Gedichte
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17 Nov 2025 15:00 #54820
von Kaninchen
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18 Nov 2025 16:31 #54841
von Kaninchen
Fallt, ihr Blätter
Das Gedicht „Fallt, ihr Blätter, fallet“ stammt aus der Feder von Helene Most.
Fallt, ihr Blätter, fallet
Winter wird es wieder,
Traumverloren wallet
Sacht zur Erde nieder.
Schwindet, Blümlein, schwindet,
Sommer ist vergangen,
Wenn der Frost euch findet,
Ach, da sollt euch bangen.
Willst, mein Herz, du zagen
Ob des Winters Dräuen?
Harre ohne Klagen,
Wirst dich dennoch freuen.
Frieren mags und tosen,
Must geduldig warten:
Bald erblühn die Rosen
In des Christkinds Garten.
Fallt, ihr Blätter
Das Gedicht „Fallt, ihr Blätter, fallet“ stammt aus der Feder von Helene Most.
Fallt, ihr Blätter, fallet
Winter wird es wieder,
Traumverloren wallet
Sacht zur Erde nieder.
Schwindet, Blümlein, schwindet,
Sommer ist vergangen,
Wenn der Frost euch findet,
Ach, da sollt euch bangen.
Willst, mein Herz, du zagen
Ob des Winters Dräuen?
Harre ohne Klagen,
Wirst dich dennoch freuen.
Frieren mags und tosen,
Must geduldig warten:
Bald erblühn die Rosen
In des Christkinds Garten.
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20 Nov 2025 10:39 #54877
von Kaninchen
Im deutschen November
Dies ist der Herbst: der bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!
Die Sonne schleicht zum Berg
Und steigt und steigt
und ruht bei jedem Schritt.
Was ward die Welt so welk!
Auf müd gespannten Fäden spielt
Der Wind sein Lied.
Die Hoffnung floh
Er klagt ihr nach.
Dies ist der Herbst: der bricht dir noch das Herz.
Fliege fort! fliege fort!
Oh Frucht des Baums,
Du zitterst, fällst?
Welch ein Geheimnis lehrte dich
Die Nacht,
Daß eis’ger Schauder deine Wange,
Die purpur-Wange deckt?
Du schweigst, antwortest nicht?
Wer redet noch?
Dies ist der Herbst: der bricht dir noch das Herz.
Fliege fort! fliege fort!
„Ich bin nicht schön“
– so spricht die Sternenblume
„Doch Menschen lieb‘ ich
Und Menschen tröst‘ ich
sie sollen jetzt noch Blumen sehn,
nach mir sich bücken
ach! und mich brechen –
in ihrem Auge glänzet dann
Erinnerung auf,
Erinnerung an Schöneres als ich:
– ich seh’s, ich seh’s – und sterbe so“.
Dies ist der Herbst: der bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!
Friedrich Nietzsche
Im deutschen November
Dies ist der Herbst: der bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!
Die Sonne schleicht zum Berg
Und steigt und steigt
und ruht bei jedem Schritt.
Was ward die Welt so welk!
Auf müd gespannten Fäden spielt
Der Wind sein Lied.
Die Hoffnung floh
Er klagt ihr nach.
Dies ist der Herbst: der bricht dir noch das Herz.
Fliege fort! fliege fort!
Oh Frucht des Baums,
Du zitterst, fällst?
Welch ein Geheimnis lehrte dich
Die Nacht,
Daß eis’ger Schauder deine Wange,
Die purpur-Wange deckt?
Du schweigst, antwortest nicht?
Wer redet noch?
Dies ist der Herbst: der bricht dir noch das Herz.
Fliege fort! fliege fort!
„Ich bin nicht schön“
– so spricht die Sternenblume
„Doch Menschen lieb‘ ich
Und Menschen tröst‘ ich
sie sollen jetzt noch Blumen sehn,
nach mir sich bücken
ach! und mich brechen –
in ihrem Auge glänzet dann
Erinnerung auf,
Erinnerung an Schöneres als ich:
– ich seh’s, ich seh’s – und sterbe so“.
Dies ist der Herbst: der bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!
Friedrich Nietzsche
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21 Nov 2025 15:00 #54902
von Kaninchen
Von einem Schneemann und seiner Frau
Ein Schneemann klagte seiner Frau
“Das Wetter hier ist viel zu lau!
Sieh doch, wie ich hier tropfe,
vom Fuße bis zum Kopfe!”
Die Schneefrau sprach: “Mein Hintern
kann hier nicht überwintern.
Ich weiß nicht, wer den Frost uns klaut;
schau´ doch, wie mein Gesäß mir taut!
Komm`, fliegen wir zum kalten Pol,
dann fühlen wir uns wieder wohl.
Frau Holle, unsre gute Fee,
beschenkt uns dort mit Eis und Schnee.”
Sie flogen voller Freude fort,
doch leider an den falschen Ort.
So geht es, wenn man Reisen bucht
und nicht zuerst im Atlas sucht:
Sie landeten in heißer Wüste,
wo ein Kamel die zwei begrüßte.
Nun standen dort, im Wüstensand,
zwei Schneeleute aus deutschem Land.
Er schmolz zu Schneematschgrütze
und sie zur warmen Pfütze.
Alfons Pillach
Von einem Schneemann und seiner Frau
Ein Schneemann klagte seiner Frau
“Das Wetter hier ist viel zu lau!
Sieh doch, wie ich hier tropfe,
vom Fuße bis zum Kopfe!”
Die Schneefrau sprach: “Mein Hintern
kann hier nicht überwintern.
Ich weiß nicht, wer den Frost uns klaut;
schau´ doch, wie mein Gesäß mir taut!
Komm`, fliegen wir zum kalten Pol,
dann fühlen wir uns wieder wohl.
Frau Holle, unsre gute Fee,
beschenkt uns dort mit Eis und Schnee.”
Sie flogen voller Freude fort,
doch leider an den falschen Ort.
So geht es, wenn man Reisen bucht
und nicht zuerst im Atlas sucht:
Sie landeten in heißer Wüste,
wo ein Kamel die zwei begrüßte.
Nun standen dort, im Wüstensand,
zwei Schneeleute aus deutschem Land.
Er schmolz zu Schneematschgrütze
und sie zur warmen Pfütze.
Alfons Pillach
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22 Nov 2025 16:37 #54930
von Kaninchen
Vater werden ist nicht schwer
Wilhelm Busch.
Vater werden ist nicht schwer,
Vater sein dagegen sehr.
Ersteres wird gern geübt,
Weil es allgemein beliebt.
Selbst der Lasterhafte zeigt,
Dass er gar nicht abgeneigt;
Nur will er mit seinen Sünden
Keinen guten Zweck verbinden,
Sondern, wenn die Kosten kommen,
Fühlet er sich angstbeklommen.
Dieserhalb besonders scheut
Er die fromme Geistlichkeit,
Denn ihm sagt ein stilles Grauen:
Das sind Leute, welche trauen. –
So ein böser Mensch verbleibt
Lieber gänzlich unbeweibt. –
Ohne einen hochgeschätzten
Tugendsamen Vorgesetzten
Irrt er in der Welt umher,
Hat kein reines Hemde mehr,
Wird am Ende krumm und faltig,
Grimmig, greulich, ungestaltig,
Bis ihn dann bei Nacht und Tag
Gar kein Mädchen leiden mag.
Onkel heißt er günst’gen Falles,
Aber dieses ist auch alles. –
Oh, wie anders ist der Gute!
Er erlegt mit frischem Mute
Die gesetzlichen Gebühren,
Läßt sich redlich kopulieren,
Tut im stillen hocherfreut
Das, was seine Schuldigkeit,
Steht dann eines Morgens da
Als ein Vater und Papa
Und ist froh aus Herzensgrund,
Daß er dies so gut gekannt.
Vater werden ist nicht schwer
Wilhelm Busch.
Vater werden ist nicht schwer,
Vater sein dagegen sehr.
Ersteres wird gern geübt,
Weil es allgemein beliebt.
Selbst der Lasterhafte zeigt,
Dass er gar nicht abgeneigt;
Nur will er mit seinen Sünden
Keinen guten Zweck verbinden,
Sondern, wenn die Kosten kommen,
Fühlet er sich angstbeklommen.
Dieserhalb besonders scheut
Er die fromme Geistlichkeit,
Denn ihm sagt ein stilles Grauen:
Das sind Leute, welche trauen. –
So ein böser Mensch verbleibt
Lieber gänzlich unbeweibt. –
Ohne einen hochgeschätzten
Tugendsamen Vorgesetzten
Irrt er in der Welt umher,
Hat kein reines Hemde mehr,
Wird am Ende krumm und faltig,
Grimmig, greulich, ungestaltig,
Bis ihn dann bei Nacht und Tag
Gar kein Mädchen leiden mag.
Onkel heißt er günst’gen Falles,
Aber dieses ist auch alles. –
Oh, wie anders ist der Gute!
Er erlegt mit frischem Mute
Die gesetzlichen Gebühren,
Läßt sich redlich kopulieren,
Tut im stillen hocherfreut
Das, was seine Schuldigkeit,
Steht dann eines Morgens da
Als ein Vater und Papa
Und ist froh aus Herzensgrund,
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23 Nov 2025 10:42 #54943
von Kaninchen
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