Gedichte

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11 Dez 2024 13:29 #50651 von Kaninchen
 

Der Bratapfel

Kinder, kommt und ratet,
Was im Ofen bratet!
Hört, wie’s knallt und zischt!
Bald wird er aufgetischt,
Der Zipfel, der Zapfel,
Der Kipfel, der Kapfel,
Der gelbrote Apfel.

Kinder, lauft schneller;
Holt einen Teller,
Holt eine Gabel!
Sperrt auf den Schnabel
Für den Zipfel, den Zapfel,
Den Kipfel, den Kapfel,
Den goldbraunen Apfel.

Sie pusten und prusten,
Sie gucken und schlucken,
Sie schnalzen und schmecken
Sie lecken und schlecken
Den Zipfel, den Zapfel,
Den Kipfel, den Kapfel,
Den knusprigen Apfel.

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12 Dez 2024 15:34 #50667 von Kaninchen
 

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14 Dez 2024 13:36 #50694 von Kaninchen
 

Die Rose im Schnee

Liebliches Weihnachtsgeläute
Klingt, wo ich gehe und steh',
Heimlich erblühete heute
Uns eine Rose im Schnee.

Sehet, die Sonne, die Sterne
Neigen sich her aus der Höh',
Wollten so gerne, so gerne
Schauen die Rose im Schnee.

Engelein steigen hernieder,
Fröhlicher singend als je,
Und ihre jubelnden Lieder
Grüßen die Rose im Schnee.

Und in den Dörfern, den Städten
Allen, soweit ich auch seh',
Knieen die Menschen und beten
Still vor der Rose im Schnee.

Siehe, ich kniee daneben,
Schauernd in Wonne und Weh;
Schmücke, o schmücke mein Leben,
Duftige Rose im Schnee.

Ernst Heinrich Fischer

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15 Dez 2024 11:21 - 15 Dez 2024 11:22 #50710 von Kaninchen
 

Irrflug eines Weihnachtsengels

Ein Weihnachtsengel flog und flog
und als er um die Ecke bog,
da war die Welt schon frühlingshaft
und die Natur im frischem Saft.
Der Mensch trug Frühlingstrachten,
und fern war schon Weihnachten.
Der Engel hatte sich geirrt
und war durchs Frühlingsland geschwirrt.

Verwundert flog er übers Land,
wo er nicht einen Christbaum fand.
Nicht zugefroren war der See,
das Land war grün, es lag kein Schnee.
In weihnachtlicher Garnitur
flog weiter er, denn er war stur
und hätte nie in seinem Leben
den Irrflug einfach aufgegeben.
Er staunte laut: “Wo ich nur bin?
Wo ist denn nur das Christkind hin?”

Bald flog der Engel ohne Pause,
er wollt’ ins Weihnachtsland, nach Hause.
Doch weil der Engel lässig war,
geriet er schließlich in Gefahr.
Er schaute nicht nach links und rechts,
flog in den Schnabel eines Spechts.
Er knallte gegen eine Eule,
mit einem Schlag, wie mit der Keule.
Das half jedoch, dass er erwachte
und dass vom Traum erlöst er lachte.
Vorbei war nun sein schräger Traum:
Er hing als Schmuck am Weihnachtsbaum.

von Alfons Pillach
Letzte Änderung: 15 Dez 2024 11:22 von Kaninchen.

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17 Dez 2024 16:36 #50732 von Kaninchen
 

Närrische Träume

Das Gedicht „Närrische Träume“ stammt aus der Feder von Gustav Falke.

Heute Nacht träumte mir, ich hielt
den Mond in der Hand,
wie eine große, gelbe Kegelkugel,
und schob ihn ins Land,
als gält' es alle Neune.
Er warf einen Wald um, eine alte Scheune,
zwei Kirchen mitsamt den Küstern, o weh,
und rollte in die See.

Heute Nacht träumte mir, ich warf
den Mond ins Meer.
Die Fische all erschraken, und die Wellen
spritzten umher
und löschten alle Sterne.
Und eine Stimme, ganz aus der Feme,
schalt: "Wer pustet mir mein Licht aus?
Jetzt ist's dunkel im Haus!"

Heute Nacht träumte mir, es war
rabenfinster rings.
Da kam was leise auf mich zugegangen,
wie auf Zehen ging's.
Da wollt' ich mich verstecken,
stolperte über den Wald, über die Scheune vor Schrecken,
über die Kirchen mitsamt den Küstern, o weh,
und fiel in den See.

Heute Nacht träumte mir, ich sei
der Mond im Meer.
Die Fische alle glotzten und standen
im Kreis umher.
So lag ich seit Jahren,
sah über mir hoch die Schiffe fahren
und dacht', wenn jetzt wer über Bord sich biegt
und sieht, wer hier liegt,
zwischen Schollen und Flundern,
wie wird der sich wundem!

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18 Dez 2024 16:33 #50750 von Kaninchen
 

Eine Schlittenfahrt im Winter

Wir fahren im Schlitten durch den Winterwald
mit laut tönendem Peitschenknall
und mit lustigem Glockengebimmel,
der Schlitten gezogen von zwei Schimmeln.

Der Schnee knirscht unter den Kufen
und unter den trappelnden Hufen.
Wir sind warm eingepackt unter Decken,
die eisige Kälte kann uns nicht erschrecken.

Es ist wie ein Gleiten und Schweben,
schön, so etwas herrliches zu erleben.
Die kahlen Laubbäume sehen wie verzuckert aus,
kleine Tannen haben eine Schneekappe auf.

Schließlich kommt sogar die Sonne raus,
der Winterwald sieht wie verzaubert aus.
Die Schneekristalle funkeln und glitzern,
so wie wertvolle Diamanten blitzen.

Wir fahren neben einem Bach vorbei,
ein Eisvogel sucht nach Fisch, stürzt sich hinein.
Am Ufer wachsen Büsche mit trockenen Beeren,
hungrige Singvögel sich davon ernähren.

Der Wald zeigt uns eine herrliche Winterwelt,
wenn dann noch leise Schnee vom Himmel fällt.
Die Schlittenfahrt war wie ein Traum,
es gab viel zu staunen und zu schau’n.

Das war das allerschönste Weihnachtsgeschenk,
wir werden noch lange daran zurückdenken.

Hannelore Knödler-Stojanovic, Ludwigsburg

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