Gedichte
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09 Mär 2021 07:19 - 09 Mär 2021 07:20 #34503
von Kaninchen
Nicht alle Frauen sind Engel
(Haben Männer doch auch ihre Mängel!);
Und solche Frauen durch Vernunft zu zwingen
Wird nicht dem Weisesten gelingen:
Sie lassen lieber schmeichelnd sich betören,
Als auf die Stimme der Vernunft zu hören.
Friedrich von Bodenstedt
Quelle: Bodenstedt, Die Lieder des Mirza Schaffy, 1851
(Haben Männer doch auch ihre Mängel!);
Und solche Frauen durch Vernunft zu zwingen
Wird nicht dem Weisesten gelingen:
Sie lassen lieber schmeichelnd sich betören,
Als auf die Stimme der Vernunft zu hören.
Friedrich von Bodenstedt
Quelle: Bodenstedt, Die Lieder des Mirza Schaffy, 1851
Letzte Änderung: 09 Mär 2021 07:20 von Kaninchen.
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10 Mär 2021 07:19 #34523
von Kaninchen
Siehst du das Kind dort auf der Wiese spielen ?
Es lächelt froh dem blauen Himmel zu;
Was Freud' ihm gibt, das scheint es nur zu fühlen,
Kein inn'rer Schmerz verkümmert seine Ruh.
Und Blumen pflückt's mit kindlichem Verlangen,
Nur wenn ein Dorn die zarte Hand gefangen,
Schleicht das Gefühl der Unlust in sein Herz;
Ein Veilchen winkt, sein Kummer ist vergangen.
Die Lust wohnt in uns, außer uns der Schmerz.
Ernst Schulze
(1789 - 1817)
deutscher Dichter der Romantik
Siehst du das Kind dort auf der Wiese spielen ?
Es lächelt froh dem blauen Himmel zu;
Was Freud' ihm gibt, das scheint es nur zu fühlen,
Kein inn'rer Schmerz verkümmert seine Ruh.
Und Blumen pflückt's mit kindlichem Verlangen,
Nur wenn ein Dorn die zarte Hand gefangen,
Schleicht das Gefühl der Unlust in sein Herz;
Ein Veilchen winkt, sein Kummer ist vergangen.
Die Lust wohnt in uns, außer uns der Schmerz.
Ernst Schulze
(1789 - 1817)
deutscher Dichter der Romantik
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11 Mär 2021 07:31 #34537
von Kaninchen
Eine Rose wollte ich pflücken,
Einsam aufgeblüht am Bach',
Dir das schöne Haar zu schmücken,
Als ihr Dorn mich blutig stach.
O, gliche dies Bild meinen Tagen !
Gern wollt' ich den blutigsten Stich
Der neidenden Dornen ertragen,
Sind nur alle Rosen für dich.
Ernst Schulze
1789 - 1817
deutscher Dichter der Romantik
Einsam aufgeblüht am Bach',
Dir das schöne Haar zu schmücken,
Als ihr Dorn mich blutig stach.
O, gliche dies Bild meinen Tagen !
Gern wollt' ich den blutigsten Stich
Der neidenden Dornen ertragen,
Sind nur alle Rosen für dich.
Ernst Schulze
1789 - 1817
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12 Mär 2021 07:19 #34565
von Kaninchen
Eine alte Weide trauert
Eine alte Weide trauert
dürr und fühllos in den Mai,
eine alte Hütte kauert
grau und einsam hart dabei.
War ein Nest einst in der Weide,
in der Hütt' ein Glück zuhaus,
Winter kam und Weh,
und beide blieben aus.
Rainer Maria Rilke
Eine alte Weide trauert
dürr und fühllos in den Mai,
eine alte Hütte kauert
grau und einsam hart dabei.
War ein Nest einst in der Weide,
in der Hütt' ein Glück zuhaus,
Winter kam und Weh,
und beide blieben aus.
Rainer Maria Rilke
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13 Mär 2021 07:53 #34578
von Kaninchen
Will er sauer, so will ich süß,
Will er Mehl, so will ich Grieß,
Schreit er Hu, so schrei ich Ha,
Ist er dort, so bin ich da,
Will er essen, so will ich fasten,
Will er gehn, so will ich rasten,
Will er recht, so will ich link,
Sagt er Spatz, so sag ich Fink,
Ißt er Suppen, so eß ich Brocken,
Will er Strümpf, so will ich Socken,
Sagt er ja, so sag ich nein,
Sauft er Bier, so trink ich Wein,
Will er dies, so will ich das,
Singt er den Alt, so sing ich den Baß,
Steht er auf, so sitz ich nieder,
Schlägt er mich, so kratz ich wieder,
Will er hü!, so will ich hott!
Das ist ein Leben, erbarm es Gott !
Abraham a Sancta Clara
(1644 - 1709), eigentlich Johann Ulrich Megerle, deutscher Augustiner-Barfüßer, hielt in Augsburg, Graz, Wien als Kaiserlicher Prediger volkstümliche, drastische, durch Witze und Wortspiele belebte Predigten, Schillers Vorlage zur Kapuzinerpredigt in »Wallensteins Lager«
Will er Mehl, so will ich Grieß,
Schreit er Hu, so schrei ich Ha,
Ist er dort, so bin ich da,
Will er essen, so will ich fasten,
Will er gehn, so will ich rasten,
Will er recht, so will ich link,
Sagt er Spatz, so sag ich Fink,
Ißt er Suppen, so eß ich Brocken,
Will er Strümpf, so will ich Socken,
Sagt er ja, so sag ich nein,
Sauft er Bier, so trink ich Wein,
Will er dies, so will ich das,
Singt er den Alt, so sing ich den Baß,
Steht er auf, so sitz ich nieder,
Schlägt er mich, so kratz ich wieder,
Will er hü!, so will ich hott!
Das ist ein Leben, erbarm es Gott !
Abraham a Sancta Clara
(1644 - 1709), eigentlich Johann Ulrich Megerle, deutscher Augustiner-Barfüßer, hielt in Augsburg, Graz, Wien als Kaiserlicher Prediger volkstümliche, drastische, durch Witze und Wortspiele belebte Predigten, Schillers Vorlage zur Kapuzinerpredigt in »Wallensteins Lager«
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14 Mär 2021 07:41 - 14 Mär 2021 07:48 #34601
von Kaninchen
Duldsam
Des morgens früh, sobald ich mir
Mein Pfeifchen angezündet,
Geh ich hinaus zur Hintertür,
Die in den Garten mündet.
Besonders gern betracht ich dann
Die Rosen, die so niedlich;
Die Blattlaus sitzt und saugt daran
So grün, so still, so friedlich.
Und doch wird sie, so still sie ist,
Der Grausamkeit zur Beute;
Der Schwebefliegen Larve frißt
Sie auf bis auf die Häute.
Schluppwespchen flink und klimperklein,
So sehr die Laus sich sträube,
Sie legen doch ihr Ei hinein
Noch bei lebend'gem Leibe.
Sie aber sorgt nicht nur mit Fleiß
Durch Eier für Vermehrung;
Sie kriegt auch Junge hundertweis
Als weitere Bescherung.
Sie nährt sich an dem jungen Schaft
Der Rosen, eh sie welken;
Ameisen kommen, ihr den Saft
Sanft streichelnd abzumelken.
So seh ich in Betriebsamkeit
Das hübsche Ungeziefer
Und rauche während dieser Zeit
Mein Pfeifchen tief und tiefer.
Daß keine Rose ohne Dorn,
Bringt mich nicht aus dem Häuschen.
Auch sag ich ohne jeden Zorn:
Kein Röslein ohne Läuschen !
Wilhelm Busch
Des morgens früh, sobald ich mir
Mein Pfeifchen angezündet,
Geh ich hinaus zur Hintertür,
Die in den Garten mündet.
Besonders gern betracht ich dann
Die Rosen, die so niedlich;
Die Blattlaus sitzt und saugt daran
So grün, so still, so friedlich.
Und doch wird sie, so still sie ist,
Der Grausamkeit zur Beute;
Der Schwebefliegen Larve frißt
Sie auf bis auf die Häute.
Schluppwespchen flink und klimperklein,
So sehr die Laus sich sträube,
Sie legen doch ihr Ei hinein
Noch bei lebend'gem Leibe.
Sie aber sorgt nicht nur mit Fleiß
Durch Eier für Vermehrung;
Sie kriegt auch Junge hundertweis
Als weitere Bescherung.
Sie nährt sich an dem jungen Schaft
Der Rosen, eh sie welken;
Ameisen kommen, ihr den Saft
Sanft streichelnd abzumelken.
So seh ich in Betriebsamkeit
Das hübsche Ungeziefer
Und rauche während dieser Zeit
Mein Pfeifchen tief und tiefer.
Daß keine Rose ohne Dorn,
Bringt mich nicht aus dem Häuschen.
Auch sag ich ohne jeden Zorn:
Kein Röslein ohne Läuschen !
Wilhelm Busch
Letzte Änderung: 14 Mär 2021 07:48 von Kaninchen.
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