Gedichte
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06 Jan 2018 07:01 #15547
von Kaninchen
Wir Heiligen Drei König'
Wir Heiligen Drei' König', wir kommen von fern,
wir suchen den Heiland, den göttlichen Herrn.
Da stehet vor uns ein hell leuchtender Stern,
er winkt uns gar freundlich, wir folgen ihm gern.
Er führt uns vorüber vorm Herodes sei'm Haus,
da schaut der falsch' König beim Fenster heraus.
Er winkt uns so freundlich: „O kommt doch herein,
ich will euch aufwarten mit Kuchen und Wein."
„Wir können nicht weilen, wir müssen gleich fort,
wir müssen uns eilen nach Bethlehems Ort.
Es ward uns durch Gottheit die Kunde zuteil,
dass ein Kind ist geboren, das der Welt bringt das Heil.
Wir kommen im Stall an, finden das Kind,
viel schöner und holder, als Engel es sind.
Wir knien uns nieder und beten es an,
o Herr, nimm die Gabe aus Dankbarkeit an:
Gold, Weihrauch und Myrrhen, das reichen wir dir,
führ du uns dann einstens in'n Himmel von hier!
Volksgut
Wir Heiligen Drei' König', wir kommen von fern,
wir suchen den Heiland, den göttlichen Herrn.
Da stehet vor uns ein hell leuchtender Stern,
er winkt uns gar freundlich, wir folgen ihm gern.
Er führt uns vorüber vorm Herodes sei'm Haus,
da schaut der falsch' König beim Fenster heraus.
Er winkt uns so freundlich: „O kommt doch herein,
ich will euch aufwarten mit Kuchen und Wein."
„Wir können nicht weilen, wir müssen gleich fort,
wir müssen uns eilen nach Bethlehems Ort.
Es ward uns durch Gottheit die Kunde zuteil,
dass ein Kind ist geboren, das der Welt bringt das Heil.
Wir kommen im Stall an, finden das Kind,
viel schöner und holder, als Engel es sind.
Wir knien uns nieder und beten es an,
o Herr, nimm die Gabe aus Dankbarkeit an:
Gold, Weihrauch und Myrrhen, das reichen wir dir,
führ du uns dann einstens in'n Himmel von hier!
Volksgut
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07 Jan 2018 06:58 - 07 Jan 2018 07:01 #15571
von Kaninchen
Frage
Wenn einsam du im Kämmerlein gesessen,
wenn dich der Schlummer floh die lange Nacht,
dann hast du oft, so sprichst du, mein gedacht;
doch, wenn die Sonne kommen unterdessen,
wenn dir die Welt und jeglich Aug gelacht,
hast du auch dann wohl jemals mein gedacht?
Theodor Storm
(1817 - 1888),
Hans Theodor Woldsen Storm
deutscher Jurist, Dichter und Novellist
Wenn einsam du im Kämmerlein gesessen,
wenn dich der Schlummer floh die lange Nacht,
dann hast du oft, so sprichst du, mein gedacht;
doch, wenn die Sonne kommen unterdessen,
wenn dir die Welt und jeglich Aug gelacht,
hast du auch dann wohl jemals mein gedacht?
Theodor Storm
(1817 - 1888),
Hans Theodor Woldsen Storm
deutscher Jurist, Dichter und Novellist
Letzte Änderung: 07 Jan 2018 07:01 von Kaninchen.
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07 Jan 2018 21:37 #15587
von Feschtbrueder
Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!
Zum neuen Jahr ...
Zum neuen Jahr
hab ich der Wünsche eine Schar
und bringe bunt gemischt sie dar,
wie sie der lose Reim gebar.
Ich wünsche dem verliebten Paar
gebahnten Weg zum Traualtar,
dem Kahlkopf reich gelocktes Haar,
dem Pilger, dass er glücklich fahr,
dem Kindlein, dass es Gott bewahr,
Kundschaften, fette, dem Notar,
dem Trinker Rheinwein alt und klar,
dem Geizhals Tonnen Goldes bar,
ein Landgericht dem Aktuar,
die Bischofsmütze dem Vikar,
der Blinde seh gleich einem Aar.
Kurz, mit dem ersten Januar
verschwinde jegliche Gefahr
vom Erdenrunde ganz und gar,
das Gute nur bleib immerdar!
Dies wünsche ich zum neuen Jahr,
und was ich wünsche - werde wahr!
Anonym
Zum neuen Jahr
hab ich der Wünsche eine Schar
und bringe bunt gemischt sie dar,
wie sie der lose Reim gebar.
Ich wünsche dem verliebten Paar
gebahnten Weg zum Traualtar,
dem Kahlkopf reich gelocktes Haar,
dem Pilger, dass er glücklich fahr,
dem Kindlein, dass es Gott bewahr,
Kundschaften, fette, dem Notar,
dem Trinker Rheinwein alt und klar,
dem Geizhals Tonnen Goldes bar,
ein Landgericht dem Aktuar,
die Bischofsmütze dem Vikar,
der Blinde seh gleich einem Aar.
Kurz, mit dem ersten Januar
verschwinde jegliche Gefahr
vom Erdenrunde ganz und gar,
das Gute nur bleib immerdar!
Dies wünsche ich zum neuen Jahr,
und was ich wünsche - werde wahr!
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08 Jan 2018 06:54 - 08 Jan 2018 06:55 #15598
von Kaninchen
Winterlied
Die schöne Sommerzeit ist hin,
Der Winter ist nun da;
Wir müssen aus dem Garten fliehn,
Der uns so fröhlich sah.
Der Busch ist kahl und abgelaubt,
Der uns im Schatten barg;
Der alte kalte Nordwind schnaubt
Und macht es gar zu arg.
O Mädchen, komm, so weichen wir
Und räumen ihm das Feld;
Ist nicht, o süßes Mägdlein, dir
Ein Hüttelein bestellt?
Und bleibt mir fortan immer nur
Das Hüttlein aufgetan;
So klag' ich nicht die öde Flur
Und nicht den Winter an.
Ottmar Hörl Skulpureninstallation "Rückert für Alle" in Schweinfurt
friedrich rückert
Geboren: 16. Mai 1788, Schweinfurt
Gestorben: 31. Januar 1866, Coburg
Die schöne Sommerzeit ist hin,
Der Winter ist nun da;
Wir müssen aus dem Garten fliehn,
Der uns so fröhlich sah.
Der Busch ist kahl und abgelaubt,
Der uns im Schatten barg;
Der alte kalte Nordwind schnaubt
Und macht es gar zu arg.
O Mädchen, komm, so weichen wir
Und räumen ihm das Feld;
Ist nicht, o süßes Mägdlein, dir
Ein Hüttelein bestellt?
Und bleibt mir fortan immer nur
Das Hüttlein aufgetan;
So klag' ich nicht die öde Flur
Und nicht den Winter an.
Ottmar Hörl Skulpureninstallation "Rückert für Alle" in Schweinfurt
friedrich rückert
Geboren: 16. Mai 1788, Schweinfurt
Gestorben: 31. Januar 1866, Coburg
Letzte Änderung: 08 Jan 2018 06:55 von Kaninchen.
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09 Jan 2018 07:27 #15616
von Kaninchen
Der Esel
Es stand vor eines Hauses Tor
Ein Esel mit gespitztem Ohr,
Der käute sich sein Bündel Heu
Gedankenvoll und still entzwei.
Nun kommen da und bleiben stehn
Der naseweisen Buben zween,
Die auch sogleich, indem sie lachen,
Verhaßte Redensarten machen,
Womit man denn bezwecken wollte,
Daß sich der Esel ärgern sollte.
Doch dieser hocherfahrne Greis
Beschrieb nur einen halben Kreis,
Verhielt sich stumm und zeigte itzt
Die Seite, wo der Wedel sitzt.
Wihelm Busch
Es stand vor eines Hauses Tor
Ein Esel mit gespitztem Ohr,
Der käute sich sein Bündel Heu
Gedankenvoll und still entzwei.
Nun kommen da und bleiben stehn
Der naseweisen Buben zween,
Die auch sogleich, indem sie lachen,
Verhaßte Redensarten machen,
Womit man denn bezwecken wollte,
Daß sich der Esel ärgern sollte.
Doch dieser hocherfahrne Greis
Beschrieb nur einen halben Kreis,
Verhielt sich stumm und zeigte itzt
Die Seite, wo der Wedel sitzt.
Wihelm Busch
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10 Jan 2018 07:05 #15634
von Kaninchen
Ein dicker Sack
Ein dicker Sack - den Bauer Bolte,
der ihn zur Mühle bringen wollte,
um auszuruhn, mal hingestellt
dicht an ein reifes Ährenfeld, -
legt sich in würdevolle Falten
und fängt 'ne Rede an zu halten.
Ich, sprach er, bin der volle Sack.
Ihr Ähren seid nur dünnes Pack.
Ich bin's, der Euch auf dieser Welt
In Ewigkeit zusammenhält.
Ich bin's, der hoch vonnöten ist,
daß Euch das Federvieh nicht frißt,
ich, dessen hohe Fassungskraft
euch schließlich in die Mühle schafft.
Verneigt Euch tief, denn ich bin Der!
Was wäret ihr, wenn ich nicht wär?
Sanft rauschen die Ähren:
Du wärst ein leerer Schlauch,
wenn wir nicht wären.
Wilhelm Busch
Ein dicker Sack - den Bauer Bolte,
der ihn zur Mühle bringen wollte,
um auszuruhn, mal hingestellt
dicht an ein reifes Ährenfeld, -
legt sich in würdevolle Falten
und fängt 'ne Rede an zu halten.
Ich, sprach er, bin der volle Sack.
Ihr Ähren seid nur dünnes Pack.
Ich bin's, der Euch auf dieser Welt
In Ewigkeit zusammenhält.
Ich bin's, der hoch vonnöten ist,
daß Euch das Federvieh nicht frißt,
ich, dessen hohe Fassungskraft
euch schließlich in die Mühle schafft.
Verneigt Euch tief, denn ich bin Der!
Was wäret ihr, wenn ich nicht wär?
Sanft rauschen die Ähren:
Du wärst ein leerer Schlauch,
wenn wir nicht wären.
Wilhelm Busch
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