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22 Feb 2025 16:13 #51583
von Kaninchen
Fred Endrikat
Früher Frühling
Zwischen Februar und März
liegt die große Zeitenwende,
und, man spürt es allerwärts,
mit dem Winter geht's zuende.
Schon beim ersten Sonnenschimmer
steigt der Lenz in's Wartezimmer.
Keiner weiß, wie es geschah
und auf einmal ist er da.
Manche Knospe wird verschneit
zwar im frühen Lenz auf Erden.
Alles dauert seine Zeit,
nur Geduld, es wird schon werden.
Folgt auch noch ein rauher Schauer,
lacht der Himmel um so blauer.
Leichter schlägt des Menschen Herz
zwischen Februar und März.
Fred Endrikat
Früher Frühling
Zwischen Februar und März
liegt die große Zeitenwende,
und, man spürt es allerwärts,
mit dem Winter geht's zuende.
Schon beim ersten Sonnenschimmer
steigt der Lenz in's Wartezimmer.
Keiner weiß, wie es geschah
und auf einmal ist er da.
Manche Knospe wird verschneit
zwar im frühen Lenz auf Erden.
Alles dauert seine Zeit,
nur Geduld, es wird schon werden.
Folgt auch noch ein rauher Schauer,
lacht der Himmel um so blauer.
Leichter schlägt des Menschen Herz
zwischen Februar und März.
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23 Feb 2025 11:07 #51596
von Kaninchen
Frühlingsbotschaft
2. März 1873.
Vor meinem Fenster sang
Ein Vögelein,
Und bittend sprach's: »Mach auf!«
Da ließ ich's ein.
Sag, liebes Vöglein, sag,
Was willst du hier?
Was könnt'st du bringen jetzt
Für Botschaft mir?
Es liegt in Trauer still
Noch Wald und Feld,
Es ist als wäre tot
Die ganze Welt.
»Der Frühling grüßet dich,
Er denket dein,
Er wollte bald bei dir
Sich finden ein.«
Hab' Dank, lieb Vögelein,
Hab' Dank dafür!
Sag ihm: geöffnet sei
Ihm Herz und Tür!
Frühlingsbotschaft
2. März 1873.
Vor meinem Fenster sang
Ein Vögelein,
Und bittend sprach's: »Mach auf!«
Da ließ ich's ein.
Sag, liebes Vöglein, sag,
Was willst du hier?
Was könnt'st du bringen jetzt
Für Botschaft mir?
Es liegt in Trauer still
Noch Wald und Feld,
Es ist als wäre tot
Die ganze Welt.
»Der Frühling grüßet dich,
Er denket dein,
Er wollte bald bei dir
Sich finden ein.«
Hab' Dank, lieb Vögelein,
Hab' Dank dafür!
Sag ihm: geöffnet sei
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25 Feb 2025 11:00 #51619
von Kaninchen
Das liebe Geld
Omas Geld liegt seit Jahren,
zuhause im Wäscheschrank.
Heute bringt sie ihr Erspartes
nun endlich mal zur Bank.
"Ist mein Geld bei ihnen sicher?",
fragt sie den Mann bewegt.
"Ja, dafür verbürge ich mich,
ihr Geld ist hier gut angelegt.
Wenn unsere Bank pleite macht,
springt die Landes-Zentralbank ein.
Die Bundesbank kommt danach auf,
da können sie sicher sein.
Wenn die Bundesbank pleite macht,
ist das kein Pech, sondern Glück.
Dann tritt unsere Regierung,
mit einem Schlag zurück."
"Was ist dann mit meinen Geld?",
fragt Oma jetzt empört.
"Na, das ist ihnen doch sicher,
die tausend Euro wert."
Das liebe Geld
Omas Geld liegt seit Jahren,
zuhause im Wäscheschrank.
Heute bringt sie ihr Erspartes
nun endlich mal zur Bank.
"Ist mein Geld bei ihnen sicher?",
fragt sie den Mann bewegt.
"Ja, dafür verbürge ich mich,
ihr Geld ist hier gut angelegt.
Wenn unsere Bank pleite macht,
springt die Landes-Zentralbank ein.
Die Bundesbank kommt danach auf,
da können sie sicher sein.
Wenn die Bundesbank pleite macht,
ist das kein Pech, sondern Glück.
Dann tritt unsere Regierung,
mit einem Schlag zurück."
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fragt Oma jetzt empört.
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26 Feb 2025 10:45 #51634
von Kaninchen
Kleine Stadt am Sonntagmorgen
Das Wetter ist recht gut geraten.
Der Kirchturm träumt vom lieben Gott.
Die Stadt riecht ganz und gar nach Braten
und auch ein bißchen nach Kompott.
Am Sonntag darf man lange schlafen.
Die Gassen sind so gut wie leer.
Zwei alte Tanten, die sich trafen,
bestreiten rüstig den Verkehr.
Sie führen wieder mal die alten
Gespräche, denn das hält gesund.
Die Fenster gähnen sanft und halten
sich die Gardinen vor den Mund.
Der neue Herr Provisor lauert
auf sein gestärktes Oberhemd.
Er flucht, weil es so lange dauert.
Man merkt daran: Er ist hier fremd.
Er will den Gottesdienst besuchen,
denn das erheischt die Tradition.
Die Stadt ist klein. Man soll nicht fluchen,
Pauline bringt das Hemd ja schon!
Die Stunden machen kleine Schritte
und heben ihre Füße kaum.
Die Langeweile macht Visite.
Die Tanten flüstern über Dritte.
Und drüben, auf des Marktes Mitte,
schnarcht leise der Kastanienbaum.
Erich Kästner
Kleine Stadt am Sonntagmorgen
Das Wetter ist recht gut geraten.
Der Kirchturm träumt vom lieben Gott.
Die Stadt riecht ganz und gar nach Braten
und auch ein bißchen nach Kompott.
Am Sonntag darf man lange schlafen.
Die Gassen sind so gut wie leer.
Zwei alte Tanten, die sich trafen,
bestreiten rüstig den Verkehr.
Sie führen wieder mal die alten
Gespräche, denn das hält gesund.
Die Fenster gähnen sanft und halten
sich die Gardinen vor den Mund.
Der neue Herr Provisor lauert
auf sein gestärktes Oberhemd.
Er flucht, weil es so lange dauert.
Man merkt daran: Er ist hier fremd.
Er will den Gottesdienst besuchen,
denn das erheischt die Tradition.
Die Stadt ist klein. Man soll nicht fluchen,
Pauline bringt das Hemd ja schon!
Die Stunden machen kleine Schritte
und heben ihre Füße kaum.
Die Langeweile macht Visite.
Die Tanten flüstern über Dritte.
Und drüben, auf des Marktes Mitte,
schnarcht leise der Kastanienbaum.
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27 Feb 2025 17:43 #51654
von Kaninchen
Und beut der Winter auch manche Leiden,
So will er doch nicht traurig scheiden:
Er bringt uns erst noch die Fastnachtszeit
Mit aller ihrer Lustigkeit.
Da gibt es Kurzweil mancherlei,
Musik und Tanz und Mummerei,
Pfannkuchen, Brezel, Kuchen und Weck‘,
Und Eier und Würste, Schinken und Speck.
Wir Kinder singen von Haus zu Haus
Und bitten uns eine Gabe aus,
Und machen’s hinterdrein wie die Alten
Und wollen heuer auch Fastnacht halten.
Hoffmann von Fallersleben
Und beut der Winter auch manche Leiden,
So will er doch nicht traurig scheiden:
Er bringt uns erst noch die Fastnachtszeit
Mit aller ihrer Lustigkeit.
Da gibt es Kurzweil mancherlei,
Musik und Tanz und Mummerei,
Pfannkuchen, Brezel, Kuchen und Weck‘,
Und Eier und Würste, Schinken und Speck.
Wir Kinder singen von Haus zu Haus
Und bitten uns eine Gabe aus,
Und machen’s hinterdrein wie die Alten
Und wollen heuer auch Fastnacht halten.
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28 Feb 2025 08:56 #51656
von Kaninchen
Büttenrede
‘N Guten Abend allerseits
ich sehe schon: ihr sitzt bereits
auf dass ich euch jetzt gleich erheit’re
deswegen folgt jetzt alles weit’re
denn Liebe, Leben, Politik
fasse ich jetzt in meinen Blick
jedoch: je mehr ich es bedenke
weiß ich, dass ich mich doch beschränke
auf das, was wirklich spendet Trost
in diesem Sinne erstmal: Prost!
Denn was soll ich von Lieb‘ erzählen
da mich schon lange nicht mehr quälen
der Jugend Leid, der Jugend Scherzen
mich plagen höchstens Rückenschmerzen
So lieg ich lieber ruhig da
na kommt schon: Trara Trara Trara
Das Thema überlass ich andern
und werde daher weiter wandern
bemüht in meines Dichtens Streben
es aufzufassen – ja – das Leben
Das Leben – ja – das Leben – ja
das is‘ ja alles wunderbar
jedoch, wenn ich es recht bedenke
was zählt im Leben…..aaah…die Getränke
darin find ich schon wieder Trost
in diesem Sinne noch mal: Prost
Autor unbekannt
‘N Guten Abend allerseits
ich sehe schon: ihr sitzt bereits
auf dass ich euch jetzt gleich erheit’re
deswegen folgt jetzt alles weit’re
denn Liebe, Leben, Politik
fasse ich jetzt in meinen Blick
jedoch: je mehr ich es bedenke
weiß ich, dass ich mich doch beschränke
auf das, was wirklich spendet Trost
in diesem Sinne erstmal: Prost!
Denn was soll ich von Lieb‘ erzählen
da mich schon lange nicht mehr quälen
der Jugend Leid, der Jugend Scherzen
mich plagen höchstens Rückenschmerzen
So lieg ich lieber ruhig da
na kommt schon: Trara Trara Trara
Das Thema überlass ich andern
und werde daher weiter wandern
bemüht in meines Dichtens Streben
es aufzufassen – ja – das Leben
Das Leben – ja – das Leben – ja
das is‘ ja alles wunderbar
jedoch, wenn ich es recht bedenke
was zählt im Leben…..aaah…die Getränke
darin find ich schon wieder Trost
in diesem Sinne noch mal: Prost
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