Gedichte
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05 Jan 2025 11:12 #50986
von Kaninchen
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06 Jan 2025 16:00 - 06 Jan 2025 16:02 #51006
von Kaninchen
Epiphanias
Die heilgen drei König' mit ihrem Stern,
Sie essen, sie trinken, und bezahlen nicht gern:
Sie essen gern, sie trinken gern,
Sie essen, trinken, und bezahlen nicht gern.
Die heilgen drei König' sind kommen allhier,
Es sind ihrer drei und sind nicht ihrer vier;
Und wenn zu dreien der vierte wär',
So wär' ein heilger drei König mehr.
Ich erster bin der weiß' und auch der schön',
Bei Tage solltet ihr erst mich sehn!
Doch ach! mit allen Specerein
Werd' ich sein Tag kein Mädchen mehr erfreun.
Ich aber bin der braun' und bin der lang',
Bekannt bei Weibern wohl und bei Gesang.
Ich bringe Gold statt Specerein,
Da werd' ich überall willkommen seyn.
Ich endlich bin der schwarz' und bin der klein',
Und mag auch wohl einmal recht lustig seyn.
Ich esse gern, ich trinke gern,
Ich esse, trinke und bedanke mich gern.
Die heilgen drei König' sind wohl gesinnt,
Sie suchen die Mutter und das Kind;
Der Joseph fromm sitzt auch dabei,
Der Ochs und Esel liegen auf der Streu.
Wir bringen Myrrhen, wir bringen Gold,
Dem Weihrauch sind die Damen hold;
Und haben wir Wein von gutem Gewächs,
So trinken wir drei so gut als ihrer sechs.
Da wir nun hier schöne Herrn und Fraun,
Aber keine Ochsen und Esel schaun;
So sind wir nicht am rechten Ort,
Und ziehen unseres Weges weiter fort.
Johann Wolfgang von Goethe
Die heilgen drei König' mit ihrem Stern,
Sie essen, sie trinken, und bezahlen nicht gern:
Sie essen gern, sie trinken gern,
Sie essen, trinken, und bezahlen nicht gern.
Die heilgen drei König' sind kommen allhier,
Es sind ihrer drei und sind nicht ihrer vier;
Und wenn zu dreien der vierte wär',
So wär' ein heilger drei König mehr.
Ich erster bin der weiß' und auch der schön',
Bei Tage solltet ihr erst mich sehn!
Doch ach! mit allen Specerein
Werd' ich sein Tag kein Mädchen mehr erfreun.
Ich aber bin der braun' und bin der lang',
Bekannt bei Weibern wohl und bei Gesang.
Ich bringe Gold statt Specerein,
Da werd' ich überall willkommen seyn.
Ich endlich bin der schwarz' und bin der klein',
Und mag auch wohl einmal recht lustig seyn.
Ich esse gern, ich trinke gern,
Ich esse, trinke und bedanke mich gern.
Die heilgen drei König' sind wohl gesinnt,
Sie suchen die Mutter und das Kind;
Der Joseph fromm sitzt auch dabei,
Der Ochs und Esel liegen auf der Streu.
Wir bringen Myrrhen, wir bringen Gold,
Dem Weihrauch sind die Damen hold;
Und haben wir Wein von gutem Gewächs,
So trinken wir drei so gut als ihrer sechs.
Da wir nun hier schöne Herrn und Fraun,
Aber keine Ochsen und Esel schaun;
So sind wir nicht am rechten Ort,
Und ziehen unseres Weges weiter fort.
Johann Wolfgang von Goethe
Letzte Änderung: 06 Jan 2025 16:02 von Kaninchen.
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07 Jan 2025 15:55 #51018
von Kaninchen
Nach Weihnachten
Das Licht der Weihnachtskerzen
erhellt den ganzen Raum ,
die blanken Kugeln glänzen
wie Gold am Tannenbaum.
Es flackert und es knistert
leis im Kamin die Glut,
das leuchtend, rote Feuer
es wärmt und tut so gut.
Von ihren bunten Tellern
sind Kinder fasziniert
und voller Enthusiasmus
wird mancherlei probiert.
Sie knacken Haselnüsse,
probieren Marzipan -
besonders Schokolade
hat ´ s ihnen angetan.
Im Radio singt leise
Dean Martin : let it snow,
die Mutter ist zufrieden
und Oma häkelt froh.
Der Opa sitzt im Lehnstuhl
mit einem Gläschen Port,
nicht weit vom off ´ nen Feuer-
für ihn der beste Ort.
Der Vater steht am Fenster-
blickt in die Winternacht,
freut sich am Sternenhimmel
und an der weißen Pracht.
Das Fest ist jetzt vorüber
und es kehrt Ruhe ein,
der Opa denkt im Stillen,
so müsst es immer sein.
Jedoch auf eine Waage
will heute keiner geh ´n,
das hat so seine Gründe,
man kann das gut versteh n.
Das Licht der Weihnachtskerzen
erhellt den ganzen Raum ,
die blanken Kugeln glänzen
wie Gold am Tannenbaum.
Es flackert und es knistert
leis im Kamin die Glut,
das leuchtend, rote Feuer
es wärmt und tut so gut.
Von ihren bunten Tellern
sind Kinder fasziniert
und voller Enthusiasmus
wird mancherlei probiert.
Sie knacken Haselnüsse,
probieren Marzipan -
besonders Schokolade
hat ´ s ihnen angetan.
Im Radio singt leise
Dean Martin : let it snow,
die Mutter ist zufrieden
und Oma häkelt froh.
Der Opa sitzt im Lehnstuhl
mit einem Gläschen Port,
nicht weit vom off ´ nen Feuer-
für ihn der beste Ort.
Der Vater steht am Fenster-
blickt in die Winternacht,
freut sich am Sternenhimmel
und an der weißen Pracht.
Das Fest ist jetzt vorüber
und es kehrt Ruhe ein,
der Opa denkt im Stillen,
so müsst es immer sein.
Jedoch auf eine Waage
will heute keiner geh ´n,
das hat so seine Gründe,
man kann das gut versteh n.
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08 Jan 2025 11:15 #51031
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10 Jan 2025 16:05 #51060
von Kaninchen
Bilanz in zwölf Monaten
Im Januar gab’s Schneeballschlachten,
im Februar viel Einsamkeit.
Und als wir gar nicht daran dachten
hat es im März nochmal geschneit…
April, der Unberechenbare,
ließ oftmals mich im Regen steh’n.
Und auch der Mai war nicht das Wahre,
die “Wonnen” konnt’ ich nirgends seh’n!
Im Juni starb die Waschmaschine
und auch der Hamster ging von Bord.
Im Juli stach mich eine Biene
an einem zu intimen Ort…
Da war schon der August gekommen,
im Süden wollt’ ich mich erhohl’n.
Da ist ein lieber Mensch gekommen
und hat mein Portemonnaie gestohl’n.
Und im September ist’s geschehen,
ich war wohl nicht so ganz bei mir.
Ein Stoppschild hab’ ich übersehen.
Hoch lebe unser deutsches Bier!
Oktober und November waren
zum Glück dann fast ereignislos.
Hab’ nur ‘nen Pudel angefahren
und war mein Geld schon wieder los…
Doch im Dezember kam die Wende.
Mein Schatz, da hab’ ich Dich erblickt!
An diesem kalten Wochenende
hast Du mir freundlich zugenickt.
Der letzte Tag hat nun begonnen
von diesem turbulenten Jahr.
Mit ihm da hab’ ich Dich gewonnen.
Das Leben ist halt wunderbar!
Im Januar gab’s Schneeballschlachten,
im Februar viel Einsamkeit.
Und als wir gar nicht daran dachten
hat es im März nochmal geschneit…
April, der Unberechenbare,
ließ oftmals mich im Regen steh’n.
Und auch der Mai war nicht das Wahre,
die “Wonnen” konnt’ ich nirgends seh’n!
Im Juni starb die Waschmaschine
und auch der Hamster ging von Bord.
Im Juli stach mich eine Biene
an einem zu intimen Ort…
Da war schon der August gekommen,
im Süden wollt’ ich mich erhohl’n.
Da ist ein lieber Mensch gekommen
und hat mein Portemonnaie gestohl’n.
Und im September ist’s geschehen,
ich war wohl nicht so ganz bei mir.
Ein Stoppschild hab’ ich übersehen.
Hoch lebe unser deutsches Bier!
Oktober und November waren
zum Glück dann fast ereignislos.
Hab’ nur ‘nen Pudel angefahren
und war mein Geld schon wieder los…
Doch im Dezember kam die Wende.
Mein Schatz, da hab’ ich Dich erblickt!
An diesem kalten Wochenende
hast Du mir freundlich zugenickt.
Der letzte Tag hat nun begonnen
von diesem turbulenten Jahr.
Mit ihm da hab’ ich Dich gewonnen.
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11 Jan 2025 15:35 #51074
von Kaninchen
Der Esel aus Wesel
Es stand vor Tagen noch ein Esel,
in dem kleinen Städtchen Wesel,
hinter einer alten Gartenmauer.
Jetzt ist er weg und es herrscht Trauer.
111 Esel waren in der Stadt zu sehen,
jetzt sind es nur noch hundertzehn.
Bisher gibt es noch keine Spur,
von der lebensgroßen Skulptur.
1972 führte der Karnevalsverein
den Eselsorden als Auszeichnung ein.
Jeder, der einen Eselsorden hat,
hat sich um die Stadt verdient gemacht.
Verfolgt man diese interessante Spur,
stößt man auf Jan Hofer und Dieter Nuhr.
Heute findet die symbolträchtige Figur,
noch Verwendung in Kunst und Kultur.
Auf die Esel ist die Stadt sehr stolz,
es gibt sie aus Kunststoff und aus Holz,
auch in Bronze sind sie zu sehen.
Die Kunstwerke sind wunderschön.
Am Niederrhein ist man empört,
jeder der davon gehört,
hält jetzt Aug´ auch Ohren offen.
Man kann nur auf Verständnis hoffen.
In der Zeitung stand geschrieben,
dass die Weseler ihre Esel lieben,
so wurde auch zu guter Letzt,
noch eine Belohnung ausgesetzt.
Man hofft, dass man den Dieb erreicht
und sein kaltes Herz erweicht.
Der Esel gehört - auf alle Fälle,
wieder an die alte Stelle.
Der Esel aus Wesel.
Gudrun Nagel-Wiemer
Es stand vor Tagen noch ein Esel,
in dem kleinen Städtchen Wesel,
hinter einer alten Gartenmauer.
Jetzt ist er weg und es herrscht Trauer.
111 Esel waren in der Stadt zu sehen,
jetzt sind es nur noch hundertzehn.
Bisher gibt es noch keine Spur,
von der lebensgroßen Skulptur.
1972 führte der Karnevalsverein
den Eselsorden als Auszeichnung ein.
Jeder, der einen Eselsorden hat,
hat sich um die Stadt verdient gemacht.
Verfolgt man diese interessante Spur,
stößt man auf Jan Hofer und Dieter Nuhr.
Heute findet die symbolträchtige Figur,
noch Verwendung in Kunst und Kultur.
Auf die Esel ist die Stadt sehr stolz,
es gibt sie aus Kunststoff und aus Holz,
auch in Bronze sind sie zu sehen.
Die Kunstwerke sind wunderschön.
Am Niederrhein ist man empört,
jeder der davon gehört,
hält jetzt Aug´ auch Ohren offen.
Man kann nur auf Verständnis hoffen.
In der Zeitung stand geschrieben,
dass die Weseler ihre Esel lieben,
so wurde auch zu guter Letzt,
noch eine Belohnung ausgesetzt.
Man hofft, dass man den Dieb erreicht
und sein kaltes Herz erweicht.
Der Esel gehört - auf alle Fälle,
wieder an die alte Stelle.
Der Esel aus Wesel.
Gudrun Nagel-Wiemer
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