Gedichte
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26 Sep 2023 09:18 #45477
von Kaninchen
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30 Sep 2023 10:25 #45515
von Kaninchen
Die liebe Not
Warum die Not wird lieb genannt
das war mir lange unbekannt,
bis ich´s von einer Frau erfahren.
Es war umringt von Kindern sie,
die all noch hilfsbedürftig waren,
und einer meinte viele Müh´
müßt sie doch haben mit der kleinen Schar.
"Ja", sagte sie, und die Mienen
erhellten sich, "ja, es ist wahr,
ich habe meine liebe Not mit ihnen !"
Johannes Trojan
dt. Humorist
Die liebe Not
Warum die Not wird lieb genannt
das war mir lange unbekannt,
bis ich´s von einer Frau erfahren.
Es war umringt von Kindern sie,
die all noch hilfsbedürftig waren,
und einer meinte viele Müh´
müßt sie doch haben mit der kleinen Schar.
"Ja", sagte sie, und die Mienen
erhellten sich, "ja, es ist wahr,
ich habe meine liebe Not mit ihnen !"
Johannes Trojan
dt. Humorist
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04 Okt 2023 09:23 #45548
von Kaninchen
Im Nebenzimmer saßen ich und Du;
Die Abendsonne fiel durch die Gardinen;
Die fleißigen Hände fügten sich zur Ruh,
von rotem Licht war Deine Stirn beschienen.
Wir schwiegen beid` ; ich wußte mir kein Wort,
das in der Stunde Zauber mochte taugen;
Nur nebenan die Alten schwatzten fort -
Du sahst mich an mit Deinen Märchenaugen.
Theodor Storm
Im Nebenzimmer saßen ich und Du;
Die Abendsonne fiel durch die Gardinen;
Die fleißigen Hände fügten sich zur Ruh,
von rotem Licht war Deine Stirn beschienen.
Wir schwiegen beid` ; ich wußte mir kein Wort,
das in der Stunde Zauber mochte taugen;
Nur nebenan die Alten schwatzten fort -
Du sahst mich an mit Deinen Märchenaugen.
Theodor Storm
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05 Okt 2023 11:05 #45561
von Kaninchen
Krokodilromanze
Ich bin ein altes Krokodil
und sah schon die Osirisfeier;
Bei tage sonn´ ich mich im Nil,
bei Nacht am Strande leg` ich Eier.
Ich weiß mit list´gem Wehgeschrei
mi stets die Mahlzeit zu erwürken;
Gewöhnlich freß´ ich Mohrenfleisch
und sonntags manchmal einen Türken.
Und wenn im gelben Mondlicht rings
der Strand liegt und die Felsenbrüche,
tanz´ ich vor einer alten Sphinx
und lausch auf ihrer Weisheit Sprüche.
Die Klauen in den Sand gepflanzt,
tiefsinnig spricht sie : "Tochter Thebens,
friß nur, was Du verdauen kannst !
Das ist das Rätsel Deines Lebens".
Krokodilromanze
Ich bin ein altes Krokodil
und sah schon die Osirisfeier;
Bei tage sonn´ ich mich im Nil,
bei Nacht am Strande leg` ich Eier.
Ich weiß mit list´gem Wehgeschrei
mi stets die Mahlzeit zu erwürken;
Gewöhnlich freß´ ich Mohrenfleisch
und sonntags manchmal einen Türken.
Und wenn im gelben Mondlicht rings
der Strand liegt und die Felsenbrüche,
tanz´ ich vor einer alten Sphinx
und lausch auf ihrer Weisheit Sprüche.
Die Klauen in den Sand gepflanzt,
tiefsinnig spricht sie : "Tochter Thebens,
friß nur, was Du verdauen kannst !
Das ist das Rätsel Deines Lebens".
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08 Okt 2023 16:58 #45588
von Kaninchen
Finster war´s , der Mond schien helle
Schnee lag auf der grünen Flur
Als ein Wagen blitzeschnelle
langsam um die Ecke fuhr.
Drinnen saßen steh´nd die Leute
schweigend ins Gesprächvertieft,
als ein totgeschossner Hase
auf der Sandbank Schlittschuh lief.
Dort, auf einer grünen Banke,
die blau angestrichen war,
saß ein blondgelockter Jüngling
mit kohlrabenschwarzem Haar.
Neben ihm ne alte Schachtel,
die kaum 18 Jahr´ alt war.
Dies Gedicht verfasste Goethe,
als er in der Morgenröte
schnarchend auf dem Nachttopf saß
und die Abendzeitung las.
Wahrscheinlich entstammt dieses Gedicht dem sächsischen Volksmund aus der Zeit um 1850
Finster war´s , der Mond schien helle
Schnee lag auf der grünen Flur
Als ein Wagen blitzeschnelle
langsam um die Ecke fuhr.
Drinnen saßen steh´nd die Leute
schweigend ins Gesprächvertieft,
als ein totgeschossner Hase
auf der Sandbank Schlittschuh lief.
Dort, auf einer grünen Banke,
die blau angestrichen war,
saß ein blondgelockter Jüngling
mit kohlrabenschwarzem Haar.
Neben ihm ne alte Schachtel,
die kaum 18 Jahr´ alt war.
Dies Gedicht verfasste Goethe,
als er in der Morgenröte
schnarchend auf dem Nachttopf saß
und die Abendzeitung las.
Wahrscheinlich entstammt dieses Gedicht dem sächsischen Volksmund aus der Zeit um 1850
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11 Okt 2023 10:53 #45610
von Kaninchen
Brennessel verkanntes Kräutlein
Brennessel, verkanntes Kräutlein, Dich muß ich preisen,
Dein herrlich Grün in bester Form baut Eisen,
Kalk, Kali, Phosphor, alle hohen Werte,
entsprießend aus dem Schoß der Mutter Erde,
nach ihnen nur brauchst Du Dich hinzubücken,
die Sprossen für des Leibes Wohl zu pflücken,
als Saft, Gemüse oder Tee sie zu genießen,
das was umsonst gedeiht im Wald, auf Pfad und Wiesen,
selbst in noch dürft´ger Großstadt nahe Dir am Wegesrande,
nimm´s hin, was rein und unverfälscht die gütige Natur
Dir heilsam liebend schenkt auf ihrer Segensspur !
Dr. Heinrich Hoffmann
Brennessel verkanntes Kräutlein
Brennessel, verkanntes Kräutlein, Dich muß ich preisen,
Dein herrlich Grün in bester Form baut Eisen,
Kalk, Kali, Phosphor, alle hohen Werte,
entsprießend aus dem Schoß der Mutter Erde,
nach ihnen nur brauchst Du Dich hinzubücken,
die Sprossen für des Leibes Wohl zu pflücken,
als Saft, Gemüse oder Tee sie zu genießen,
das was umsonst gedeiht im Wald, auf Pfad und Wiesen,
selbst in noch dürft´ger Großstadt nahe Dir am Wegesrande,
nimm´s hin, was rein und unverfälscht die gütige Natur
Dir heilsam liebend schenkt auf ihrer Segensspur !
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