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13 Jun 2022 08:09 #41047
von Kaninchen
Wenn Du nur glauben wollt´st,
wie ich so lieb Dich hab´,
und auch erfassen könnt´st
daß ich mein Herz Dir gab !
Doch nein, erst gab ich´s nicht,
Du nahmst es mir -
im Sturm, dann ward es Dein,
nun lebt´s in Dir.
Du hast nun zwei beinand,
und ich hab keins -
laß mich nicht länger so
und schenk mir Deins.
Luise Baer
deutsche Schriftstellerin
Quelle Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921
Wenn Du nur glauben wollt´st,
wie ich so lieb Dich hab´,
und auch erfassen könnt´st
daß ich mein Herz Dir gab !
Doch nein, erst gab ich´s nicht,
Du nahmst es mir -
im Sturm, dann ward es Dein,
nun lebt´s in Dir.
Du hast nun zwei beinand,
und ich hab keins -
laß mich nicht länger so
und schenk mir Deins.
Luise Baer
deutsche Schriftstellerin
Quelle Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921
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15 Jun 2022 08:01 #41065
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16 Jun 2022 07:46 #41075
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17 Jun 2022 08:07 #41085
von Kaninchen
Das Ja-Wort
Der Gründer, wißt ihr, strotzt von Geld,
Nun hört, ich thu Euch kund :
Der größte Gründer von der Welt
Das ist des Mädchens Mund.
Des Mädchens Mund ist fein und klein;
Doch ob ihr´s glauben wollt,
Ein Wörtchen soll darinnen sein,
Das wiegt ´nen Centner Gold.
Ein wenig thut sich auf der Mund -
Wupp ist das Wörtchen da,
Und wer es fängt, der thut ´nen Fund,
Das Wörtchen, das heißt "ja"
Ernst von Wildenbruch
deutscher vaterländischer Dramatiker,
Erzähler und Novellist
Enkel Louis Ferdinands von Preußen
Der Gründer, wißt ihr, strotzt von Geld,
Nun hört, ich thu Euch kund :
Der größte Gründer von der Welt
Das ist des Mädchens Mund.
Des Mädchens Mund ist fein und klein;
Doch ob ihr´s glauben wollt,
Ein Wörtchen soll darinnen sein,
Das wiegt ´nen Centner Gold.
Ein wenig thut sich auf der Mund -
Wupp ist das Wörtchen da,
Und wer es fängt, der thut ´nen Fund,
Das Wörtchen, das heißt "ja"
Ernst von Wildenbruch
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18 Jun 2022 07:49 #41095
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19 Jun 2022 09:49 #41105
von Kaninchen
Theodor Fontane
An einem Sommermorgen
Da nimm den Wanderstab,
Es fallen Deine Sorgen
Wie Nebel von Dir ab.
Des Himmels heitre Bläue
Lacht Dir ins Herz hinein,
Und schließt, wie Gottes Treue,
Mit seinem Dach Dich ei.
Rings Blüten nur und Triebe
Und Halme, von Segen schwer,
Dir ist, als zöge die Liebe
des Weges nebenher.
So heimisch alles klinget
So wie im Vaterhaus,
Und über die Lerchen schwinget
die Seele sich hinaus.
Theodor Fontane
An einem Sommermorgen
Da nimm den Wanderstab,
Es fallen Deine Sorgen
Wie Nebel von Dir ab.
Des Himmels heitre Bläue
Lacht Dir ins Herz hinein,
Und schließt, wie Gottes Treue,
Mit seinem Dach Dich ei.
Rings Blüten nur und Triebe
Und Halme, von Segen schwer,
Dir ist, als zöge die Liebe
des Weges nebenher.
So heimisch alles klinget
So wie im Vaterhaus,
Und über die Lerchen schwinget
die Seele sich hinaus.
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