Gedichte

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21 Mai 2020 08:29 - 21 Mai 2020 08:33 #28872 von Kaninchen
Vatertag
Letzte Änderung: 21 Mai 2020 08:33 von Kaninchen.

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22 Mai 2020 08:15 #28895 von Kaninchen


Fred Endrikat

Der Philosoph ohne Regenschirm

Es ist nicht alles schön auf dieser wunderschönen Welt,
Novemberstürme gibt es auch im Monat Mai.
Beschimpfe nicht den Regen, der auf Dich herniederfällt,
bedenk : Der meiste Regen fällt an Dir vorbei

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23 Mai 2020 07:48 - 23 Mai 2020 08:04 #28914 von Kaninchen
Der Frühling des Jahres,
Wie glänzt er im Mai;
Doch wenige Wochen,
So flog er vorbei.

Der Frühling der Jugend,
Wie blüht er so schön;
Doch wenige Jahre,
so muß er vergeh'n.

Der Frühling des Herzens,
Ein schönes Gemüth:
O lieblichste Blüthe,
Die nimmer verblüht.

Karl von Gerok

Letzte Änderung: 23 Mai 2020 08:04 von Kaninchen.

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24 Mai 2020 08:18 #28938 von Kaninchen
Was verkürzt mir die Zeit? – Tätigkeit!
Was macht sie unerträglich lang? – Müßiggang!
Was bringt in Schulden? – Harren und Dulden!
Was macht gewinnen? – Nicht lange besinnen!
Was bringt zu Ehren? – Sich wehren!

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25 Mai 2020 07:28 - 25 Mai 2020 07:29 #28952 von Kaninchen
Reiche Beschäftigung

Abends, wenn ich zur Ruhe geh',
Denk' ich an meine Grete,
Morgens, wenn ich früh aufsteh'
Mach' ich's, wie Abends späte.
Zwischendurch so am Vormittag,
Denk' ich, was sie wohl treiben mag.

Mittags- aber und Vesperzeit
Sind dem Gedanken an sie geweiht.
Sagt mir nun um des Himmels willen,
Wo bleibt mir Zeit, meine Akten zu füllen?
"Ei so setze die Nacht daran,
Nachts man trefflich schaffen kann."
Ja wie sollt' ich die Nacht versäumen?
Muß doch von meiner Grete träumen.

Ernst von Wildenbruch
1845 - 1909
deutscher vaterländischer Dramatiker
Letzte Änderung: 25 Mai 2020 07:29 von Kaninchen.

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26 Mai 2020 07:43 #28967 von Kaninchen


Der kranke Esel

Ein Esel lag darnieder
In einem Wald sehr krank.
Ein Wolf der stellt sich bieder,
Nahm für ihn seinen Gang,
Tät ihm schmeichelnd zusprechen:
„Leid ist mir dein Unfall.
Sag, wo ist dein Gebrechen?“
Begriff ihn überall.

Der Esel lag in Sorgen,
Forcht des Wolfes Hinterlist,
Sprach zum Wolf unverborgen:
„Wo du mich greifen bist,
Ist am größten mein Schmerzen.
Ich bitt dich, geh von mir,
So wird Ruh meinem Herzen;
Das fürchtet sich vor dir.“

Also wo los Gesellen
Voll allerlei Bosheit
Sich freundlich gen eim stellen,
Der vertrau nit zu weit!
Sorgfältig sei einzogen,
Fürcht seine böse Tück.
Kummt er ab unbetrogen,
So sag er von Glück.

Hans Sachs

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