Gedichte
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08 Sep 2025 17:12 #53795
von Kaninchen
Ein Dilemma
von Thomas Gsella
Füllig lebt man ungesunder,
also werden viele schlank.
Doch die Welt ist voller Wunder.
Liegt der Schlanke nämlich krank
in den Betten, wird er merken :
Früher, füllig, lag er weich.
Und der Schlanke mag sich stärken,
fett-und kalorienreich,
und so wird er nicht gesunder,
aber weicher - wie apart !
Die Moral : Ein Wenigpfunder
liegt gesunder, aber hart.
von Thomas Gsella
Füllig lebt man ungesunder,
also werden viele schlank.
Doch die Welt ist voller Wunder.
Liegt der Schlanke nämlich krank
in den Betten, wird er merken :
Früher, füllig, lag er weich.
Und der Schlanke mag sich stärken,
fett-und kalorienreich,
und so wird er nicht gesunder,
aber weicher - wie apart !
Die Moral : Ein Wenigpfunder
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09 Sep 2025 17:03 #53810
von Kaninchen
Das Gedicht „Es ist das Glück…“ stammt aus der Feder von Emanuel Geibel.
Es ist das Glück ein flüchtig Ding
Und war’s zu allen Tagen;
Und jagtest du um der Erde Ring,
Du möchtest es nicht erjagen.
Leg’ dich lieber ins Gras voll Duft
Und singe deine Lieder;
Plötzlich vielleicht aus blauer Luft
Fällt es auf dich hernieder.
Aber dann pack’ es und halt es fest
Und plaudre nicht viel dazwischen;
Wenn du zu lang es warten lässt,
Möcht’ es dir wieder entwischen.
Das Gedicht „Es ist das Glück…“ stammt aus der Feder von Emanuel Geibel.
Es ist das Glück ein flüchtig Ding
Und war’s zu allen Tagen;
Und jagtest du um der Erde Ring,
Du möchtest es nicht erjagen.
Leg’ dich lieber ins Gras voll Duft
Und singe deine Lieder;
Plötzlich vielleicht aus blauer Luft
Fällt es auf dich hernieder.
Aber dann pack’ es und halt es fest
Und plaudre nicht viel dazwischen;
Wenn du zu lang es warten lässt,
Möcht’ es dir wieder entwischen.
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10 Sep 2025 10:32 #53821
von Kaninchen
Auf eine Leierkastenmelodie
Mascha Kaléko
Du kamst nur um einige Jahre zu spät,
Und ich konnte so lange nicht warten.
Alle Blumen, die ich, dich zu grüßen, gesät
Sind verwelkt nun in meinem Garten.
Tag um Tag, Jahr um Jahr hab ich nach dir gespäht.
Doch da warst du auf endlosen Fahrten.
Meine Sehnsucht verstummte, mein Lied ist verweht,
Und nun kommst du um einige Jahre zu spät,
Denn ich konnte so lange nicht warten.
Ich konnte so lange nicht warten.
Sag wo warst du, als Frühling im Lande noch war,
Als das Glück vor den Toren noch stand,
Als die Tage voll Licht und die Nächte so klar,
Sag wo warst du, als ich frohe Zwanzig noch war
Und frei war mein Herz, mein die Hand.
Sieh, nun ist meine Liebe erloschen und müd
Wie die Sonne im Herbst, die nur scheint und nicht glüht,
Und es silbert mein goldenes Haar.
Laß dein Boot fest am Ufer, an dem es nun steht.
Denn nun kommst du um einige Jahre zu spät,
Und es wird nie mehr so wie es war...
Auf eine Leierkastenmelodie
Mascha Kaléko
Du kamst nur um einige Jahre zu spät,
Und ich konnte so lange nicht warten.
Alle Blumen, die ich, dich zu grüßen, gesät
Sind verwelkt nun in meinem Garten.
Tag um Tag, Jahr um Jahr hab ich nach dir gespäht.
Doch da warst du auf endlosen Fahrten.
Meine Sehnsucht verstummte, mein Lied ist verweht,
Und nun kommst du um einige Jahre zu spät,
Denn ich konnte so lange nicht warten.
Ich konnte so lange nicht warten.
Sag wo warst du, als Frühling im Lande noch war,
Als das Glück vor den Toren noch stand,
Als die Tage voll Licht und die Nächte so klar,
Sag wo warst du, als ich frohe Zwanzig noch war
Und frei war mein Herz, mein die Hand.
Sieh, nun ist meine Liebe erloschen und müd
Wie die Sonne im Herbst, die nur scheint und nicht glüht,
Und es silbert mein goldenes Haar.
Laß dein Boot fest am Ufer, an dem es nun steht.
Denn nun kommst du um einige Jahre zu spät,
Und es wird nie mehr so wie es war...
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12 Sep 2025 18:33 #53854
von Kaninchen
Der Zauberkürbis
Ein Gedicht von Heinz Bernhard Ruprecht
Es war einmal ein Kürbis, wohl.
Riesengroß und innen hohl.
Riesenhaft war er gewaltig,
kugelrund, von außen faltig.
Doch im Kürbis klein und fein,
Elfen gingen aus und ein!
Zierlich klein wie Bienen groß,
von grüner Farbe wie das Moos.
Glich dieser Kürbis einem Reich,
kam einem Paradies er gleich.
Stellt selten er sich offen dar.
Bleibt meistens für uns unsichtbar.
So zieht der Kürbis mit den Elfen.
Viel umher, denen zu helfen,
die an Märchen nicht mehr glauben,
da Sorgen all die Träume rauben!
Dann zaubern Sie und bringen Licht.
Hellen auf sie dein Gesicht.
Dein Mund, sie formen deine Lippen.
Sorgen fangen an zu kippen.
Wird aus Sorgen Freude pur,
verliert sich schnell die Elfenspur!
Sind Elfen Traum, vielleicht Magie?
Das Reich der Elfen, Fantasie?
Der Zauberkürbis
Ein Gedicht von Heinz Bernhard Ruprecht
Es war einmal ein Kürbis, wohl.
Riesengroß und innen hohl.
Riesenhaft war er gewaltig,
kugelrund, von außen faltig.
Doch im Kürbis klein und fein,
Elfen gingen aus und ein!
Zierlich klein wie Bienen groß,
von grüner Farbe wie das Moos.
Glich dieser Kürbis einem Reich,
kam einem Paradies er gleich.
Stellt selten er sich offen dar.
Bleibt meistens für uns unsichtbar.
So zieht der Kürbis mit den Elfen.
Viel umher, denen zu helfen,
die an Märchen nicht mehr glauben,
da Sorgen all die Träume rauben!
Dann zaubern Sie und bringen Licht.
Hellen auf sie dein Gesicht.
Dein Mund, sie formen deine Lippen.
Sorgen fangen an zu kippen.
Wird aus Sorgen Freude pur,
verliert sich schnell die Elfenspur!
Sind Elfen Traum, vielleicht Magie?
Das Reich der Elfen, Fantasie?
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14 Sep 2025 11:42 - 14 Sep 2025 11:44 #53876
von Feschtbrueder
Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!
Herbsttag
Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr gross.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süsse in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
Rainer Maria Rilke
Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr gross.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süsse in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
Rainer Maria Rilke
Letzte Änderung: 14 Sep 2025 11:44 von Feschtbrueder.
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15 Sep 2025 09:23 #53877
von Kaninchen
Altweibersommer
Nun tönt schon mählich mehr und mehr
Der Klang der Drescher aus den Scheunen,
Und müde zieht schon hin und her
Altweibersommer an den Zäunen.
Ich that den Weg heut aufwärts gehn,
Da ward mir bitter weh zu Mute,
Als ich zum ersten Mal gesehn
Das weiße Garn an meinem Hute.
In Fäden flattert es zu Thal,
Die Sehnsucht nach dem Sommer wecken,
Und blitzt und spielt im Sonnenstrahl
An herbstgeküßten Weißdornhecken.
Es schwingt sich auf wie Blumenduft,
Vom Wind geführt, dem wandermüden,
Und über ihm in weißer Luft
Ziehn Vogelschwärme nach dem Süden.
Wie das so kommt, mahnt dann und wann
Mich an ein Lied die Sommerseide,
Das süß und wunderbar begann
Und mählich sich verlor im Leide.
Das ist das Glück, das schwebt vorbei,
Drum falte betend beide Hände,
Daß dir der Herrgott gnädig sei -
Sonst klingt dein Sommer auch zu Ende.
Carl Busse . 1872 - 1918
Altweibersommer
Nun tönt schon mählich mehr und mehr
Der Klang der Drescher aus den Scheunen,
Und müde zieht schon hin und her
Altweibersommer an den Zäunen.
Ich that den Weg heut aufwärts gehn,
Da ward mir bitter weh zu Mute,
Als ich zum ersten Mal gesehn
Das weiße Garn an meinem Hute.
In Fäden flattert es zu Thal,
Die Sehnsucht nach dem Sommer wecken,
Und blitzt und spielt im Sonnenstrahl
An herbstgeküßten Weißdornhecken.
Es schwingt sich auf wie Blumenduft,
Vom Wind geführt, dem wandermüden,
Und über ihm in weißer Luft
Ziehn Vogelschwärme nach dem Süden.
Wie das so kommt, mahnt dann und wann
Mich an ein Lied die Sommerseide,
Das süß und wunderbar begann
Und mählich sich verlor im Leide.
Das ist das Glück, das schwebt vorbei,
Drum falte betend beide Hände,
Daß dir der Herrgott gnädig sei -
Sonst klingt dein Sommer auch zu Ende.
Carl Busse . 1872 - 1918
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