Gedichte
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12 Mai 2018 07:43 - 12 Mai 2018 07:44 #17559
von Kaninchen
Letzte Änderung: 12 Mai 2018 07:44 von Kaninchen.
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13 Mai 2018 07:56 #17572
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14 Mai 2018 07:33 #17583
von Kaninchen
Herr und Herrin
Ein Mann:Da du so schön bist, darf ich dich beschwören,
errege nicht mein leicht erregtes Blut.
Da du so schön bist, kann ich dir nicht wehren,
daß deine Hand zu sehr in meiner ruht.
Da du so schön bist, muß ich dich begehren,
denn alle Schönheit ist mir freies Gut.
Da du so schön bist, will ich dich zerstören,
damit es nicht ein Andrer tut...
Das Weib:Da du so stark bist, darfst du mich begehren,
doch meine Schönheit bleibt mein freies Gut.
Da du so stark bist, kannst du mich zerstören,
wenn dir die Tat nicht selbst zu wehe tut.
Da du so stark bist, mußt du mir beschwören,
daß du beschützen wirst mein schutzlos Blut.
Da du so stark bist, will ich dir nicht wehren,
daß deine Hand in meiner ruht...
Richard Dehmel
1863-1920
Richard Fedor Leopold Dehmel war ein deutscher Dichter und Schriftsteller.
Ein Mann:Da du so schön bist, darf ich dich beschwören,
errege nicht mein leicht erregtes Blut.
Da du so schön bist, kann ich dir nicht wehren,
daß deine Hand zu sehr in meiner ruht.
Da du so schön bist, muß ich dich begehren,
denn alle Schönheit ist mir freies Gut.
Da du so schön bist, will ich dich zerstören,
damit es nicht ein Andrer tut...
Das Weib:Da du so stark bist, darfst du mich begehren,
doch meine Schönheit bleibt mein freies Gut.
Da du so stark bist, kannst du mich zerstören,
wenn dir die Tat nicht selbst zu wehe tut.
Da du so stark bist, mußt du mir beschwören,
daß du beschützen wirst mein schutzlos Blut.
Da du so stark bist, will ich dir nicht wehren,
daß deine Hand in meiner ruht...
Richard Dehmel
1863-1920
Richard Fedor Leopold Dehmel war ein deutscher Dichter und Schriftsteller.
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15 Mai 2018 07:27 #17597
von Kaninchen
Nach einem alten Liede
Gedicht von Christoph August Tiedge
Dichter
1752-1841
O, möchte mein Liebchen ein Rosenstock sein!
Dann nähm' ich von draußen den Liebling herein,
Und stellt' ihn vors Fenster, im Frühlingsweh'n,
Da könnt' ich ihn immer und immerdar seh'n.
Da sollt' ihn erquicken die herrliche Luft,
Und mich sollt' entzücken sein lieblicher Duft.
Ich küßte den Duft mir, bei heimlichem Schein
Des Mondes, ins innerste Leben hinein.
Ich wollte wohl morgens und abends ihn schau'n,
Ihn sanft mit der Kühle des Quelles betau'n:
Dann flüsterten rosige Lippen mir zu:
»Ich bin ja dein Liebchen; mein Liebchen bist du.«
Und nahten die lüsternen Bienelein sich:
Dann spräch' ich: – »Mein Liebchen trägt Honig für mich;
Zieht weiter, ihr Bienlein, zum blühenden Hain,
Und laßt mir mein Liebchen das meinige sein!«
Es kämen auch freundliche Lüftchen daher,
Und neckten und scherzten und buhlten umher.
Die sprächen wohl huldige Wörtchen mir zu:
»Wir lieben, was hold ist; wir lieben, wie du.«
Es flatterte dann aus dem holden Gebüsch
Ein purpurnes Blättchen, so duftig und frisch,
Mir leis' auf die Wange; da wurzelt' es ein,
Da blüht' es wohl schöner, als draußen im Hain.
Und riefe die Mutter: »O, Töchterchen mein!
Dir glüht ja die Wange, wie Morgenrotschein!«
Dann spräch' ich: »Das haben die Rosen gethan;
Die Rosen am Fenster dort hauchten mich an.«
Gedicht von Christoph August Tiedge
Dichter
1752-1841
O, möchte mein Liebchen ein Rosenstock sein!
Dann nähm' ich von draußen den Liebling herein,
Und stellt' ihn vors Fenster, im Frühlingsweh'n,
Da könnt' ich ihn immer und immerdar seh'n.
Da sollt' ihn erquicken die herrliche Luft,
Und mich sollt' entzücken sein lieblicher Duft.
Ich küßte den Duft mir, bei heimlichem Schein
Des Mondes, ins innerste Leben hinein.
Ich wollte wohl morgens und abends ihn schau'n,
Ihn sanft mit der Kühle des Quelles betau'n:
Dann flüsterten rosige Lippen mir zu:
»Ich bin ja dein Liebchen; mein Liebchen bist du.«
Und nahten die lüsternen Bienelein sich:
Dann spräch' ich: – »Mein Liebchen trägt Honig für mich;
Zieht weiter, ihr Bienlein, zum blühenden Hain,
Und laßt mir mein Liebchen das meinige sein!«
Es kämen auch freundliche Lüftchen daher,
Und neckten und scherzten und buhlten umher.
Die sprächen wohl huldige Wörtchen mir zu:
»Wir lieben, was hold ist; wir lieben, wie du.«
Es flatterte dann aus dem holden Gebüsch
Ein purpurnes Blättchen, so duftig und frisch,
Mir leis' auf die Wange; da wurzelt' es ein,
Da blüht' es wohl schöner, als draußen im Hain.
Und riefe die Mutter: »O, Töchterchen mein!
Dir glüht ja die Wange, wie Morgenrotschein!«
Dann spräch' ich: »Das haben die Rosen gethan;
Die Rosen am Fenster dort hauchten mich an.«
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16 Mai 2018 07:24 #17612
von Kaninchen
Wandspruch für Krakeeler
Hast du was zu sagen, sag es nie verdrießlich.
Unbeherrschtsein ist ein Selbsterziehungsfehler.
Außerdem und überdies und end- und schließlich:
Wirklich feine Menschen sind niemals Krakeeler.
Laute Worte wirken wahrlich nur höchst selten.
Wer sich gehen läßt, der macht sich lächerlich.
Geht der Hut dir hoch bei deinen Angestellten:
Bleibe vornehm, wenn's auch schwer fällt. Fasse dich.
Brauchst du Raum und Luft für deine Zorngefühle,
und du möchtest brüllen, daß es schaurig gellt:
Schau, der Mensch hat so viel andere Ventile,
und dein edler Mund ist doch kein Rieselfeld.
Wer sich selbst bezwingt, wird andere bezwingen.
Der Krakeeler ist nur schlapp und widerlich.
Merke dir das eine stets vor allen Dingen:
Bleibe vornehm. Mach es niemals so wie ich.
Fred Endrikat
"Der fröhliche Diogenes"
Hast du was zu sagen, sag es nie verdrießlich.
Unbeherrschtsein ist ein Selbsterziehungsfehler.
Außerdem und überdies und end- und schließlich:
Wirklich feine Menschen sind niemals Krakeeler.
Laute Worte wirken wahrlich nur höchst selten.
Wer sich gehen läßt, der macht sich lächerlich.
Geht der Hut dir hoch bei deinen Angestellten:
Bleibe vornehm, wenn's auch schwer fällt. Fasse dich.
Brauchst du Raum und Luft für deine Zorngefühle,
und du möchtest brüllen, daß es schaurig gellt:
Schau, der Mensch hat so viel andere Ventile,
und dein edler Mund ist doch kein Rieselfeld.
Wer sich selbst bezwingt, wird andere bezwingen.
Der Krakeeler ist nur schlapp und widerlich.
Merke dir das eine stets vor allen Dingen:
Bleibe vornehm. Mach es niemals so wie ich.
Fred Endrikat
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17 Mai 2018 07:58 #17624
von Kaninchen
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