Gedichte
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20 Mär 2026 17:43 #57375
von Feschtbrueder
Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!
Schön Wetter
Vorüber der Regen,
Vorüber der Föhn,
Das Wetter wird besser,
Das Wetter wird schön.
O! seht doch die Berge,
Die rauchenden an,
Sie zünden behaglich
Die Pfeifchen sich an.
Es qualmen die Pfeifen,
Es dampfen die Höh'n;
Vorüber der Regen,
Das Wetter wird schön!
Hans Walter
Vorüber der Regen,
Vorüber der Föhn,
Das Wetter wird besser,
Das Wetter wird schön.
O! seht doch die Berge,
Die rauchenden an,
Sie zünden behaglich
Die Pfeifchen sich an.
Es qualmen die Pfeifen,
Es dampfen die Höh'n;
Vorüber der Regen,
Das Wetter wird schön!
Hans Walter
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21 Mär 2026 16:36 #57399
von Kaninchen
Das Kind am Brunnen
Friedrich Hebbel
Frau Amme, Frau Amme, das Kind ist erwacht!
Doch die liegt ruhig im Schlafe.
Die Vöglein zwitschern, die Sonne lacht,
Am Hügel weiden die Schafe.
Frau Amme, Frau Amme, das Kind steht auf,
Es wagt sich weiter und weiter!
Hinab zum Brunnen nimmt es den Lauf,
Da stehen Blumen und Kräuter.
Frau Amme, Frau Amme, der Brunnen ist tief!
Sie schläft, als läge sie drinnen!
Das Kind läuft schnell, wie es nie noch lief,
Die Blumen locken's von hinnen.
Nun steht es am Brunnen, nun ist es am Ziel,
Nun pflückt es die Blumen sich munter,
Doch bald ermüdet das reizende Spiel,
Da schaut's in die Tiefe hinunter.
Und unten erblickt es ein holdes Gesicht,
Mit Augen, so hell und so süße.
Es ist sein eig'nes, das weiß es noch nicht,
Viel stumme, freundliche Grüße!
Das Kindlein winkt, der Schatten geschwind
Winkt aus der Tiefe ihm wieder.
Herauf! Herauf! So meint's das Kind:
Der Schatten: Hernieder! Hernieder!
Schon beugt es sich über den Brunnenrand,
Frau Amme, du schläfst noch immer!
Da fallen die Blumen ihm aus der Hand,
Und trüben den lockenden Schimmer.
Verschwunden ist sie, die süße Gestalt,
Verschluckt von der hüpfenden Welle,
Das Kind durchschauert's fremd und kalt,
Und schnell enteilt es der Stelle.
Friedrich Hebbel
Frau Amme, Frau Amme, das Kind ist erwacht!
Doch die liegt ruhig im Schlafe.
Die Vöglein zwitschern, die Sonne lacht,
Am Hügel weiden die Schafe.
Frau Amme, Frau Amme, das Kind steht auf,
Es wagt sich weiter und weiter!
Hinab zum Brunnen nimmt es den Lauf,
Da stehen Blumen und Kräuter.
Frau Amme, Frau Amme, der Brunnen ist tief!
Sie schläft, als läge sie drinnen!
Das Kind läuft schnell, wie es nie noch lief,
Die Blumen locken's von hinnen.
Nun steht es am Brunnen, nun ist es am Ziel,
Nun pflückt es die Blumen sich munter,
Doch bald ermüdet das reizende Spiel,
Da schaut's in die Tiefe hinunter.
Und unten erblickt es ein holdes Gesicht,
Mit Augen, so hell und so süße.
Es ist sein eig'nes, das weiß es noch nicht,
Viel stumme, freundliche Grüße!
Das Kindlein winkt, der Schatten geschwind
Winkt aus der Tiefe ihm wieder.
Herauf! Herauf! So meint's das Kind:
Der Schatten: Hernieder! Hernieder!
Schon beugt es sich über den Brunnenrand,
Frau Amme, du schläfst noch immer!
Da fallen die Blumen ihm aus der Hand,
Und trüben den lockenden Schimmer.
Verschwunden ist sie, die süße Gestalt,
Verschluckt von der hüpfenden Welle,
Das Kind durchschauert's fremd und kalt,
Und schnell enteilt es der Stelle.
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22 Mär 2026 16:43 - 22 Mär 2026 16:45 #57418
von Kaninchen
Heinrich Zille Die Harfenjule
Das Gedicht „Die Harfenjule stammt aus der Feder von Klabund.
Emsig dreht sich meine Spule,
Immer zur Musik bereit,
Denn ich bin die Harfenjule
Schon seit meiner Kinderzeit.
Niemand schlägt wie ich die Saiten,
Niemand hat wie ich Gewalt.
Selbst die wilden Tiere schreiten
Sanft wie Lämmer durch den Wald.
Und ich schlage meine Harfe,
Wo und wie es immer sei,
Zum Familienbedarfe,
Kindstauf oder Rauferei.
Reich mir einer eine Halbe
Oder einen Groschen nur,
Als des Sommers letzte Schwalbe
Schwebe ich durch die Natur.
Und so dreht sich meine Spule,
Tief vom Innersten bewegt,
Bis die alte Harfenjule
Einst im Himmel Harfe schlägt.
Heinrich Zille Die Harfenjule
Das Gedicht „Die Harfenjule stammt aus der Feder von Klabund.
Emsig dreht sich meine Spule,
Immer zur Musik bereit,
Denn ich bin die Harfenjule
Schon seit meiner Kinderzeit.
Niemand schlägt wie ich die Saiten,
Niemand hat wie ich Gewalt.
Selbst die wilden Tiere schreiten
Sanft wie Lämmer durch den Wald.
Und ich schlage meine Harfe,
Wo und wie es immer sei,
Zum Familienbedarfe,
Kindstauf oder Rauferei.
Reich mir einer eine Halbe
Oder einen Groschen nur,
Als des Sommers letzte Schwalbe
Schwebe ich durch die Natur.
Und so dreht sich meine Spule,
Tief vom Innersten bewegt,
Bis die alte Harfenjule
Einst im Himmel Harfe schlägt.
Letzte Änderung: 22 Mär 2026 16:45 von Kaninchen.
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23 Mär 2026 10:38 - 23 Mär 2026 10:39 #57436
von Feschtbrueder
Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!
Es ist ja Frühling. Und der Garten glänzt
Es ist ja Frühling. Und der Garten glänzt
vor lauter Licht.
Die Zweige zittern zwar
in tiefer Luft, die Stille selber spricht,
und unser Garten ist wie ein Altar.
Der Abend atmet wie ein Angesicht,
und seine Lieblingswinde liegen dicht
wie deine Hände mir im Haar:
ich bin bekränzt.
Du aber siehst es nicht.
Und da sind alle Feste nichtmehr wahr.
Rainer Maria Rilke
Es ist ja Frühling. Und der Garten glänzt
vor lauter Licht.
Die Zweige zittern zwar
in tiefer Luft, die Stille selber spricht,
und unser Garten ist wie ein Altar.
Der Abend atmet wie ein Angesicht,
und seine Lieblingswinde liegen dicht
wie deine Hände mir im Haar:
ich bin bekränzt.
Du aber siehst es nicht.
Und da sind alle Feste nichtmehr wahr.
Rainer Maria Rilke
Letzte Änderung: 23 Mär 2026 10:39 von Feschtbrueder.
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23 Mär 2026 15:55 #57442
von Kaninchen
Das Gedicht „Winter, ade! Scheiden tut weh.“ (Winters Abschied) stammt aus der Feder von Hoffmann von Fallersleben.
Winter, ade!
Scheiden tut weh.
Aber dein Scheiden macht,
Dass jetzt mein Herze lacht.
Winter, ade!
Scheiden tut weh.
Winter, ade!
Scheiden tut weh.
Gerne vergess' ich dein,
Kannst immer ferne sein.
Winter, ade!
Scheiden tut weh.
Winter, ade!
Scheiden tut weh.
Gehst du nicht bald nach Haus,
Lacht dich der Kuckuck aus.
Winter, ade!
Scheiden tut weh.
Das Gedicht „Winter, ade! Scheiden tut weh.“ (Winters Abschied) stammt aus der Feder von Hoffmann von Fallersleben.
Winter, ade!
Scheiden tut weh.
Aber dein Scheiden macht,
Dass jetzt mein Herze lacht.
Winter, ade!
Scheiden tut weh.
Winter, ade!
Scheiden tut weh.
Gerne vergess' ich dein,
Kannst immer ferne sein.
Winter, ade!
Scheiden tut weh.
Winter, ade!
Scheiden tut weh.
Gehst du nicht bald nach Haus,
Lacht dich der Kuckuck aus.
Winter, ade!
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24 Mär 2026 14:44 #57463
von Feschtbrueder
Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!
Abschied
Nun nehm’ ich Abschied von der Quelle
Und von der freundlich lieben Stadt,
Gleich wie ein fahrender Geselle,
Der lang genug gerastet hat.
Den Ort schau ich zum letzten Male,
Und wird auch nicht mein Auge seucht,
Ich scheide von dem schönen Thale,
Das mich umflug, nicht froh und leicht.
Es giebt mir Niemand das Geleite,
Ich wandere allein gemach,
Ein Mädchen nur sieht aus der Weite,
Ich fühl es, mir verstohlen nach.
Otto Bauer
Nun nehm’ ich Abschied von der Quelle
Und von der freundlich lieben Stadt,
Gleich wie ein fahrender Geselle,
Der lang genug gerastet hat.
Den Ort schau ich zum letzten Male,
Und wird auch nicht mein Auge seucht,
Ich scheide von dem schönen Thale,
Das mich umflug, nicht froh und leicht.
Es giebt mir Niemand das Geleite,
Ich wandere allein gemach,
Ein Mädchen nur sieht aus der Weite,
Ich fühl es, mir verstohlen nach.
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