechte Freundschaft sei,
kennet nicht Betrügerei.

Friedrich von Logau

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15 Mär 2024 15:35 #47217 von Kaninchen
 

 

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16 Mär 2024 10:38 #47231 von Kaninchen
 

Die Affen

Wilhelm Busch

Der Bauer sprach zu seinem Jungen :
"Heut in der Stadt, da wirst Du gaffen.
Wir fahren hin und sehn die Affen.
Es ist gelungen
und um sich schief zu lachen,
was die für Streiche machen
und für Gesichter,
wie rechte Bösewichter.
Sie kraulen sich,
sie zausen sich,
sie hauen sich,
sie lausen sich,
beschnuppern dies, beschnuppern das,
und keiner gönnt dem andern was,
und essen tun sie mit der Hand,
und alles tun sie mit Verstand,
und jeder stiehlt als wie ein Rabe.
Paß auf, das siehst Du heute". --

"Oh Vater", rief der Knabe,
sind Affen denn auch Leute ?" --

Der Vater sprach : "Nun ja,
nicht ganz, doch so beinah".

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17 Mär 2024 10:22 #47249 von Kaninchen
 

Es ist doch im April fürwahr,
der Frühling weder halb noch gar !
Komm, Rosenbringer, süßer Mai,
komm Du herbei !
So weiß ich, daß es Frühling sei.

Eduard Mörike
dt. Erzähler

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19 Mär 2024 10:06 #47277 von Kaninchen
Das Gedicht DANACH stammt aus der Feder von Kurt Tucholski

Es wird nach einem happy end
im Film jewöhnlich abjeblendt.
Man sieht bloß noch in ihre Lippen
den Helden seinen Schnurrbart stippen -
Da hat sie nun den Schentelmen,
Na, und denn ?

Denn jehn die beeden brav ins Bett,
na ja, dies is ja auch ganz nett.
Aber manchmal möchte man doch jern wissen,
wat tun se, wenn se sich nit kissen ?
Di könn ja doch nicht immer penn...!
Na, und denn ?

Dann säuselt im Kamin der Wind.
Denn kriecht det junge Paar ´n Kind.
Denn kocht se Milch, die Milch looft üba.
Denn macht er Krach, denn weent sie drüba.
Denn wolln sich beede jänzlich trenn...
Na, und denn ?

Denn is det Kind nich uffn Damm,
denn bleihm die beeden doch zusamm.
Denn quäln se sich noch manche Jahre.
Er will noch wat mit blonde Haare
vorn doof und hinten minoren.
Na, und denn ?

Denn sind se alt.
Der Sohn haut ab.
Der Olle macht nu ooch bald schlapp.
Vajessen Kuss und Schnurrbartzeit -
Ach Menschenskind, wie liecht det weit !
Wie der noch scharf uff Muttern war,
det is schon beinah nich mehr wahr !
Der olle Mann denkt so zurück,
wat hat er nu von seinen Jlück ?
Die Ehe war zum jrößten Teile
vabrühte Milch und Langeweile.
Und darum wird beim happy end
im Film jewöhnlich abjeblendt.

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