Gedichte
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02 Nov 2025 13:42 #54576
von Kaninchen
Das Gedicht „Allerseelen“ stammt aus der Feder von Eufemia von Adlersfeld-Ballestrem.
Am Tage Allerseelen
Fiel still der erste Schnee -
Da war's im Sinn mir trübe,
Im Herzen bang und weh!
Am Tage Allerseelen
Ging ich den Berg hinab,
Und legte frische Blumen
Im Friedhof auf ein Grab.
Am Tage Allerseelen
War's kalt, und grau, und trüb -
Und unter starrer Erde
Lag meine junge Lieb'. -
Am Tage Allerseelen
Ging hin mein Frühlingstraum,
Wie wenn der Tag sich neiget
An ferner Berge Saum! -
Am Tage Allerseelen
Fiel still der erste Schnee -
Da war's im Sinn mir trübe,
Im Herzen bang und weh!
Am Tage Allerseelen
Ging ich den Berg hinab,
Und legte frische Blumen
Im Friedhof auf ein Grab.
Am Tage Allerseelen
War's kalt, und grau, und trüb -
Und unter starrer Erde
Lag meine junge Lieb'. -
Am Tage Allerseelen
Ging hin mein Frühlingstraum,
Wie wenn der Tag sich neiget
An ferner Berge Saum! -
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03 Nov 2025 15:19 - 03 Nov 2025 15:35 #54589
von Kaninchen
Das Gedicht „Herbstbild“ stammt aus der Feder von Friedrich Hebbel.
Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.
Letzte Änderung: 03 Nov 2025 15:35 von Kaninchen.
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04 Nov 2025 16:40 #54606
von Kaninchen
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05 Nov 2025 12:22 #54615
von Kaninchen
Der traurige Lukas
Von Christian Felix Weiße
Als Lukas bey der Flasche saß,
Da weint er laut bey jedem Glaß,
Das er sich eingeschenkt:
Sein Nachbar sah ihm lange zu,
Und rief zuletzt: was weinest du?
Mein, sag mir, Lukas, was dich kränkt?
Die Flasche, seufzt er, kränket mich!
Trink ich einmal, wie grämt sie sich!
Wie schrecklich nimmt sie ab!
Ach ja, rief Stax, itzt seh ichs ein!
Und half dem armen Lukas schreyn,
Wenn dieser ihm zu trinken gab.
Der traurige Lukas
Von Christian Felix Weiße
Als Lukas bey der Flasche saß,
Da weint er laut bey jedem Glaß,
Das er sich eingeschenkt:
Sein Nachbar sah ihm lange zu,
Und rief zuletzt: was weinest du?
Mein, sag mir, Lukas, was dich kränkt?
Die Flasche, seufzt er, kränket mich!
Trink ich einmal, wie grämt sie sich!
Wie schrecklich nimmt sie ab!
Ach ja, rief Stax, itzt seh ichs ein!
Und half dem armen Lukas schreyn,
Wenn dieser ihm zu trinken gab.
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06 Nov 2025 10:28 #54630
von Kaninchen
Morgenstern, Christian
Diese Rose von heimlichen Küssen schwer
Diese Rose von heimlichen Küssen schwer
Sieh, das ist unsre Liebe.
Unsre Hände reichen sie hin und her,
unsre Lippen bedecken sie mehr und mehr
mit Worten und Küssen sehnsuchtsschwer,
unsre Seelen grüßen sich hin und her -
wie über ein Meer - - wie über ein Meer.
Diese Rose vom Duft unsrer Seelen schwer:
sieh, das ist unsre Liebe.
Morgenstern, Christian
Diese Rose von heimlichen Küssen schwer
Diese Rose von heimlichen Küssen schwer
Sieh, das ist unsre Liebe.
Unsre Hände reichen sie hin und her,
unsre Lippen bedecken sie mehr und mehr
mit Worten und Küssen sehnsuchtsschwer,
unsre Seelen grüßen sich hin und her -
wie über ein Meer - - wie über ein Meer.
Diese Rose vom Duft unsrer Seelen schwer:
sieh, das ist unsre Liebe.
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07 Nov 2025 16:06 #54659
von Kaninchen
Regenlied
Das Gedicht „Regenlied“ stammt aus der Feder von Klaus Groth.
Walle, Regen, walle nieder,
Wecke mir die Träume wieder,
Die ich in der Kindheit träumte,
Wenn das Naß im Sande schäumte;
Wenn die matte Sommerschwüle
Läßig stritt mit frischer Kühle,
Und die blanken Blätter tauten
Und die Saaten dunkler blauten.
Welche Wonne, in dem Fließen
Dann zu stehn mit nackten Füßen!
An dem Grase hinzustreifen
Und den Schaum mit Händen greifen.
Oder mit den heißen Wangen
Kalte Tropfen aufzufangen,
Und den neu erwachten Düften
Seine Kinderbrust zu lüften!
Wie die Kelche, die da troffen,
Stand die Seele atmend offen,
Wie die Blumen, düftetrunken
In dem Himmelstau versunken.
Schauernd kühlte jeder Tropfen
Tief bis an des Herzens Klopfen,
Und der Schöpfung heilig Weben
Drang bis ins verborgne Leben. –
Walle, Regen, walle nieder,
Wecke meine alten Lieder,
Die wir in der Türe sangen,
Wenn die Tropfen draußen klangen!
Möchte ihnen wieder lauschen,
Ihrem süßen, feuchten Rauschen,
Meine Seele sanft betauen
Mit dem frommen Kindergrauen.
Regenlied
Das Gedicht „Regenlied“ stammt aus der Feder von Klaus Groth.
Walle, Regen, walle nieder,
Wecke mir die Träume wieder,
Die ich in der Kindheit träumte,
Wenn das Naß im Sande schäumte;
Wenn die matte Sommerschwüle
Läßig stritt mit frischer Kühle,
Und die blanken Blätter tauten
Und die Saaten dunkler blauten.
Welche Wonne, in dem Fließen
Dann zu stehn mit nackten Füßen!
An dem Grase hinzustreifen
Und den Schaum mit Händen greifen.
Oder mit den heißen Wangen
Kalte Tropfen aufzufangen,
Und den neu erwachten Düften
Seine Kinderbrust zu lüften!
Wie die Kelche, die da troffen,
Stand die Seele atmend offen,
Wie die Blumen, düftetrunken
In dem Himmelstau versunken.
Schauernd kühlte jeder Tropfen
Tief bis an des Herzens Klopfen,
Und der Schöpfung heilig Weben
Drang bis ins verborgne Leben. –
Walle, Regen, walle nieder,
Wecke meine alten Lieder,
Die wir in der Türe sangen,
Wenn die Tropfen draußen klangen!
Möchte ihnen wieder lauschen,
Ihrem süßen, feuchten Rauschen,
Meine Seele sanft betauen
Mit dem frommen Kindergrauen.
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