Gedichte

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05 Dez 2024 15:05 #50573 von Kaninchen
 

Das Gedicht „Nußknacker“ stammt aus der Feder von Hoffmann von Fallersleben.

Nußknacker, du machst ein grimmig Gesicht -
Ich aber, ich fürchte vor dir mich nicht:
Ich weiß, du meinst es gut mit mir,
Drum bring ich meine Nüsse dir.

Ich weiß, du bist ein Meister im Knacken:
Du kannst mit deinen dicken Backen
Gar hübsch die harten Nüsse packen
Und weißt sie vortrefflich aufzuknacken.

Nußknacker, drum bitt ich dich, bitt ich dich,
Hast bessere Zähn als ich, Zähn als ich.
O knacke nur, knacke nur immerzu!
Ich will dir zu Ehren, die Kerne verzehren.

O knacke nur, knack knack knack! immerzu!
Ei, welch ein braver Kerl bist du!

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06 Dez 2024 11:31 #50585 von Kaninchen
 

Von drauß', vom Walde komm ich her;
ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr! –
Allüberall auf den Tannenspitzen
sah ich goldene Lichtlein blitzen
und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor.

Und wie ich so strolcht' durch den finstern Tann,
da rief's mich mit heller Stimme an:
„Knecht Ruprecht“, rief es, „alter Gesell',
hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan,
Alt und Junge sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
und morgen flieg ich hinab zur Erden;
denn es soll wieder Weihnachten werden!”

Ich sprach: „O, lieber Herre Christ,
meine Reise fast zu Ende ist;
ich soll nur noch in diese Stadt,
wo's eitel gute Kinder hat.”

„Hast denn das Säcklein auch bei dir?”
Ich sprach: „Das Säcklein, das ist hier;
denn Äpfel, Nuß und Mandelkern
essen fromme Kinder gern.

[„Hast denn die Rute auch bei dir?”
Ich sprach: „Die Rute, die ist hier;
doch für die Kinder nur, die schlechten,
die trifft sie auf den Teil, den rechten!”]

Christkindlein sprach: „So ist es recht;
so geh mit Gott, mein treuer Knecht!”

Von drauß', vom Walde komm ich her;
ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!

[Nun sprecht, wie ich's hier innen find!
Sind's gute Kind, sind's böse Kind?]

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07 Dez 2024 15:35 #50599 von Kaninchen
 

Nun gibt der Herbst dem Wind die Sporen.
Die bunten Laubgardinen wehn.
Die Straßen ähneln Korridoren,
In denen Türen offen stehn.

Das Jahr vergeht in Monatsraten.
Es ist schon wieder fast vorbei.
Und was man tut, sind selten Taten.
Das, was man tut, ist Tuerei.

Es ist, als ob die Sonne scheine,
Sie lässt uns kalt. Sie scheint zum Schein.
Man nimmt den Magen an die Leine.
Er knurrt und will gefüttert sein.

Das Laub verschießt, wird immer gelber,
Nimmt Abschied vom Geäst und sinkt.
Die Erde dreht sich um sich selber.
Man merkt es deutlich, wenn man trinkt.

Wird man denn wirklich nur geboren,
Um, wie die Jahre, zu vergehn?
Die Straßen ähneln Korridoren,
In denen Türen offen stehn.

Die Stunden machen ihre Runde.
Wir folgen ihnen Schritt für Schritt
Und gehen langsam vor die Hunde.
Man führt uns hin! Wir laufen mit.

Man grüßt die Welt mit kalten Mienen.
Das Lächeln ist nicht ernst gemeint.
Es wehen bunte Laubgardinen.
Nun regnet's gar. Der Himmel weint.

Man ist allein und wird es bleiben.
Ruth ist verreist, und der Verkehr
Beschränkt sich bloß aufs Briefeschreiben.
Die Liebe ist schon lange her!

Das Spiel ist ganz und gar verloren.
Und dennoch wird es weitergehn.
Die Straßen ähneln Korridoren,
In denen Türen offen stehn ...

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08 Dez 2024 15:23 #50612 von Kaninchen
 

Frau Tanne und Herr Winter!

Ein Gedicht von Schreibmaus

Wenn Flocken fallen in der Nacht,
hat sie Herr Winter wohl gebracht.
Noch zeigt er sich mit kaltem Wind,
lässt Blätter fallen ganz geschwind.
Macht alle Bäume kahl und leer,
bald gibt es keine Blätter mehr.
Nur die Frau Tanne kann gut lachen,
bei ihr kann dieser Herr nichts machen.
Egal wie kalt und rau er ist,
sie weiß das sie ne' Dame ist.
Sie hält sich immer sehr bedeckt,
auch wenn dem Winter das nicht schmeckt.
Er kann daran ruhig ziehen und zerren
und ihr für immer Treue schwören.
Sie sagt Herr Winter tut mir Leid,
ich liebe nur die Weihnachtszeit.
Da stehe ich in aller Pracht,
es werden Kerzen angemacht
und unter mir da liegen Gaben
an denen sich die Menschen laben.
Was bieten sie mir wohl dagegen,
sie wollen doch nur kahl mich fegen.

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09 Dez 2024 15:03 #50623 von Kaninchen
 

Es ist Winter, schaut nur, wie es schneit.
Weihnachten ist nicht mehr weit.
Frau Holle schüttelt ihre Betten,
hell leuchten all die Lichterketten.

Der Weihnachtsmarkt lädt wieder ein,
an einem Stand riecht es so fein
nach Glühwein und Feuerzangenbowle;
dass ich mir auch ein Gläschen hole.

Die Flocken wirbeln durch die Luft,
ich atme frischen Weihnachtsduft.
Bei all dem Treiben und dem Jubel,
genieße ich den Weihnachtstrubel.

Ich öffne mich für alles Neue,
halt Altbewährtem auch die Treue,
schau auf die Stände, die dort stehen
und auf die Menschen, die vorübergehen.

Es riecht nach Mandeln und nach Krapfen,
nach Bratwurst und nach Weihnachtkarpfen -
nach Nüssen und nach Lebkuchenherzen,
nach Bienenwachs und Räucherkerzen.

Auf harmonische und friedvolle Weise,
ertönt ein Weihnachtslied ganz leise
aus dem Dom zu uns hinaus:
„Freue dich“, schallt es aus dem Gotteshaus.

Die alte Burg in Weiß gehüllt!
Welch schönes Panoramabild,
erstrahlt zum Fest im neuen Glanz,
geschmückt mit einem Lichterkranz.

Wie festlich ist doch die Gesinnung,
wie feierlich die Weihnachtsstimmung.
Tausend Menschen ziehen gelassen,
durch die geschmückten, engen Gassen.

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10 Dez 2024 16:24 #50641 von Kaninchen
 

Acht Engel für Dich

Ein Gedicht von Nicole Sunitsch

Der erste Engel bringt dir Gesundheit im Leben,
dafür würde er dir seine Flügel geben.
Der zweite Engel wird dich begleiten
und nie von deiner Seite weichen.

Der dritte Engel wird dich beschützen
und dich in allen Lebenslagen unterstützen.
Der vierte Engel wird die Liebe in dein Herz lassen,
das Schlechte vertreiben ohne zu hassen.

Der fünfte Engel wird dir Freude bringen
und bei Traurigkeit ein Lied für dich singen.
Der sechste Engel wird dir immer zur Seite stehen
und mit dir gemeinsam auch die schweren Wege gehen.

Der siebente Engel ist für die Angst,
er hilft dir, wenn du um deine Lieben bangst.
Der achte Engel ist für die Unendlichkeit,
er ist es, der dich von Schmerzen
und allen negativen Gedanken befreit.

All diese Engel sollen dich in deinem Leben begleiten
und mit dir auch die schwierigen Tage bestreiten.
Und bist du auch mal ganz allein,
diese acht Engel werden bei dir bleiben.

Nimm sie stets in deinen Gedanken mit,
die acht Engel sind das Verbindungsglied.
Der neunte Engel bist du,
geht es dir schlecht,
kommen die anderen acht Engel hinzu.

Was soll dir nun noch passieren,
neun Engel können doch niemals verlieren.
Und kannst du es noch immer nicht glauben,
schau auf die Engel, auf sie kannst du bauen.
Kommen in dein Leben auch viele Hiebe,
vergiss nicht, du und die acht Engel,
es siegt die Liebe.

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