Gedichte
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28 Jul 2026 16:49 #60201
von Kaninchen
Aus der guten alten Zeit
Das Gedicht „Aus der guten alten Zeit“ stammt aus der Feder von Rudolf Baumbach.
Es melden Bücher und Sagen
so manches Wunderding
von einem gelben Wagen,
der durch die Länder ging.
Die Kutsche fuhr – man denke –
des Tags drei Meilen weit
Und hielt vor jeder Schenke. –
O gute, alte Zeit!
Es ward von den Passagieren
zuvor das Haus bestellt.
Sie schieden von den Ihren,
als ging's ans End der Welt.
Sie trugen die Louisdore
vernäht in Stiefeln und Kleid,
im Sack zwei Feuerrohre –
O gute, alte Zeit!
Oft, wenn die Reisegenossen
sich sehnten nach Bett und Wirt,
da brummte der Schwager verdrossen:
"Potz Blitz! Ich hab mich verirrt!"
Von fern her Wolfsgeheule,
kein Obdach weit und breit;
es schnaubten zitternd die Gäule –
O gute, alte Zeit!
Auch war es sehr ergötzlich,
wenn mit gewaltigem Krach
in einem Hohlweg plötzlich
der Wagen zusammenbrach.
War nur ein Rad gebrochen,
so herrschte Fröhlichkeit.
mitunter brachen auch Knochen –
O gute, alte Zeit!
Der Abenteuer Perle
war doch das Waldwirtshaus.
Es spannten verdächtige Kerle
die müden Schimmel aus.
Ein Bett mit Federdecken
stand für den Gast bereit,
das zeigte blutige Flecken –
O gute, alte Zeit!
Und waren der Gäste hundert
verschwunden im Waldwirtshaus,
dann schickte der Rat verwundert
berittene Häscher aus.
Die Leichen wurden gefunden,
bestattet und geweiht,
der Wirt gerädert, geschunden
O gute, alte Zeit!
Aus der guten alten Zeit
Das Gedicht „Aus der guten alten Zeit“ stammt aus der Feder von Rudolf Baumbach.
Es melden Bücher und Sagen
so manches Wunderding
von einem gelben Wagen,
der durch die Länder ging.
Die Kutsche fuhr – man denke –
des Tags drei Meilen weit
Und hielt vor jeder Schenke. –
O gute, alte Zeit!
Es ward von den Passagieren
zuvor das Haus bestellt.
Sie schieden von den Ihren,
als ging's ans End der Welt.
Sie trugen die Louisdore
vernäht in Stiefeln und Kleid,
im Sack zwei Feuerrohre –
O gute, alte Zeit!
Oft, wenn die Reisegenossen
sich sehnten nach Bett und Wirt,
da brummte der Schwager verdrossen:
"Potz Blitz! Ich hab mich verirrt!"
Von fern her Wolfsgeheule,
kein Obdach weit und breit;
es schnaubten zitternd die Gäule –
O gute, alte Zeit!
Auch war es sehr ergötzlich,
wenn mit gewaltigem Krach
in einem Hohlweg plötzlich
der Wagen zusammenbrach.
War nur ein Rad gebrochen,
so herrschte Fröhlichkeit.
mitunter brachen auch Knochen –
O gute, alte Zeit!
Der Abenteuer Perle
war doch das Waldwirtshaus.
Es spannten verdächtige Kerle
die müden Schimmel aus.
Ein Bett mit Federdecken
stand für den Gast bereit,
das zeigte blutige Flecken –
O gute, alte Zeit!
Und waren der Gäste hundert
verschwunden im Waldwirtshaus,
dann schickte der Rat verwundert
berittene Häscher aus.
Die Leichen wurden gefunden,
bestattet und geweiht,
der Wirt gerädert, geschunden
O gute, alte Zeit!
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29 Jul 2026 16:41 #60224
von Kaninchen
Hans und Grete und der Vollmond
Der Mond in seiner Sichelform
beeindruckt weniger enorm
als wenn derselbe aufgebläht.
Dann wird er innig angespäht …
Im Rasen sitzt der Hans mit Grete
und fragt sich plötzlich, was man täte,
wenn der Mond mal nicht mehr wär.
Er grübelt hin, er grübelt her,
und schließlich kommt er zu dem Schluß:
Es muß so sein, wie es sein muß.
Es wäre, was er niemals hoffe,
eine große Katastrophe,
wenn der Mond mal nicht mehr schiene,
weil der doch allen Menschen diene.
Nun wird in diese Denkarbeit
auch das Gretchen eingeweiht:
„Du Grete“, spricht er nachdenklich,
„ohne Mond wärs fürchterlich.
Denn würd‘ man nicht den Mond besitzen,
dann müßten wir im Dunkeln sitzen.
Das Küssen wär‘ nur halb so schön,
könnt‘ man sich dabei nicht sehn.
Das Licht, beim Heimweg in der Nacht
hat manchen schon gut heimgebracht.
Zu Orientierungszwecken ist
er gut, wenn man betrunken ist.“
Da ist das Gretchen wirklich platt,
was für ’nen klugen Hans sie hat.
Nun stehen sie beide Hand in Hand
bedächtig still am Waldesrand
und blicken ehrfurchtsvoll nach oben
zum dicken runden Mond dort droben.
Alamak
Hans und Grete und der Vollmond
Der Mond in seiner Sichelform
beeindruckt weniger enorm
als wenn derselbe aufgebläht.
Dann wird er innig angespäht …
Im Rasen sitzt der Hans mit Grete
und fragt sich plötzlich, was man täte,
wenn der Mond mal nicht mehr wär.
Er grübelt hin, er grübelt her,
und schließlich kommt er zu dem Schluß:
Es muß so sein, wie es sein muß.
Es wäre, was er niemals hoffe,
eine große Katastrophe,
wenn der Mond mal nicht mehr schiene,
weil der doch allen Menschen diene.
Nun wird in diese Denkarbeit
auch das Gretchen eingeweiht:
„Du Grete“, spricht er nachdenklich,
„ohne Mond wärs fürchterlich.
Denn würd‘ man nicht den Mond besitzen,
dann müßten wir im Dunkeln sitzen.
Das Küssen wär‘ nur halb so schön,
könnt‘ man sich dabei nicht sehn.
Das Licht, beim Heimweg in der Nacht
hat manchen schon gut heimgebracht.
Zu Orientierungszwecken ist
er gut, wenn man betrunken ist.“
Da ist das Gretchen wirklich platt,
was für ’nen klugen Hans sie hat.
Nun stehen sie beide Hand in Hand
bedächtig still am Waldesrand
und blicken ehrfurchtsvoll nach oben
zum dicken runden Mond dort droben.
Alamak
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30 Jul 2026 16:03 #60247
von Kaninchen
Ich hab die Nacht geträumet
Das Gedicht „Ich hab die Nacht geträumet“ stammt aus der Feder von August Zarnack.
Ich hab die Nacht geträumet
wohl einen schweren Traum,
es wuchs in meinem Garten
ein Rosmarienbaum.
Ein Kirchhof war der Garten,
ein Blumenbeet das Grab,
und von dem grünen Baume
fiel Kron und Blüte ab.
Die Blüten tät ich sammeln
in einen goldnen Krug,
der fiel mir aus den Händen,
dass er in Stücken schlug.
Draus sah ich Perlen rinnen
und Tröpflein rosenrot:
Was mag der Traum bedeuten?
Ach Liebster, bist du tot?
Ich hab die Nacht geträumet
Das Gedicht „Ich hab die Nacht geträumet“ stammt aus der Feder von August Zarnack.
Ich hab die Nacht geträumet
wohl einen schweren Traum,
es wuchs in meinem Garten
ein Rosmarienbaum.
Ein Kirchhof war der Garten,
ein Blumenbeet das Grab,
und von dem grünen Baume
fiel Kron und Blüte ab.
Die Blüten tät ich sammeln
in einen goldnen Krug,
der fiel mir aus den Händen,
dass er in Stücken schlug.
Draus sah ich Perlen rinnen
und Tröpflein rosenrot:
Was mag der Traum bedeuten?
Ach Liebster, bist du tot?
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01 Aug 2026 16:02 #60289
von Kaninchen
Ein Hoch auf das Bier
Ein kühler Tropfen, bernsteinfarben und rein,
lädt uns ein, für einen Moment fröhlich zu sein.
In der Kneipe, unter alten Eichen – ganz egal wo,
mit Bier können wir lachen und das Leben ist froh!
Das Bier fließt stetig, strömt ein in das Glas,
In seinen golden‘ Tiefen verbirgt sich der Spaß.
Schluck für Schluck tanken wir Freude,
bis der Alltag verblasst – fern von Langeweile.
Ob kalt aus dem Fass oder frisch vom Hahn,
Bier bringt uns zusammen, seit es begann.
Durch Sommer und Winter, in Fröhlichkeit und Leid,
Begleitet Bier uns bis in die Ewigkeit.
Hopfen tanzt, Malz spielt die Melodie,
Ein Chor aus Blasen singt die Harmonie.
Im dunklen Stout oder im Weizen so hell,
Begleitet es uns, macht den Moment speziell.
Von Fest zu Fest, von Lied zu Lied,
Bier ist’s, was uns stets zusammenführt.
Ein Hoch auf den Brauer, ein Lob dem Gerstensaft,
Auf die Zeiten voller Freundschaft und voller Leidenschaft!
Also hebet euer Glas und stoßet an voller Kraft
Auf das kühle Blonde, das uns so viel Freude macht!
Ein Hoch auf das Bier
Ein kühler Tropfen, bernsteinfarben und rein,
lädt uns ein, für einen Moment fröhlich zu sein.
In der Kneipe, unter alten Eichen – ganz egal wo,
mit Bier können wir lachen und das Leben ist froh!
Das Bier fließt stetig, strömt ein in das Glas,
In seinen golden‘ Tiefen verbirgt sich der Spaß.
Schluck für Schluck tanken wir Freude,
bis der Alltag verblasst – fern von Langeweile.
Ob kalt aus dem Fass oder frisch vom Hahn,
Bier bringt uns zusammen, seit es begann.
Durch Sommer und Winter, in Fröhlichkeit und Leid,
Begleitet Bier uns bis in die Ewigkeit.
Hopfen tanzt, Malz spielt die Melodie,
Ein Chor aus Blasen singt die Harmonie.
Im dunklen Stout oder im Weizen so hell,
Begleitet es uns, macht den Moment speziell.
Von Fest zu Fest, von Lied zu Lied,
Bier ist’s, was uns stets zusammenführt.
Ein Hoch auf den Brauer, ein Lob dem Gerstensaft,
Auf die Zeiten voller Freundschaft und voller Leidenschaft!
Also hebet euer Glas und stoßet an voller Kraft
Auf das kühle Blonde, das uns so viel Freude macht!
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02 Aug 2026 18:53 #60323
von Kaninchen
Friedrich Christoph Förster
Ein kleines Blau-Veilchen
Ein kleines Blau-Veilchen
Stand eben erst ein Weilchen
Unten im Tal am Bach.
Da dacht' es einmal nach
Und sprach:
"Dass ich hier unten blüh',
Lohnt sich kaum der Müh',
Muss mich überall bücken
Und drücken,
Bin so ins Nied're gestellt,
Sehe gar nichts von der Welt.
Drum wär' es ganz gescheit getan,
Ich stieg ein bißchen höher hinan." –
Und wie gesagt, so gethan,
Aus dem Wiesenland
Mit eig'ner Hand
Zieht es ein Beinchen nach dem andern
Und begibt sich auf's Wandern.
"Drüben der Hügel wär' mir schon recht;
Wenn ich den erreichen möcht',
Könnt' ich ein Stückchen weiter sehn;
Dahin will ich geh'n!"
Und so im behänden Lauf
Steigt das Veilchen den Hügel hinauf,
Pflanzt sich dort oben ein
Im schönsten Sonnenschein.
Kaum aber hat es hier einen Tag gestanden,
Meint es: "Von allen Landen
Sieht man hier oben kein großes Stück,
Man hat keinen freien Blick;
Aber auf jenem Berge dort,
Das wär' ein Ort,
Wo ich wohl möchte steh'n,
Um in die weite Welt zu seh'n!
Drum wär' es noch gescheiter getan,
Ich stieg ein bisschen höher hinan!"
Und wie gedacht, so getan.
Aus dem Hügel, wo es stand,
Zieht es mit eigner Hand
Ein Beinchen nach dem andern
Und begibt sich auf's Wandern.
Doch den Berg hinauf
Geht es nicht in so raschem Lauf,
Es muss sich verpusten, muss öfter ruh'n.
Endlich mit niedergetretenen Schuh'n
Auf beschwerlicher Bahn
Kommt's Veilchen oben an,
Pflanzt sich dort wieder ein
Im hellen Sonnenschein.
"Ei", spricht es, "hier ist's schön!
Aber alles kann man doch nicht seh'n,
So ein Berg
Ist doch nur ein Zwerg.
Auf der Alp da droben,
Das wär' eher zu loben,
Da möcht' ich wohl sein!
Da guckt' ich bis in den Himmel hinein,
Hörte die Engelein musizieren,
Säh' unsern Herrgott die Welt regieren!"
Und aus dem Berge, wo es stand,
Zieht es wieder mit eigner Hand
Ein Beinchen nach dem andern,
Begibt sich noch einmal auf's Wandern.
Die Reise macht diesmal viel Beschwer,
Kein Weg, kein Steg war rings umher,
Dem Veilchen flimmert's vor dem Blick,
Es schwindelt, es kann nicht wieder zurück.
Da setzt es die letzte Kraft noch daran,
Zum Tode ermattet kommt's oben noch an.
Ach! da war der Boden von Stein,
Kann mit den Füßchen nicht hinein,
Der Wind, der bläst so hart,
Das Veilchen vor Frost erstarrt.
Es zappelt mit allen Würzlein,
Bedeckt sie mit dem grünen Schürzlein,
Friert sehr an Händen und Beinen,
Da fängt's bitterlich an zu weinen.
Die blauen Bäckchen werden weiß,
Die Tränen gefrieren darauf zu Eis.
"Ach, wär' ich geblieben im Thale dort!"
Das war Blau-Veilchens letztes Wort.
Drauf sank es um
Und blieb stumm.
"Hast du im Tal ein sich'res Haus,
Dann wolle nie zu hoch hinaus.
Friedrich Christoph Förster
Ein kleines Blau-Veilchen
Ein kleines Blau-Veilchen
Stand eben erst ein Weilchen
Unten im Tal am Bach.
Da dacht' es einmal nach
Und sprach:
"Dass ich hier unten blüh',
Lohnt sich kaum der Müh',
Muss mich überall bücken
Und drücken,
Bin so ins Nied're gestellt,
Sehe gar nichts von der Welt.
Drum wär' es ganz gescheit getan,
Ich stieg ein bißchen höher hinan." –
Und wie gesagt, so gethan,
Aus dem Wiesenland
Mit eig'ner Hand
Zieht es ein Beinchen nach dem andern
Und begibt sich auf's Wandern.
"Drüben der Hügel wär' mir schon recht;
Wenn ich den erreichen möcht',
Könnt' ich ein Stückchen weiter sehn;
Dahin will ich geh'n!"
Und so im behänden Lauf
Steigt das Veilchen den Hügel hinauf,
Pflanzt sich dort oben ein
Im schönsten Sonnenschein.
Kaum aber hat es hier einen Tag gestanden,
Meint es: "Von allen Landen
Sieht man hier oben kein großes Stück,
Man hat keinen freien Blick;
Aber auf jenem Berge dort,
Das wär' ein Ort,
Wo ich wohl möchte steh'n,
Um in die weite Welt zu seh'n!
Drum wär' es noch gescheiter getan,
Ich stieg ein bisschen höher hinan!"
Und wie gedacht, so getan.
Aus dem Hügel, wo es stand,
Zieht es mit eigner Hand
Ein Beinchen nach dem andern
Und begibt sich auf's Wandern.
Doch den Berg hinauf
Geht es nicht in so raschem Lauf,
Es muss sich verpusten, muss öfter ruh'n.
Endlich mit niedergetretenen Schuh'n
Auf beschwerlicher Bahn
Kommt's Veilchen oben an,
Pflanzt sich dort wieder ein
Im hellen Sonnenschein.
"Ei", spricht es, "hier ist's schön!
Aber alles kann man doch nicht seh'n,
So ein Berg
Ist doch nur ein Zwerg.
Auf der Alp da droben,
Das wär' eher zu loben,
Da möcht' ich wohl sein!
Da guckt' ich bis in den Himmel hinein,
Hörte die Engelein musizieren,
Säh' unsern Herrgott die Welt regieren!"
Und aus dem Berge, wo es stand,
Zieht es wieder mit eigner Hand
Ein Beinchen nach dem andern,
Begibt sich noch einmal auf's Wandern.
Die Reise macht diesmal viel Beschwer,
Kein Weg, kein Steg war rings umher,
Dem Veilchen flimmert's vor dem Blick,
Es schwindelt, es kann nicht wieder zurück.
Da setzt es die letzte Kraft noch daran,
Zum Tode ermattet kommt's oben noch an.
Ach! da war der Boden von Stein,
Kann mit den Füßchen nicht hinein,
Der Wind, der bläst so hart,
Das Veilchen vor Frost erstarrt.
Es zappelt mit allen Würzlein,
Bedeckt sie mit dem grünen Schürzlein,
Friert sehr an Händen und Beinen,
Da fängt's bitterlich an zu weinen.
Die blauen Bäckchen werden weiß,
Die Tränen gefrieren darauf zu Eis.
"Ach, wär' ich geblieben im Thale dort!"
Das war Blau-Veilchens letztes Wort.
Drauf sank es um
Und blieb stumm.
"Hast du im Tal ein sich'res Haus,
Dann wolle nie zu hoch hinaus.
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04 Aug 2026 16:37 #60358
von Kaninchen
Hinaus an den Strand will ich gehen
Hinaus an den Strand will ich gehen,
Wenn keiner wacht
Das wilde Meer zu sehen
Und die heilige Nacht.
Und wieder faßt mich das alte Weh –
Am Strand tanzt ein Boot.
Das lockt mich hinaus in die tosende See,
Fort, fort für immer von Haß und Not,
In die See, in die Nacht, in das Glück, in den Tod.
Ich löse das Tau
Und die Freiheit lacht
Hinter Nebel und Grau.
Und ich fahre jubelnd hinaus in die Nacht,
Das Elend fliehend zu Tod und Glück.
Einmal nur blick ich zurück.
Da winkt am Land
Eine Freundeshand –
Und wie ich das seh,
Da hab ich vergessen all Haß und Not.
Es faßt mich wieder das alte Weh.
Ich wende das Boot
Zurück zum Land
Und küsse die treue Freundeshand.
Joachim Ringelnatz
Hinaus an den Strand will ich gehen
Hinaus an den Strand will ich gehen,
Wenn keiner wacht
Das wilde Meer zu sehen
Und die heilige Nacht.
Und wieder faßt mich das alte Weh –
Am Strand tanzt ein Boot.
Das lockt mich hinaus in die tosende See,
Fort, fort für immer von Haß und Not,
In die See, in die Nacht, in das Glück, in den Tod.
Ich löse das Tau
Und die Freiheit lacht
Hinter Nebel und Grau.
Und ich fahre jubelnd hinaus in die Nacht,
Das Elend fliehend zu Tod und Glück.
Einmal nur blick ich zurück.
Da winkt am Land
Eine Freundeshand –
Und wie ich das seh,
Da hab ich vergessen all Haß und Not.
Es faßt mich wieder das alte Weh.
Ich wende das Boot
Zurück zum Land
Und küsse die treue Freundeshand.
Joachim Ringelnatz
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