Gedichte

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11 Mai 2020 12:57 #28696 von Kaninchen


So sieht es in meinem Garten aus, eine Sinfonie in weiß,, nach einer Sinfonie in gelb - Löwenzahn -

Was die Malerinnen und Maler betrifft, mußt Du leider weiter suchen. Kaninchen kann leider weder dichten noch malen :cheer:

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11 Mai 2020 13:04 #28697 von Kaninchen
Spitz die Ohren,
man hat sich gegen dich verschworen.
Du kämpfst allein in Deiner Schlacht,
nur wenige kennen diese Macht.
Der Krieger irrt durch eine Welt,
die er hier und da verprellt.
Die er nicht versteht,
ist er allein auf diesem Planet?
Nicht Haß gibt ihm Schneid,
sondern der andern Neid.
Die Kraft entspringt aus einer Quelle,
kleiner als eine Mikrozelle.
Doch die zu finden ist wohl schwer,
sonst wären der Krieger hier noch mehr.
Viele glauben und hoffen es zu schaffen,
ich muß lachen, ihr Affen.
Der Wille zum Nein,
nur so bleibt die Seele rein.
Du mußt denken so breit und weit du kannst,
versuch es, keine Angst.
Doch sind die Gedanken erst frei,
die alte Welt verschwindet im Brei.
Jetzt kann dir keiner mehr helfen,
weder Gott noch Elfen.
Nun stehst du auf eigenen Gedanken,
noch ein wenig am wanken.
Doch fast über Nacht,
ist es vollbracht.

unbekannt

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12 Mai 2020 07:42 #28713 von Kaninchen
Stiller Gang

Stille geh ich meinen Gang
Wiesen, Wälder, Felder lang.
Was ich höre, was ich sehe,
Daß mir nichts vorüber wehe,
Fasse ichs in Verse ein,
Und die ganze Welt wird mein.

Sind wohl unscheinbare Dinge;
Mancher achtet sie geringe,
Und ein Nabob wird man nicht,
Fängt man solche Schmetterlinge.
Aber manches wird Gedicht.

Ist nicht mehr wie Blumen pflücken,
Linde sich ins Grüne bücken,

Ist nicht mehr als wie ein Lauschen,
Grüße mit den Vögeln tauschen,
Ist nichts, als bescheiden sein
Mit der Schönheit, mit dem Schein.

Und ist dennoch tiefe Labe,
Dauernde und reiche Habe:

Wer die Schönheit sich erfaßt,
Schenkt der Welt den Rest mit Lachen,
All die plumpen Siebensachen,
Hat die Götter selbst zu Gast.

Otto Julius Bierbaum
(1865 - 1910)


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13 Mai 2020 07:31 #28735 von Kaninchen


Seidel, Heinrich

Der verarmte Feinschmecker

Die Trüffel reift in Frankreichs Gauen,
verborgen in der Erde schoß.
Allein für mich, auf märk’schen Auen,
wächst die Kartoffel bloß.

Es glänzt verlockend in der Sonne
Böhmens Fasan mit hellem Schein ...
Für mich blinkt in des Krämers Tonne
Ein Hering mager nur und klein.

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14 Mai 2020 12:58 #28754 von Kaninchen


Ich habe dich so lieb

Gedicht von Joachim Ringelnatz

Ich habe dich so lieb!
Ich würde dir ohne Bedenken
Eine Kachel aus meinem Ofen
Schenken.

Ich habe dir nichts getan.
Nun ist mir traurig zu Mut.
An der Hängen der Eisenbahn
Leuchtet der Ginster so gut.

Vorbei - verjährt -
Doch nimmer vergessen.
Ich reise.
Alles, was lange währt,
Ist leise.

Die Zeit entstellt
Alle Lebewesen.
Ein Hund bellt.
Er kann nicht lesen.
Er kann nicht schreiben.
Wir können nicht bleiben.

Ich lache.
Die Löcher sind die Hauptsache
An einem Sieb.

Ich habe dich so lieb.

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15 Mai 2020 06:46 - 15 Mai 2020 07:11 #28763 von Feschtbrueder
Ode an die Brennessel

Heilige Brennnessel, du himmlische Gewalt
seit ich dich kenne, liebe ich dich! Bald
werde ich dir ein Monument errichten.
Und eine Ode für dich dichten.

Am Sonntag, am zehnten Mai im Corona-Viren-Jahr
streicheltest du mich mit deinem Haar.
Seither bin ich nie mehr von dir gewichen
Und hab auch dich mit meinen Händen gestrichen.

Heilige Brennnessel mit dem goldigen Haar.
Seit ich dich kenne , lieb‘ ich dich fürwahr.
Du sahst mich und sagtest mir immerdar
komm zu mir runter und streichle mein Haar.

Ich kam zu dir runter und du streicheltest mich.
Seither, heisse Brennnessel, liebe ich dich.
Mir scheint, dass wenn ich dich streichle
Mein Schmerz sofort von mir weiche.

Vorbei ist‘s dann mit meinen Schmerzen
für ziemlich lange Zeit kannst du sie ausmerzen
Es prickelt und zwickelt in den Handgelenken
wenn ich dich streichle mit meinen Händen.

Darum liebe ich dich von ganzem Herzen.
zum Glück lebst du nicht so weit
Entfernt von mir und meinen Schmerzen
in Feld, Wald, Wiesen und Weid.

Du hast mich mit deinen Haaren gestrichen (oder gestreichelt),
seither bin ich nie mehr von dir gewichen, (oder geweichelt.)
Alle paar Stunden streichle ich dich,
du himmlisch heisse, goldige Brennnessel !
Und du auch mich.

©️ 2020 Feschtbrueder im Corona-verfickten Dumb Trump Jahr!




Verwendung der Brennnessel

Brennnesselblätter regen den gesamten Stoffwechsel an und werden deshalb gerne Teemischungen gegen Rheuma und Gicht, Galle- und Leberbeschwerden zugefügt, ebenso solchen für Entschlackungskuren. Der Tee fördert die Harnausscheidung, die Wurzel lindert bei Männern Prostatabeschwerden. In der Homöopathie wird aus der ganzen blühenden Pflanze ein Mittel gegen Nesselsucht und andere Hautausschläge mit Brennen und Jucken hergestellt. Auch bei leichten Verbrennungen und Sonnenbrand, Rheuma, Gicht und zur Verbesserung des Harnflusses wird es hier eingesetzt. Noch die naturheilkundlichen Pfarrer Kneipp und Künzele empfahlen die sogenannte Urtication: Zur Behebung rheumatischer Schmerzen und des Hexenschusses werden dabei die betroffenen Stellen des Körpers mit Brennnesseln gepeitscht. Badezusätzen, Lotionen und Seifen wird die Brennnessel wegen der desodorierenden Wirkung des Chlorophylls zugesetzt, das sie reichhaltig enthält. Brennnesselsamen regen die Körperfunktionen an und wirken tonisierend. Sie helfen bei Leistungsschwäche, chronischer Müdigkeit und bei Stressbelastung.

Wissenswertes

Ihrer allen bekannten Eigenschaft, auf der Haut zu brennen, hat die Brennnessel den deutschen und wissenschaftlichen Namen (Urtica = die Brennende) zu verdanken. Der Wortteil Nessel, der von einem alten indogermanischen Wort nazza = nähen herrührt, zeugt hingegen von den Zeiten vor Einführung der Baumwolle, in denen aus Brennnessel-Fasern das Nesselgewebe hergestellt wurde. Von nazza leiten sich das niederländische Wort netel und das englische nettle für nähen ab. Die ersten Brennnesseltriebe im Frühjahr waren stets Bestandteil der Neunkräutersuppe, durch deren Verzehr sich die heidnischen Bauern mit den Lebenskräften der erwachenden Natur verbanden. Die Kelten sahen in dem frischen Grün die Gestalt des Grünen Mannes. Als Gefährte der Erdgöttin machte er dem eisigen Winterkönig den Wald, die Wiese und das Feld strittig. Mit Hilfe der Brennnessel konnte die Winterschwäche und der üble Scharbock (Skorbut) vertrieben werden. In manchen Gegenden kennt man diese Suppe heute noch unter dem Begriff der Gründonnerstagssuppe. Derartige Blutreinigungskuren waren bis zu unserem Jahrhundert üblich. Da die Brennnessel und andere Frühjahrskräuter Harn und Schweiß treiben, den Schleim in der Lunge lösen und den Stuhlgang fördern, wurden sie als geeignetes Mittel angesehen, um die Säfte wieder in Bewegung zu bringen. Der Volksname Donnernessel weist auf ihre Bedeutung in der Mythologie hin. Die Nesseln waren Symbol des Blitz- und Donnergottes Donar. Um den Blitzschlag abzuwehren, warfen die Menschen im Mittelalter einen Strauß mit Brennnesseln über das Dach ihrer Behausung und hofften, sie würden dem Blitz den Weg zu den Erdgeistern zeigen. Von den Brennnesselsamen als Aphrodisiakum wusste vor 2000 Jahren schon der griechische Dichter Ovid zu berichten. Zur Steigerung der Manneskraft wurde damals eine Mischung aus Pfeffer und Nesselsamen empfohlen. Als Unkraut folgt uns die Urtica (= die Brennende) überall hin und umstellt unsere Häuser in Scharen. So haben wir sie als Heilkraut immer ganz in unserer Nähe. Selbst nicht von auffallender Schönheit wird die Brennnessel von den schönsten Schmetterlingen umschwärmt. Die Raupen des Kleinen Fuchses, des Tagpfauenauges und des Admirals ernähren sich von ihren Blättern.

(So viel ich weiss von der allwissenden Wikipedia geklaut!)

:-) Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!
Letzte Änderung: 15 Mai 2020 07:11 von Feschtbrueder. Grund: Korr.

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