Gedichte
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11 Feb 2025 10:42 - 11 Feb 2025 13:19 #51459
von Kaninchen
Der Panther
Im Jardin des Plantes, Paris
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.
Der Panther
Im Jardin des Plantes, Paris
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.
Letzte Änderung: 11 Feb 2025 13:19 von Feschtbrueder. Grund: Leerzeilen gelöscht
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12 Feb 2025 11:29 #51476
von Kaninchen
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13 Feb 2025 11:22 #51483
von Kaninchen
Wer Schmetterlinge lachen hört
Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß wie Wolken schmecken.
Der wird im Mondschein, ungestört von Furcht,
die Nacht entdecken.
Der wird zur Pflanze, wenn er will,
zum Stier, zum Narr, zum Weisen.
Und kann in einer Stunde
durchs ganze Weltall reisen.
Der weiß, dass er nichts weiß,
wie alle anderen auch nichts wissen.
Nur weiß er, was die anderen
und er noch lernen müssen.
Wer in sich fremde Ufer spürt
und den Mut hat, sich zu recken,
der wird allmählich, ungestört vor Furcht,
sich selber ganz entdecken.
Abwärts zu den Gipfeln
seiner selbst bricht er hinauf,
den Kampf mit seiner Unterwelt
nimmt er gelassen auf.
Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß wie Wolken schmecken.
Der wird im Mondschein, ungestört von Furcht,
die Nacht entdecken.
Wer mit sich selbst in Frieden lebt,
der wird genauso sterben
und ist selbst dann lebendiger
als alle seine Erben.
Carlo Karges, Novalis
Wer Schmetterlinge lachen hört
Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß wie Wolken schmecken.
Der wird im Mondschein, ungestört von Furcht,
die Nacht entdecken.
Der wird zur Pflanze, wenn er will,
zum Stier, zum Narr, zum Weisen.
Und kann in einer Stunde
durchs ganze Weltall reisen.
Der weiß, dass er nichts weiß,
wie alle anderen auch nichts wissen.
Nur weiß er, was die anderen
und er noch lernen müssen.
Wer in sich fremde Ufer spürt
und den Mut hat, sich zu recken,
der wird allmählich, ungestört vor Furcht,
sich selber ganz entdecken.
Abwärts zu den Gipfeln
seiner selbst bricht er hinauf,
den Kampf mit seiner Unterwelt
nimmt er gelassen auf.
Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß wie Wolken schmecken.
Der wird im Mondschein, ungestört von Furcht,
die Nacht entdecken.
Wer mit sich selbst in Frieden lebt,
der wird genauso sterben
und ist selbst dann lebendiger
als alle seine Erben.
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14 Feb 2025 10:52 #51496
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15 Feb 2025 13:40 #51510
von Kaninchen
Faschingsfreuden
Ein Mitmensch reist zum ersten Mal
nach Düsseldorf zum Karneval,
blieb brav am Straßenrand dort steh’n,
wollt‘ Umzug und die Jecken seh’n.
Er kam hier her zum Amüsieren,
musst‘ in der Fremd‘ sich nicht genieren,
glaubt, Frauen wär’n hier ohn‘ Moral
und was man mache, sei egal.
Und schon umfasste er ein Weib
und meint, sie sei zum Kuss bereit.
Doch sie – verkleidet – war ein Mann,
was unser Narr zu spür’n bekam.
Er ließ mit ein paar blauen Flecken
rasch fliehend hinter sich die Jecken
und hat vom Karneval genug,
war überzeugt, hier herrscht Betrug.
Hans Harress
Faschingsfreuden
Ein Mitmensch reist zum ersten Mal
nach Düsseldorf zum Karneval,
blieb brav am Straßenrand dort steh’n,
wollt‘ Umzug und die Jecken seh’n.
Er kam hier her zum Amüsieren,
musst‘ in der Fremd‘ sich nicht genieren,
glaubt, Frauen wär’n hier ohn‘ Moral
und was man mache, sei egal.
Und schon umfasste er ein Weib
und meint, sie sei zum Kuss bereit.
Doch sie – verkleidet – war ein Mann,
was unser Narr zu spür’n bekam.
Er ließ mit ein paar blauen Flecken
rasch fliehend hinter sich die Jecken
und hat vom Karneval genug,
war überzeugt, hier herrscht Betrug.
Hans Harress
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16 Feb 2025 11:12 #51520
von Kaninchen
Der Igel trifft den Maulwurf
Der Igel fragt den Maulwurf:
"Was machst du unter Tage?"
"Ich grabe mich durchs Erdreich.
Was für eine Frage...
Ich liebe die feuchte Erde
und baue darin Gänge.
Mein Freund, ich kann dir sagen,
davon gibt `s jede Menge.
Ab und zu komme ich hoch,
meist nachts, um zu verschnaufen.
Schau dich nur im Garten um,
überall siehst du meine Haufen."
"Du ruinierst mit deinen Hügeln,
die grünen Rasenflächen.
Das gefällt den Menschen nicht,
sie werden sich an dir rächen.
Du solltest dich zurückziehen,
damit sie dich nicht finden."
"Da gebe ich dir recht, mein Freund,
ich werde schnell verschwinden."
Der Igel trifft den Maulwurf
Der Igel fragt den Maulwurf:
"Was machst du unter Tage?"
"Ich grabe mich durchs Erdreich.
Was für eine Frage...
Ich liebe die feuchte Erde
und baue darin Gänge.
Mein Freund, ich kann dir sagen,
davon gibt `s jede Menge.
Ab und zu komme ich hoch,
meist nachts, um zu verschnaufen.
Schau dich nur im Garten um,
überall siehst du meine Haufen."
"Du ruinierst mit deinen Hügeln,
die grünen Rasenflächen.
Das gefällt den Menschen nicht,
sie werden sich an dir rächen.
Du solltest dich zurückziehen,
damit sie dich nicht finden."
"Da gebe ich dir recht, mein Freund,
ich werde schnell verschwinden."
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