Gedichte
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06 Dez 2019 13:19 #25879
von Kaninchen
Sankt Nikolaus
Es fürchten die Kinder Sankt Nikolaus
Und seine Rutenhiebe,
Doch teilt er die süßen Gaben aus,
Verwandelt sich Schrecken in Liebe.
Sankt Nikolaus ist des Lebens Bild
Mit seinen Schicksalsstreichen,
Mit seinen Gaben, süß und mild,
Und den Tagen, den freudenreichen.
Friedrich Pesendorfer
(1867 - 1935)
österreichischer Theologe,
Sankt Nikolaus
Es fürchten die Kinder Sankt Nikolaus
Und seine Rutenhiebe,
Doch teilt er die süßen Gaben aus,
Verwandelt sich Schrecken in Liebe.
Sankt Nikolaus ist des Lebens Bild
Mit seinen Schicksalsstreichen,
Mit seinen Gaben, süß und mild,
Und den Tagen, den freudenreichen.
Friedrich Pesendorfer
(1867 - 1935)
österreichischer Theologe,
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07 Dez 2019 05:59 #25880
von Feschtbrueder
Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!
Ich höre es immer wieder gern.
Im Schwarzwald stoht es Hüsli
Im Schwarzwald stoht es Hüsli,
im Schwarzwald stönd viel Bäum.
Uff aimol lytet s' Gleggli,
dr Santiglaus chunnt heim.
Er chunnt vo villne Chinder,
er chunnt vo mängem Huus.
Sie Sagg isch läär vom schängge,
und Öpfeli sy druus.
Im Tannewald isch's finschter,
im Tannewald het's Schnee.
Am Himmel lüchte d'Stärnli,
s'isch Wiehnachtszyt Juhee!
Im Schwarzwald stoht es Hüsli,
im Schwarzwald stönd viel Bäum.
Uff aimol lytet s' Gleggli,
dr Santiglaus chunnt heim.
Er chunnt vo villne Chinder,
er chunnt vo mängem Huus.
Sie Sagg isch läär vom schängge,
und Öpfeli sy druus.
Im Tannewald isch's finschter,
im Tannewald het's Schnee.
Am Himmel lüchte d'Stärnli,
s'isch Wiehnachtszyt Juhee!
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07 Dez 2019 08:00 #25892
von Kaninchen
Kinderglaube
Christian Morgenstern
Heut ritt ich im Traum
auf schneeweißem Pferde
ohne Zügel und Zaum
rings um die Erde.
Und wo ein Dach,
war ein Treiben
hinter den Scheiben:
Alles war wach!
Großäugig, tieflockig,
schmalfüßig, kurzrockig,
lugten die Kindlein
der Menschen mir nach.
Oh euch süße Gesichter
vergess' ich nie mehr,
euch glückliche Lichter
durch Nacht zu mir her,
euch Näschen, vom Fensterdruck
schelmisch gestumpft,
euch Wädchen und Kniechen,
nur dürftig bestrumpft,
euch rosige Händchen,
ans Glas angestützt,
euch kosige Mündchen,
neugierig gespützt!
Ihr Kindchen, ich segn' euch
viel tausend tausend mal!
Nur Großes begegn' euch
im Sonn- und Mondenstrahl!
Euer Lachen, Euer Weinen
sei edler Frucht geschwellt!
Ihr seid ja, ihr Kleinen,
die Zukunft unsrer Welt!
Euch reifen die Lieder
auf meines Lebens Baum...
Einst sehn wir uns wieder -
und nicht mehr im Traum!
Christian Morgenstern
Heut ritt ich im Traum
auf schneeweißem Pferde
ohne Zügel und Zaum
rings um die Erde.
Und wo ein Dach,
war ein Treiben
hinter den Scheiben:
Alles war wach!
Großäugig, tieflockig,
schmalfüßig, kurzrockig,
lugten die Kindlein
der Menschen mir nach.
Oh euch süße Gesichter
vergess' ich nie mehr,
euch glückliche Lichter
durch Nacht zu mir her,
euch Näschen, vom Fensterdruck
schelmisch gestumpft,
euch Wädchen und Kniechen,
nur dürftig bestrumpft,
euch rosige Händchen,
ans Glas angestützt,
euch kosige Mündchen,
neugierig gespützt!
Ihr Kindchen, ich segn' euch
viel tausend tausend mal!
Nur Großes begegn' euch
im Sonn- und Mondenstrahl!
Euer Lachen, Euer Weinen
sei edler Frucht geschwellt!
Ihr seid ja, ihr Kleinen,
die Zukunft unsrer Welt!
Euch reifen die Lieder
auf meines Lebens Baum...
Einst sehn wir uns wieder -
und nicht mehr im Traum!
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08 Dez 2019 08:34 - 08 Dez 2019 08:40 #25911
von Kaninchen
Mäuse im Schreibtisch
Nun ist die Plätzchenbäckerei
wohl überall im Gange
auch meine Frau war jüngst dabei,
in frohem Tatendrange.
Und die Dose, wohlverwahrt,
versteckt vor unserm Schlingel,
sind die Figuren aller Art;
die Herzen, Sterne, Kringel.
Geschützt vor jedem Zugriff rings,
vor jähem Überfalle,
steht das Gefäß im Schreibtisch – links,
und ist tabu für alle.
Jüngst kam Besuch, Frau Engelhardt;
man griff zur Plätzchendose –
und meine Frau war wie erstarrt;
die liebe Ahnungslose.
Sie blickte ins Gefäß hinein,
und dann zu mir und lachte:
"Im Schreibtisch müssen Mäuse sein,
viel mehr noch als ich dachte!"
Es war nur noch ein Kringelrest,
ich sah es mit Erschrecken!
Was müssen Plätzchen vor dem Fest,
auch so vorzüglich schmecken!!
Mäuse im Schreibtisch
Nun ist die Plätzchenbäckerei
wohl überall im Gange
auch meine Frau war jüngst dabei,
in frohem Tatendrange.
Und die Dose, wohlverwahrt,
versteckt vor unserm Schlingel,
sind die Figuren aller Art;
die Herzen, Sterne, Kringel.
Geschützt vor jedem Zugriff rings,
vor jähem Überfalle,
steht das Gefäß im Schreibtisch – links,
und ist tabu für alle.
Jüngst kam Besuch, Frau Engelhardt;
man griff zur Plätzchendose –
und meine Frau war wie erstarrt;
die liebe Ahnungslose.
Sie blickte ins Gefäß hinein,
und dann zu mir und lachte:
"Im Schreibtisch müssen Mäuse sein,
viel mehr noch als ich dachte!"
Es war nur noch ein Kringelrest,
ich sah es mit Erschrecken!
Was müssen Plätzchen vor dem Fest,
auch so vorzüglich schmecken!!
Letzte Änderung: 08 Dez 2019 08:40 von Kaninchen.
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09 Dez 2019 08:01 #25929
von Kaninchen
Aßmann Freiherr von Abschatz
Das Glücke wendet sich
Das Glücke wendet sich, der Ehre Rauch verschwindet,
Man kömmt um Geld und Gut, das schöne Weib wird alt,
Ein Freund bleibt wie er ist. Nicht Alter, noch Gewalt,
Nicht Neid noch Glücke trennt, was Lieb und Treue bindet:
Was die Natur verknüpft, wird oftermals zerrissen,
Was Freundschaft feste macht, wird ewig halten müssen.
Aßmann Freiherr von Abschatz
Das Glücke wendet sich
Das Glücke wendet sich, der Ehre Rauch verschwindet,
Man kömmt um Geld und Gut, das schöne Weib wird alt,
Ein Freund bleibt wie er ist. Nicht Alter, noch Gewalt,
Nicht Neid noch Glücke trennt, was Lieb und Treue bindet:
Was die Natur verknüpft, wird oftermals zerrissen,
Was Freundschaft feste macht, wird ewig halten müssen.
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10 Dez 2019 07:56 #25947
von Kaninchen
König Nußknacker
"König Nußknacker, so heiß ich.
Harte Nüsse, die zerbeiß`ich.
Süße Kerne schluck`ich fleißig;
Doch die Schalen, ei! die schmeiß`ich
Lieber Andern hin,
Weil ich König bin.
Aber seid nicht bang!
Zwar mein Bart ist lang,
Und mein Kopf ist dick
Und gar wild der Blick;
Doch was thut denn das?
Thu`kein`m Menschen was;
Bin im Herzensgrund,
Trotz dem großen Mund,
Ganz ein guter Jung`,
Lieb`Veränderung;
Amüsir`mich gern
Wie die großen Herrn;
Arbeit wird mir schwer
Und dann mag ich sehr
Frommen Kindersinn
Weil ich König bin."
Autor: Heinrich Hoffmann (1809-1894 (Struwwelpeter-Hoffmann)
König Nußknacker
"König Nußknacker, so heiß ich.
Harte Nüsse, die zerbeiß`ich.
Süße Kerne schluck`ich fleißig;
Doch die Schalen, ei! die schmeiß`ich
Lieber Andern hin,
Weil ich König bin.
Aber seid nicht bang!
Zwar mein Bart ist lang,
Und mein Kopf ist dick
Und gar wild der Blick;
Doch was thut denn das?
Thu`kein`m Menschen was;
Bin im Herzensgrund,
Trotz dem großen Mund,
Ganz ein guter Jung`,
Lieb`Veränderung;
Amüsir`mich gern
Wie die großen Herrn;
Arbeit wird mir schwer
Und dann mag ich sehr
Frommen Kindersinn
Weil ich König bin."
Autor: Heinrich Hoffmann (1809-1894 (Struwwelpeter-Hoffmann)
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