Gedichte

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30 Apr 2026 10:43 #58266 von Feschtbrueder
Abschied von Renée

Wann sieht ein Walfisch wohl je
Ein Reh? -
Ach du! Renée!
Und führen wir zusammen zur See,
Wir landeten bei den Wilden. -
Sag: Ist es nicht noch schöner, in Schnee
Als in Erde zu bilden?
Und sei auch kein Fuß an dem Sinn;
Es schweben auf tanzender Melodie
Zwei Federn einer Indianerin
Fort, fort in die weite Prärie.
Ade Renée!
Wie dunkelschön war unser Dach,
Als leise wir viere
Zusammenrückten vor Blitz und Krach. -
Ich streichle euch guten Tiere,
Nun ich geh.
Mir ist so dienstmädchen-donnerstagweh,
Weil ich nun weiterfahre.
Und ich war hundert Jahre
Mit dir zusammen,
Renée.

Joachim Ringelnatz

:-) Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!

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30 Apr 2026 16:46 #58272 von Kaninchen
 

Überlaß es der Zeit

Das Gedicht „Überlaß es der Zeit“ stammt aus der Feder von Theodor Fontane.

Erscheint dir etwas unerhört,
Bist du tiefsten Herzens empört,
Bäume nicht auf, versuch′ s nicht mit Streit,
Berühr es nicht, überlaß es der Zeit.
Am ersten Tag wirst du feige dich schelten,
Am zweiten läßt du dein Schweigen schon gelten,
Am dritten hast du′ s überwunden,
Alles ist wichtig nur auf Stunden,
Ärger ist Zehrer und Lebensvergifter,
Zeit ist Balsam und Friedensstifter.

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