Gedichte
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05 Dez 2018 07:50 - 05 Dez 2018 07:53 #20402
von Kaninchen
Vom Honigkuchenmann
von Hoffmann von Fallersleben
Keine Puppe will ich haben -
Puppen gehn mich gar nichts an.
Was erfreun mich kann und laben,
ist ein Honigkuchenmann,
so ein Mann mit Leib und Kleid
durch und durch von Süßigkeit.
Stattlicher als eine Puppe
sieht ein Honigkerl sich an,
eine ganze Puppengruppe
mich nicht so erfreuen kann.
Aber seh'ich recht dich an,
dauerst du mich, lieber Mann.
Denn du bist zum Tod erkoren -
bin ich dir auch noch so gut,
ob du hast ein Bein verloren,
ob das andre weh dir tut:
Armer Honigkuchenmann,
hilft dir nichts, du mußt doch dran!
Vom Honigkuchenmann
von Hoffmann von Fallersleben
Keine Puppe will ich haben -
Puppen gehn mich gar nichts an.
Was erfreun mich kann und laben,
ist ein Honigkuchenmann,
so ein Mann mit Leib und Kleid
durch und durch von Süßigkeit.
Stattlicher als eine Puppe
sieht ein Honigkerl sich an,
eine ganze Puppengruppe
mich nicht so erfreuen kann.
Aber seh'ich recht dich an,
dauerst du mich, lieber Mann.
Denn du bist zum Tod erkoren -
bin ich dir auch noch so gut,
ob du hast ein Bein verloren,
ob das andre weh dir tut:
Armer Honigkuchenmann,
hilft dir nichts, du mußt doch dran!
Letzte Änderung: 05 Dez 2018 07:53 von Kaninchen.
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06 Dez 2018 08:18 - 06 Dez 2018 08:23 #20420
von Kaninchen
Besuch von Nikolaus und Krampus
Darstellung von 1896
Christkinds Getreuer Knecht
von Emil Weber (1877-1944)
Von grünen Tannen ganz umstellt,
Liegt still ein Haus am End der Welt.
Darinnen haust auf seine Art
Ein alter Mann mit langem Bart.
Wenn's Winter wird, da gibt's zu tun;
Da kann er nur am Abend ruhn.
Und wenn's die ersten Flocken schneit,
Da lächelt er: Bald ist's soweit.
Und eines Abends schwebt ganz sacht
Ein Engel wieder durch die Nacht.
Er schwebt, umglänzt von goldnem Schein,
Auf's Häuschen zu und geht hinein.
"He Alter" - ruft er - "sei bereit;
Die Zeit ist da, es ist soweit!"
Der Engel aber dass Ihr's wisst,
Kein andrer als das Christkind ist.
Ihm dient der Alte treu und recht;
Knecht Ruprecht ist's des Christkinds Knecht
Längst fertig sind die Sachen all;
Der Esel wartet schon im Stall.
Der gute Graue, dick vom Ruh'n,
Bekommt nun tüchtig was zu tun.
Zwei größe Säcke bis zum Rand
Gefüllt - so geht's ins Menschenland.
Am nächsten klopft's bei euch an.
Du kriegst 'nen Schreck ...
Der Weihnachtsmann!
Besuch von Nikolaus und Krampus
Darstellung von 1896
Christkinds Getreuer Knecht
von Emil Weber (1877-1944)
Von grünen Tannen ganz umstellt,
Liegt still ein Haus am End der Welt.
Darinnen haust auf seine Art
Ein alter Mann mit langem Bart.
Wenn's Winter wird, da gibt's zu tun;
Da kann er nur am Abend ruhn.
Und wenn's die ersten Flocken schneit,
Da lächelt er: Bald ist's soweit.
Und eines Abends schwebt ganz sacht
Ein Engel wieder durch die Nacht.
Er schwebt, umglänzt von goldnem Schein,
Auf's Häuschen zu und geht hinein.
"He Alter" - ruft er - "sei bereit;
Die Zeit ist da, es ist soweit!"
Der Engel aber dass Ihr's wisst,
Kein andrer als das Christkind ist.
Ihm dient der Alte treu und recht;
Knecht Ruprecht ist's des Christkinds Knecht
Längst fertig sind die Sachen all;
Der Esel wartet schon im Stall.
Der gute Graue, dick vom Ruh'n,
Bekommt nun tüchtig was zu tun.
Zwei größe Säcke bis zum Rand
Gefüllt - so geht's ins Menschenland.
Am nächsten klopft's bei euch an.
Du kriegst 'nen Schreck ...
Der Weihnachtsmann!
Letzte Änderung: 06 Dez 2018 08:23 von Kaninchen.
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07 Dez 2018 07:41 #20438
von Kaninchen
Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
daß er leuchte uns so sehr
durch die dunklen Stunden.
Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
und so leuchten auch wir,
und so leuchtet das Zimmer.
Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen!
Matthias Claudius
Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
daß er leuchte uns so sehr
durch die dunklen Stunden.
Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
und so leuchten auch wir,
und so leuchtet das Zimmer.
Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen!
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08 Dez 2018 07:39 #20451
von Kaninchen
EIN KLEINES HEXENHAUS
Ein Gedicht von Ulrich Lang
Draußen, fernab von der Stadt,
einsam liegt ein kleines Haus,
eine Hexe späht dort raus,
ob ein Wanderer sich naht.
Diesen spricht sie höflich an,
bittet ihn zu sich herein,
wenn er trinkt von ihrem Wein,
schlägt ihn dieser in den Bann
dieser Dame und dann muss
dienen er ihr fast ein Jahr,
er verfällt mit Haut und Haar
ihr und wird total konfus.
Er muss misten aus den Stall,
auf dem Feld streu´n aus die Saat,
später ernten den Salat,
Milch zapfen, wenn Euter prall,
Brot backen, selbst schlachten, auch
kochen, putzen, waschen, näh´n,
für die Frau zum Marktplatz geh´n
und ihr streicheln nachts den Bauch.
Wenn sie hat von ihm genug,
reicht sie ihm den Wanderstab,
nimmt den Fluch dann von ihm ab,
und zu Ende ist der Spuk.
Eines Tages kam auch ich
wandernd in die Gegend dort,
prompt verfiel ich diesem Ort,
doch die Hexe sicherlich
war zufrieden nicht mit mir.
Ich bin faul und schlaf oft ein
und trank weg ihr all den Wein,
das hat sehr missfallen ihr.
Nach zwei Tagen schickte sie
mich schon wieder auf die Walz,
ich versprach dann jedenfalls,
ihr zu schicken irgendwie
jemand, der mag fleißig sein,
doch danach ich nicht vergaß,
hintersinnig und zum Spaß,
an der nächsten Kreuzung fein,
Schilder abzusägen prompt,
die die Richtung wiesen aus.
Jetzt dort Richtung Hexenhaus
niemals mehr vorbei wer kommt.
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Ulrich Lang) für private Zwecke frei verwendet werden.
EIN KLEINES HEXENHAUS
Ein Gedicht von Ulrich Lang
Draußen, fernab von der Stadt,
einsam liegt ein kleines Haus,
eine Hexe späht dort raus,
ob ein Wanderer sich naht.
Diesen spricht sie höflich an,
bittet ihn zu sich herein,
wenn er trinkt von ihrem Wein,
schlägt ihn dieser in den Bann
dieser Dame und dann muss
dienen er ihr fast ein Jahr,
er verfällt mit Haut und Haar
ihr und wird total konfus.
Er muss misten aus den Stall,
auf dem Feld streu´n aus die Saat,
später ernten den Salat,
Milch zapfen, wenn Euter prall,
Brot backen, selbst schlachten, auch
kochen, putzen, waschen, näh´n,
für die Frau zum Marktplatz geh´n
und ihr streicheln nachts den Bauch.
Wenn sie hat von ihm genug,
reicht sie ihm den Wanderstab,
nimmt den Fluch dann von ihm ab,
und zu Ende ist der Spuk.
Eines Tages kam auch ich
wandernd in die Gegend dort,
prompt verfiel ich diesem Ort,
doch die Hexe sicherlich
war zufrieden nicht mit mir.
Ich bin faul und schlaf oft ein
und trank weg ihr all den Wein,
das hat sehr missfallen ihr.
Nach zwei Tagen schickte sie
mich schon wieder auf die Walz,
ich versprach dann jedenfalls,
ihr zu schicken irgendwie
jemand, der mag fleißig sein,
doch danach ich nicht vergaß,
hintersinnig und zum Spaß,
an der nächsten Kreuzung fein,
Schilder abzusägen prompt,
die die Richtung wiesen aus.
Jetzt dort Richtung Hexenhaus
niemals mehr vorbei wer kommt.
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Ulrich Lang) für private Zwecke frei verwendet werden.
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09 Dez 2018 08:12 - 10 Dez 2018 06:55 #20474
von Kaninchen
Christrose
Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit
Draußen in Eis und Schnee.
Und wenns in der Winternacht friert und schneit,
Das tut der Rose nicht weh.
Es grünt die Hoffnung zur Weihnachtszeit,
Drinnen im Herzen still:
Daß immer und ewig so schön wie heut'
Frieden werden will.
Christrose, Christrose, Christrose, Christrose,
Blume der Heiligen Nacht!
Christrose, Christrose, Christrose, Christrose,
Hast mir die Hoffnung gebracht.
Die Liebe vertreibt meine Einsamkeit,
Mir tut das Herz nicht mehr weh,
Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit
Draußen in Eis und Schnee.
Unbekannt
Christrose
Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit
Draußen in Eis und Schnee.
Und wenns in der Winternacht friert und schneit,
Das tut der Rose nicht weh.
Es grünt die Hoffnung zur Weihnachtszeit,
Drinnen im Herzen still:
Daß immer und ewig so schön wie heut'
Frieden werden will.
Christrose, Christrose, Christrose, Christrose,
Blume der Heiligen Nacht!
Christrose, Christrose, Christrose, Christrose,
Hast mir die Hoffnung gebracht.
Die Liebe vertreibt meine Einsamkeit,
Mir tut das Herz nicht mehr weh,
Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit
Draußen in Eis und Schnee.
Unbekannt
Letzte Änderung: 10 Dez 2018 06:55 von Feschtbrueder. Grund: Duplikat entfernt
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10 Dez 2018 07:44 - 10 Dez 2018 07:46 #20490
von Kaninchen
Lied der Harfenjule
Emsig dreht sich meine Spule
Immer zur Musik bereit,
Denn ich bin die Harfenjule
Schon seit meiner Kinderzeit.
Niemand schlägt wie ich die Saiten,
Niemand hat wie ich Gewalt.
Selbst die wilden Tiere schreiten
Sanft wie Lämmer durch den Wald.
Und ich schlage meine Harfe,
Wo und wie es immer sei,
Zum Familienbedarfe,
Kindstauf oder Rauferei.
Reich mir einer eine Halbe
Oder einen Groschen nur.
Als des Sommers letzte Schwalbe
Schwebe ich durch die Natur.
Und so dreht sich meine Spule,
Tief vom Innersten bewegt,
Bis die alte Harfenjule
Einst im Himmel Harfe schlägt.
(Klabund)
Luise Nordmann mit ihrer Harfe
Harfenjule ist der Spitzname von Luise Nordmann, geb. Schulz (* 6. September 1829 in Potsdam; † 7. Januar 1911 in Berlin), wurde aber dann auch zum allgemeinen Begriff für Straßensängerinnen.
Die Harfenjule gilt als Berliner Original.
Im kaiserlichen Berlin wurde sie als Straßenmusikantin und durch Zeitungsberichte über die Stadt hinaus bekannt.
Meist wurde dabei die Not, in der sie lebte, verschwiegen und mehr auf populäre Folklore Wert gelegt.
Quelle Text und Bild Wikipedia
Emsig dreht sich meine Spule
Immer zur Musik bereit,
Denn ich bin die Harfenjule
Schon seit meiner Kinderzeit.
Niemand schlägt wie ich die Saiten,
Niemand hat wie ich Gewalt.
Selbst die wilden Tiere schreiten
Sanft wie Lämmer durch den Wald.
Und ich schlage meine Harfe,
Wo und wie es immer sei,
Zum Familienbedarfe,
Kindstauf oder Rauferei.
Reich mir einer eine Halbe
Oder einen Groschen nur.
Als des Sommers letzte Schwalbe
Schwebe ich durch die Natur.
Und so dreht sich meine Spule,
Tief vom Innersten bewegt,
Bis die alte Harfenjule
Einst im Himmel Harfe schlägt.
(Klabund)
Luise Nordmann mit ihrer Harfe
Harfenjule ist der Spitzname von Luise Nordmann, geb. Schulz (* 6. September 1829 in Potsdam; † 7. Januar 1911 in Berlin), wurde aber dann auch zum allgemeinen Begriff für Straßensängerinnen.
Die Harfenjule gilt als Berliner Original.
Im kaiserlichen Berlin wurde sie als Straßenmusikantin und durch Zeitungsberichte über die Stadt hinaus bekannt.
Meist wurde dabei die Not, in der sie lebte, verschwiegen und mehr auf populäre Folklore Wert gelegt.
Quelle Text und Bild Wikipedia
Letzte Änderung: 10 Dez 2018 07:46 von Kaninchen.
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