Gedichte
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11 Jul 2025 14:02 #53138
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13 Jul 2025 10:43 - 13 Jul 2025 10:47 #53158
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Letzte Änderung: 13 Jul 2025 10:47 von Kaninchen.
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14 Jul 2025 18:38 #53174
von Kaninchen
Joseph von Eichendorff
Der alte Garten
Kaiserkron und Päonien rot,
die müssen verzaubert sein,
denn Vater und Mutter sind lange tot,
was blühn sie hier so allein?
Der Springbrunnen plaudert noch immerfort
von der alten schönen Zeit,
eine Frau sitzt eingeschlafen dort,
ihre Locken bedecken ihr Kleid.
Sie hat eine Laute in der Hand,
als ob sie im Schlafe spricht,
mir ist, als hätt ich sie sonst gekannt
still geh vorbei und weck sie nicht!
Und wenn es dunkelt das Tal entlang,
streift sie die Saiten sacht,
da gibts einen wunderbaren Klang
durch den Garten die ganze Nacht.
Joseph von Eichendorff
Der alte Garten
Kaiserkron und Päonien rot,
die müssen verzaubert sein,
denn Vater und Mutter sind lange tot,
was blühn sie hier so allein?
Der Springbrunnen plaudert noch immerfort
von der alten schönen Zeit,
eine Frau sitzt eingeschlafen dort,
ihre Locken bedecken ihr Kleid.
Sie hat eine Laute in der Hand,
als ob sie im Schlafe spricht,
mir ist, als hätt ich sie sonst gekannt
still geh vorbei und weck sie nicht!
Und wenn es dunkelt das Tal entlang,
streift sie die Saiten sacht,
da gibts einen wunderbaren Klang
durch den Garten die ganze Nacht.
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20 Jul 2025 10:42 #53218
von Kaninchen
Der Kuss
Das Gedicht „Der Kuss“ stammt aus der Feder von Gerrit Engelke.
Der Menschheit größter Hochgenuß
ist ohne Zweifel wohl der Kuß.
Er ist beliebt, er macht vergnügt,
ob man ihn gibt, ob man ihn kriegt.
Er kostet nichts, ist unverbindlich
und er vollzieht sich immer mündlich.
Hat man die Absicht, daß man küßt,
so muß man erst mit Macht und List
den Abstand zu verringern trachten
und dann mit Blicken zärtlich schmachten.
Die Blicke werden tief und tiefer,
es nähern sich die Unterkiefer.
man pflegt dann mit geschloß'nen Augen
sich aneinander festzusaugen.
Jedoch nicht nur der Mund allein
braucht eines Kusses Ziel zu sein.
Man küßt die Wange und die Hände
und auch noch and're Gegenstände,
die ringsherum mit Vorbedacht
sämtlich am Körper angebracht.
Auch wie man küßt, das ist verschieden
Im Norden, Osten, Westen, Süden.
So mit Bedacht und mit Gefühl,
der eine heiß, der and're kühl.
Der eine haucht, der and're schmatzt,
als ob ein alter Reifen platzt.
Hingegen wiederum der Keusche
vermeidet jegliche Geräusche.
Der eine kurz, der and're länger,
den längsten nennt man Dauerbrenner.
Ein Kuß ist, wenn zwei Lippenlappen
in Liebe aufeinanderklappen
und dabei ein Geräusch entsteht,
als wenn die Kuh durch Matsche geht.
Der Kuss
Das Gedicht „Der Kuss“ stammt aus der Feder von Gerrit Engelke.
Der Menschheit größter Hochgenuß
ist ohne Zweifel wohl der Kuß.
Er ist beliebt, er macht vergnügt,
ob man ihn gibt, ob man ihn kriegt.
Er kostet nichts, ist unverbindlich
und er vollzieht sich immer mündlich.
Hat man die Absicht, daß man küßt,
so muß man erst mit Macht und List
den Abstand zu verringern trachten
und dann mit Blicken zärtlich schmachten.
Die Blicke werden tief und tiefer,
es nähern sich die Unterkiefer.
man pflegt dann mit geschloß'nen Augen
sich aneinander festzusaugen.
Jedoch nicht nur der Mund allein
braucht eines Kusses Ziel zu sein.
Man küßt die Wange und die Hände
und auch noch and're Gegenstände,
die ringsherum mit Vorbedacht
sämtlich am Körper angebracht.
Auch wie man küßt, das ist verschieden
Im Norden, Osten, Westen, Süden.
So mit Bedacht und mit Gefühl,
der eine heiß, der and're kühl.
Der eine haucht, der and're schmatzt,
als ob ein alter Reifen platzt.
Hingegen wiederum der Keusche
vermeidet jegliche Geräusche.
Der eine kurz, der and're länger,
den längsten nennt man Dauerbrenner.
Ein Kuß ist, wenn zwei Lippenlappen
in Liebe aufeinanderklappen
und dabei ein Geräusch entsteht,
als wenn die Kuh durch Matsche geht.
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21 Jul 2025 09:32 #53224
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22 Jul 2025 10:48 - 22 Jul 2025 10:52 #53245
von Kaninchen
Strohblumen
Vorüber ist die Zeit der Rosen,
Die sich gedünkt des Gartens Herrn,
Weil die verlieben Falter kosen
Mit den verbuhlten Rosen gern.
Die roten Rosen wie die weißen,
Sie liegen welk am Boden hier.
Strohblumen werden wir geheißen,
Und die Unsterblichen sind wir!
Da sollt‘ zu uns ein Falter kommen!
Bis jetzt war freilich keiner da,
Denn jedem ward’s um’s Herz beklommen,
Wenn er uns gelbe Blüten sah.
Ja, wir verschmähn der Schönheit Gleißen;
Uns schmückt der reinen Unschuld Zier.
Strohblumen werden wir geheißen,
Und die Unsterblichen sind wir!
Jüngst sprach die unverschämte Aster:
Weil arm wir sei’n an Duft und Pracht,
Hätt‘ uns der Neid, das böse Laster,
O denkt, der Neid so gelb gemacht.
Doch sollt’s uns nicht das Herz zerreißen.
Vergänglich seid auch, Astern, ihr!
Strohblumen werden wir geheißen,
Und die Unsterblichen sind wir!
Friedrich Emil Rittershaus
Strohblumen
Vorüber ist die Zeit der Rosen,
Die sich gedünkt des Gartens Herrn,
Weil die verlieben Falter kosen
Mit den verbuhlten Rosen gern.
Die roten Rosen wie die weißen,
Sie liegen welk am Boden hier.
Strohblumen werden wir geheißen,
Und die Unsterblichen sind wir!
Da sollt‘ zu uns ein Falter kommen!
Bis jetzt war freilich keiner da,
Denn jedem ward’s um’s Herz beklommen,
Wenn er uns gelbe Blüten sah.
Ja, wir verschmähn der Schönheit Gleißen;
Uns schmückt der reinen Unschuld Zier.
Strohblumen werden wir geheißen,
Und die Unsterblichen sind wir!
Jüngst sprach die unverschämte Aster:
Weil arm wir sei’n an Duft und Pracht,
Hätt‘ uns der Neid, das böse Laster,
O denkt, der Neid so gelb gemacht.
Doch sollt’s uns nicht das Herz zerreißen.
Vergänglich seid auch, Astern, ihr!
Strohblumen werden wir geheißen,
Und die Unsterblichen sind wir!
Friedrich Emil Rittershaus
Letzte Änderung: 22 Jul 2025 10:52 von Kaninchen.
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