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06 Nov 2017 08:15 #14692
von Kaninchen
Heinrich Heine
(1797-1856)
Der Herbstwind rüttelt die Bäume,
Die Nacht ist feucht und kalt;
Gehüllt im grauen Mantel,
Reite ich einsam im Wald.
wie ich reite, so reiten
Mir die Gedanken voraus;
Sie tragen mich leicht und luftig
Nach meiner Liebsten Haus.
Die Hunde bellen, die Diener
Erscheinen mit Kerzengeflirr;
Die Wendeltreppe stürm ich
Hinauf mit Sporengeklirr.
Im leuchtenden Teppichgemache,
Da ist es so duftig und warm,
Da harret meiner die Holde
Ich fliege in ihren Arm.
Es säuselt der Wind in den Blättern,
Es spricht der Eichenbaum:
Was willst du, törichter Reiter,
Mit deinem törichten Traum?
Heinrich Heine
(1797-1856)
Der Herbstwind rüttelt die Bäume,
Die Nacht ist feucht und kalt;
Gehüllt im grauen Mantel,
Reite ich einsam im Wald.
wie ich reite, so reiten
Mir die Gedanken voraus;
Sie tragen mich leicht und luftig
Nach meiner Liebsten Haus.
Die Hunde bellen, die Diener
Erscheinen mit Kerzengeflirr;
Die Wendeltreppe stürm ich
Hinauf mit Sporengeklirr.
Im leuchtenden Teppichgemache,
Da ist es so duftig und warm,
Da harret meiner die Holde
Ich fliege in ihren Arm.
Es säuselt der Wind in den Blättern,
Es spricht der Eichenbaum:
Was willst du, törichter Reiter,
Mit deinem törichten Traum?
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07 Nov 2017 07:00 #14706
von Kaninchen
Der Stern
So unermesslich ist die Ferne,
Aus der dies Sternbild aufgetaucht,
Dass, um den Erdball zu erreichen,
Sein Licht Jahrtausende gebraucht.
Vielleicht ist es seitdem erloschen
In jenem weiten Himmelsblau,
Wiewohl ich heut erst seine Strahlen
Auf unsrer Erde klar erschau'.
Denn langsam durch des Himmels Räume
Schickt uns das Sternbild her sein Licht:
Es war, als wir es nicht erblickten,
Nun wir es sehen, ist es nicht!
So auch, wenn unser Glück erstorben
Im Dunkel der Vergangenheit,
Dringt noch das Licht der todten Liebe
Durch alle Weiten, alle Zeit.
Mihail Eminescu
1850-1889
rumänischer Dichter)
So unermesslich ist die Ferne,
Aus der dies Sternbild aufgetaucht,
Dass, um den Erdball zu erreichen,
Sein Licht Jahrtausende gebraucht.
Vielleicht ist es seitdem erloschen
In jenem weiten Himmelsblau,
Wiewohl ich heut erst seine Strahlen
Auf unsrer Erde klar erschau'.
Denn langsam durch des Himmels Räume
Schickt uns das Sternbild her sein Licht:
Es war, als wir es nicht erblickten,
Nun wir es sehen, ist es nicht!
So auch, wenn unser Glück erstorben
Im Dunkel der Vergangenheit,
Dringt noch das Licht der todten Liebe
Durch alle Weiten, alle Zeit.
Mihail Eminescu
1850-1889
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08 Nov 2017 09:43 - 08 Nov 2017 09:47 #14723
von Kaninchen
Nur wer die Sehnsucht kennt,
Weiß was ich leide!
Allein und abgetrennt
Von aller Freude,
Seh' ich ans Firmament
Nach jener Seite.
Ach! Der mich liebt und kennt,
Ist in der Weite.
Es schwindelt mir, es brennt
Mein Eingeweide
Nur wer die Sehnsucht kennt,
Weiß, was ich leide!
Johann Wolfgang von Goete
(1749 - 1832)
Postkarte nach einem Gemälde von Georg Oswald May, 1779
Weiß was ich leide!
Allein und abgetrennt
Von aller Freude,
Seh' ich ans Firmament
Nach jener Seite.
Ach! Der mich liebt und kennt,
Ist in der Weite.
Es schwindelt mir, es brennt
Mein Eingeweide
Nur wer die Sehnsucht kennt,
Weiß, was ich leide!
Johann Wolfgang von Goete
(1749 - 1832)
Postkarte nach einem Gemälde von Georg Oswald May, 1779
Letzte Änderung: 08 Nov 2017 09:47 von Kaninchen.
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08 Nov 2017 22:23 #14724
von Güegi
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09 Nov 2017 11:38 - 09 Nov 2017 11:41 #14737
von Kaninchen
Glückspilz
Geboren ward er ohne Wehen
Bei Leuten, die mit Geld versehen.
Er schwänzt die Schule, lernt nicht viel,
Hat Glück bei Weibern und im Spiel,
Nimmt eine Frau sich, eine schöne,
Erzeugt mit ihr zwei kluge Söhne,
Hat Appetit, kriegt einen Bauch,
Und einen Orden kriegt er auch,
Und stirbt, nachdem er aufgespeichert
Ein paar Milliönchen, hochbetagt;
Obgleich ein jeder weiß und sagt:
Er war mit Dummerjahn geräuchert!
Wilhelm Busch
(1832 - 1908),
deutscher Zeichner, Maler und Schriftsteller
Geboren ward er ohne Wehen
Bei Leuten, die mit Geld versehen.
Er schwänzt die Schule, lernt nicht viel,
Hat Glück bei Weibern und im Spiel,
Nimmt eine Frau sich, eine schöne,
Erzeugt mit ihr zwei kluge Söhne,
Hat Appetit, kriegt einen Bauch,
Und einen Orden kriegt er auch,
Und stirbt, nachdem er aufgespeichert
Ein paar Milliönchen, hochbetagt;
Obgleich ein jeder weiß und sagt:
Er war mit Dummerjahn geräuchert!
Wilhelm Busch
(1832 - 1908),
deutscher Zeichner, Maler und Schriftsteller
Letzte Änderung: 09 Nov 2017 11:41 von Kaninchen.
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10 Nov 2017 07:11 - 10 Nov 2017 07:13 #14746
von Kaninchen
Ägyptisches Totengebet
Gewähre,
daß ich ein- und ausgehe in meinem Garten,
daß ich mich kühle in seinem Schatten,
daß ich Wasser trinke aus meinem Teich jeden Tag,
daß ich lustwandle am Ufer meines Teiches ohne Unterlaß,
daß meine Seele sich niederlasse auf den Bäumen,
die ich gepflanzt habe,
daß ich mich erquicke unter meinen Sykomoren.
Gewähre,
daß ich ein- und ausgehe in meinem Garten,
daß ich mich kühle in seinem Schatten,
daß ich Wasser trinke aus meinem Teich jeden Tag,
daß ich lustwandle am Ufer meines Teiches ohne Unterlaß,
daß meine Seele sich niederlasse auf den Bäumen,
die ich gepflanzt habe,
daß ich mich erquicke unter meinen Sykomoren.
Letzte Änderung: 10 Nov 2017 07:13 von Kaninchen.
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