Gedichte
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31 Okt 2024 16:00 #50178
von Kaninchen
Das Gedicht „Herbst“ stammt aus der Feder von Joachim Ringelnatz.
Der Herbst schert hurtig Berg und Tal
Mit kalter Schere ratzekahl.
Der Vogel reist nach warmer Ferne;
Wir alle folgtem ihm so gerne.
Das Laub ist gelb und welk geworden,
Grün blieb nur Fichte noch und Tann'.
Huhu! Schon meldet sich im Norden
Der Winter mit dem Weihnachtsmann.
Das Gedicht „Herbst“ stammt aus der Feder von Joachim Ringelnatz.
Der Herbst schert hurtig Berg und Tal
Mit kalter Schere ratzekahl.
Der Vogel reist nach warmer Ferne;
Wir alle folgtem ihm so gerne.
Das Laub ist gelb und welk geworden,
Grün blieb nur Fichte noch und Tann'.
Huhu! Schon meldet sich im Norden
Der Winter mit dem Weihnachtsmann.
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03 Nov 2024 16:27 #50211
von Kaninchen
Die Kornblume könnte Vorbild für das Symbol der Blauen Blume gewesen sein
Das Gedicht „Die blaue Blume“ stammt aus der Feder von Joseph von Eichendorff.
Ich suche die blaue Blume,
Ich suche und finde sie nie,
Mir träumt, dass in der Blume
Mein gutes Glück mir blüh.
Ich wandre mit meiner Harfe
Durch Länder, Städt und Au'n,
Ob nirgends in der Runde
Die blaue Blume zu schaun.
Ich wandre schon seit lange,
Hab lang gehofft, vertraut,
Doch ach, noch nirgends hab ich
Die blaue Blum geschaut.
Die Kornblume könnte Vorbild für das Symbol der Blauen Blume gewesen sein
Das Gedicht „Die blaue Blume“ stammt aus der Feder von Joseph von Eichendorff.
Ich suche die blaue Blume,
Ich suche und finde sie nie,
Mir träumt, dass in der Blume
Mein gutes Glück mir blüh.
Ich wandre mit meiner Harfe
Durch Länder, Städt und Au'n,
Ob nirgends in der Runde
Die blaue Blume zu schaun.
Ich wandre schon seit lange,
Hab lang gehofft, vertraut,
Doch ach, noch nirgends hab ich
Die blaue Blum geschaut.
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07 Nov 2024 16:19 #50243
von Kaninchen
Wanderer im Nebel
Die Nebelfrauen binden im Tann
Zarte, wehende Tüchlein an,
Die flattern und winken so wunderlich -
Hüte dich!
Leise Schritte gehn dir zur Seite,
Weiße Hände verschleiern die Weite,
Müde Träume spinnen dich ein ...
Halte dich wacker, halte dich wach,
Drunten im Thale wartet das Städtchen,
Lagert der Herdrauch über dem Dach.
Kinder drängen im warmen Gemach
Sich um die Mutter, der Lampenschein
Wandert still in die Nacht hinein,
Wandert getreulich und sucht seinen Herrn -
Hörst du das Schlagen der Thurmuhr von fern?
Wie eine Henne die Küchlein ruft,
Schickt sie den Lockruf hinaus in die Luft.
Hast du des Weges sichere Spur?
Thalwärts führt er, zur Heimathflur!
Irre nicht ab,
Strebe nicht fort,
Gähnende Gründe,
Drohende Schlünde
Bergen sich tückisch im Dunkel dort,
Und ein paar taumelnde Schritte nur,
So sinkst du hinab.
Stütze dich fest auf den knorrigen Stab -
Kam wohl Mancher zu Falle im Leben,
Weil er den Stecken verachtet hat,
Den die Vorsicht ihm mitgegeben.
Fürchte dich nicht -
Ob die Gestalten
Trugvoll dich locken,
Dräuend dich halten -
Über dir breiten
Höhre Gewalten
Schützend die Hände!
Siehe, schon ebnet
Sich sacht das Gelände ...
Froh blickt dein Auge,
Und hell lacht dein Mund:
Fest tritt dein Fuß
Auf den Heimathgrund!
Anna Ritter . 1865 - 1921
Wanderer im Nebel
Die Nebelfrauen binden im Tann
Zarte, wehende Tüchlein an,
Die flattern und winken so wunderlich -
Hüte dich!
Leise Schritte gehn dir zur Seite,
Weiße Hände verschleiern die Weite,
Müde Träume spinnen dich ein ...
Halte dich wacker, halte dich wach,
Drunten im Thale wartet das Städtchen,
Lagert der Herdrauch über dem Dach.
Kinder drängen im warmen Gemach
Sich um die Mutter, der Lampenschein
Wandert still in die Nacht hinein,
Wandert getreulich und sucht seinen Herrn -
Hörst du das Schlagen der Thurmuhr von fern?
Wie eine Henne die Küchlein ruft,
Schickt sie den Lockruf hinaus in die Luft.
Hast du des Weges sichere Spur?
Thalwärts führt er, zur Heimathflur!
Irre nicht ab,
Strebe nicht fort,
Gähnende Gründe,
Drohende Schlünde
Bergen sich tückisch im Dunkel dort,
Und ein paar taumelnde Schritte nur,
So sinkst du hinab.
Stütze dich fest auf den knorrigen Stab -
Kam wohl Mancher zu Falle im Leben,
Weil er den Stecken verachtet hat,
Den die Vorsicht ihm mitgegeben.
Fürchte dich nicht -
Ob die Gestalten
Trugvoll dich locken,
Dräuend dich halten -
Über dir breiten
Höhre Gewalten
Schützend die Hände!
Siehe, schon ebnet
Sich sacht das Gelände ...
Froh blickt dein Auge,
Und hell lacht dein Mund:
Fest tritt dein Fuß
Auf den Heimathgrund!
Anna Ritter . 1865 - 1921
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09 Nov 2024 16:44 #50266
von Kaninchen
Wilhelm Busch
Bewaffneter Friede
Ganz unverhofft an einem Hügel
Sind sich begegnet Fuchs und Igel.
Halt, rief der Fuchs, du Bösewicht!
Kennst du des Königs Order nicht?
Ist nicht der Friede längst verkündigt,
Und weißt du nicht, dass jeder sündigt,
Der immer noch gerüstet geht?
Im Namen seiner Majestät
Geh her und übergib dein Fell.
Der Igel sprach: Nur nicht so schnell.
Lass dir erst deine Zähne brechen,
Dann wollen wir uns weiter sprechen!
Und allsogleich macht er sich rund,
Schließt seinen dichten Stachelbund
Und trotzt getrost der ganzen Welt
Bewaffnet, doch als Frieden
Wilhelm Busch
Bewaffneter Friede
Ganz unverhofft an einem Hügel
Sind sich begegnet Fuchs und Igel.
Halt, rief der Fuchs, du Bösewicht!
Kennst du des Königs Order nicht?
Ist nicht der Friede längst verkündigt,
Und weißt du nicht, dass jeder sündigt,
Der immer noch gerüstet geht?
Im Namen seiner Majestät
Geh her und übergib dein Fell.
Der Igel sprach: Nur nicht so schnell.
Lass dir erst deine Zähne brechen,
Dann wollen wir uns weiter sprechen!
Und allsogleich macht er sich rund,
Schließt seinen dichten Stachelbund
Und trotzt getrost der ganzen Welt
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10 Nov 2024 17:10 #50278
von Kaninchen
Das Gedicht „Die Sonne und der Wind“ stammt aus der Feder von Johann Gottfried Herder.
Wind und Sonne machten Wette,
Wer die meisten Kräfte hätte,
Einen armen Wandersmann
Seiner Kleider zu berauben.
Wind begann;
Doch sein Schnauben
Tat ihm nichts; der Wandersmann
Zog den Mantel dichter an.
Wind verzweifelt nun und ruht;
Und ein lieber Sonnenschein
Füllt mit holder, sanfter Gluth
Wanderers Gebein.
Hüllt er nun sich tiefer ein?
Nein!
Ab wirft er nun sein Gewand,
Und die Sonne überwand.
Das Gedicht „Die Sonne und der Wind“ stammt aus der Feder von Johann Gottfried Herder.
Wind und Sonne machten Wette,
Wer die meisten Kräfte hätte,
Einen armen Wandersmann
Seiner Kleider zu berauben.
Wind begann;
Doch sein Schnauben
Tat ihm nichts; der Wandersmann
Zog den Mantel dichter an.
Wind verzweifelt nun und ruht;
Und ein lieber Sonnenschein
Füllt mit holder, sanfter Gluth
Wanderers Gebein.
Hüllt er nun sich tiefer ein?
Nein!
Ab wirft er nun sein Gewand,
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11 Nov 2024 16:54 - 11 Nov 2024 16:56 #50292
von Kaninchen
Ehrgeiz
Ich habe meinen Soldaten aus Blei
Als Kind Verdienstkreuzchen eingeritzt.
Mir selber ging alle Ehre vorbei,
Bis auf zwei Orden, die jeder besitzt.
Und ich pfeife durchaus nicht auf Ehre.
Im Gegenteil. Mein Ideal wäre,
Daß man nach meinem Tod (grano salis)
Ein Gäßchen nach mir benennt, ein ganz schmales
Und krummes Gäßchen, mit niedrigen Türchen,
Mit steilen Treppchen und feilen Hürchen,
Mit Schatten und schiefen Fensterluken.
Dort würde ich spuken.
Joachim Ringelnatz . 1883 - 1934
Ehrgeiz
Ich habe meinen Soldaten aus Blei
Als Kind Verdienstkreuzchen eingeritzt.
Mir selber ging alle Ehre vorbei,
Bis auf zwei Orden, die jeder besitzt.
Und ich pfeife durchaus nicht auf Ehre.
Im Gegenteil. Mein Ideal wäre,
Daß man nach meinem Tod (grano salis)
Ein Gäßchen nach mir benennt, ein ganz schmales
Und krummes Gäßchen, mit niedrigen Türchen,
Mit steilen Treppchen und feilen Hürchen,
Mit Schatten und schiefen Fensterluken.
Dort würde ich spuken.
Joachim Ringelnatz . 1883 - 1934
Letzte Änderung: 11 Nov 2024 16:56 von Kaninchen.
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