Gedichte
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17 Nov 2022 08:28 #42635
von Kaninchen
Die Fledermaus
Ein kleines Mäuschen kroch
stets unzufrieden in sein Loch;
Stets wünscht´ es : Wär´ ich doch
der kleine Vogel nur
und flög´ in freier Luft ! Zeus sagte zum Merkur :
Ich will der Närrin Wunsch gewähren,
Erscheine, Maus ! - Sie kam,
den Götterspruch zu hören.
Wohlan, sprach Zeus, zum Zeitvertreib
geb´ ich Dir Flügel an den Leib.
Nun flieg !
Halb Vogel und halb Maus,
flog sie, und hieß die Fledermaus.
Merkur sah sie und lachte;
Nun fliegt sie nur bei Nachte.
Johann Wilhelm Ludwig Gleim
genannt "Vater Gleim"
dt. Fabeldichter
Die Fledermaus
Ein kleines Mäuschen kroch
stets unzufrieden in sein Loch;
Stets wünscht´ es : Wär´ ich doch
der kleine Vogel nur
und flög´ in freier Luft ! Zeus sagte zum Merkur :
Ich will der Närrin Wunsch gewähren,
Erscheine, Maus ! - Sie kam,
den Götterspruch zu hören.
Wohlan, sprach Zeus, zum Zeitvertreib
geb´ ich Dir Flügel an den Leib.
Nun flieg !
Halb Vogel und halb Maus,
flog sie, und hieß die Fledermaus.
Merkur sah sie und lachte;
Nun fliegt sie nur bei Nachte.
Johann Wilhelm Ludwig Gleim
genannt "Vater Gleim"
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18 Nov 2022 16:02 #42644
von Kaninchen
Scheu und Treu
Er liebte sie in aller Stille.
Bescheiden, schüchtern und von fern
schielt er nach ihr durch seine Brille
und hat sie doch so schrecklich gern.
Ein Mücklein, welches an der Nase
des schönen Kindes saugend saß,
ertränkte sich in seinem Glase.
Es schmeckt ihm fast wie Ananas.
Sie hatte Haare wie ´ne Puppe,
so unvergleichlich blond und kraus.
Einst fand er eines in der Suppe
und zog es hochbeglückt heraus.
Er rollt es auf zu einem Löckchen,
hat´s in ein Medaillon gelegt.
Nun hängt es unter seinem Röckchen
da, wo sein treues Herze schlägt.
Wilhelm Busch
Scheu und Treu
Er liebte sie in aller Stille.
Bescheiden, schüchtern und von fern
schielt er nach ihr durch seine Brille
und hat sie doch so schrecklich gern.
Ein Mücklein, welches an der Nase
des schönen Kindes saugend saß,
ertränkte sich in seinem Glase.
Es schmeckt ihm fast wie Ananas.
Sie hatte Haare wie ´ne Puppe,
so unvergleichlich blond und kraus.
Einst fand er eines in der Suppe
und zog es hochbeglückt heraus.
Er rollt es auf zu einem Löckchen,
hat´s in ein Medaillon gelegt.
Nun hängt es unter seinem Röckchen
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21 Nov 2022 10:02 #42672
von Kaninchen
Die Stechfliege :
Was schwärmst Du denn immer ?
Unhöflicher Gast !
Du fällst hier im Zimmer
entsetzlich zur Last !
Viel Unlust erleiden die Menschen durch Dich.
So sei doch bescheiden und sittsam wie ich !
Die Brummfliege :
O bleib mir zuhause
mit Deiner Moral !
Was macht mein Gesause
dem Menschen für Qual ?
Ihm wär es erfreulich,
wenn Du mir nur glichst;
Du lebest so heilig,
so ehrbar, und - stichst !
August Friedrich Ernst Langbein
deut. Dihter und Schriftsteller
Die Stechfliege :
Was schwärmst Du denn immer ?
Unhöflicher Gast !
Du fällst hier im Zimmer
entsetzlich zur Last !
Viel Unlust erleiden die Menschen durch Dich.
So sei doch bescheiden und sittsam wie ich !
Die Brummfliege :
O bleib mir zuhause
mit Deiner Moral !
Was macht mein Gesause
dem Menschen für Qual ?
Ihm wär es erfreulich,
wenn Du mir nur glichst;
Du lebest so heilig,
so ehrbar, und - stichst !
August Friedrich Ernst Langbein
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22 Nov 2022 08:34 #42682
von Kaninchen
So regnet es sich langsam ein
Und immer kürzer wird der Tag und immer
Seltener der Sonnenschein ...
Ich sah am Waldrand gestern ein paar Rosen stehn ...
Gib mir die Hand und komm ...
Wir wollen sie uns pflücken gehn ...
Es werden wohl die letzten sein !
Cäsar Flaischlen
dt. Schriftsteller
Quelle : Flaischlen Von Alltag und Sonne
Gedichte in Prosa, 1897
So regnet es sich langsam ein
Und immer kürzer wird der Tag und immer
Seltener der Sonnenschein ...
Ich sah am Waldrand gestern ein paar Rosen stehn ...
Gib mir die Hand und komm ...
Wir wollen sie uns pflücken gehn ...
Es werden wohl die letzten sein !
Cäsar Flaischlen
dt. Schriftsteller
Quelle : Flaischlen Von Alltag und Sonne
Gedichte in Prosa, 1897
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23 Nov 2022 11:17 #42692
von Kaninchen
Hoch verehr ich ohne Frage
dieses gute Frauenzimmer.
Seit dem segensreichen Tage,
da ich sie zuerst erblickt
hat mich immer hoch entzückt
ihre rosenfrische Jugend,
ihre Sittsamkeit und Tugend,
und die herrlichen Talente.
Aber dennoch denk ich immer,
daß es auch nicht schaden könnte,
wäre sie ein bissel schlimmer.
Hoch verehr ich ohne Frage
dieses gute Frauenzimmer.
Seit dem segensreichen Tage,
da ich sie zuerst erblickt
hat mich immer hoch entzückt
ihre rosenfrische Jugend,
ihre Sittsamkeit und Tugend,
und die herrlichen Talente.
Aber dennoch denk ich immer,
daß es auch nicht schaden könnte,
wäre sie ein bissel schlimmer.
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26 Nov 2022 11:34 #42720
von Kaninchen
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