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19 Apr 2026 18:14 - 19 Apr 2026 18:15 #58036
von Feschtbrueder
Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!
Junaiku
Der Sommer beginnt.
Das Wetter wird viel schlechter.
Nur Regen und Wind.
(Und der Frösche Gelächter.)
© Andreas Kley
Der Sommer beginnt.
Das Wetter wird viel schlechter.
Nur Regen und Wind.
(Und der Frösche Gelächter.)
© Andreas Kley
Letzte Änderung: 19 Apr 2026 18:15 von Feschtbrueder.
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22 Apr 2026 13:07 #58092
von Kaninchen
Faunsflötenlied
Das Gedicht „Faunsflötenlied“ stammt aus der Feder von Otto Julius Bierbaum.
Ich glaube an den großen Pan,
Den heiter heiligen Werdegeist;
Sein Herzschlag ist der Weltentakt,
In dem die Sonnenfülle kreist.
Es wird und stirbt und stirbt und wird;
Kein Ende und kein Anbeginn.
Sing, Flöte, dein Gebet der Lust!
Das ist des Lebens heiliger Sinn.
Faunsflötenlied
Das Gedicht „Faunsflötenlied“ stammt aus der Feder von Otto Julius Bierbaum.
Ich glaube an den großen Pan,
Den heiter heiligen Werdegeist;
Sein Herzschlag ist der Weltentakt,
In dem die Sonnenfülle kreist.
Es wird und stirbt und stirbt und wird;
Kein Ende und kein Anbeginn.
Sing, Flöte, dein Gebet der Lust!
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23 Apr 2026 16:06 #58121
von Kaninchen
An eine, die vorüberging
Das Gedicht „An eine, die vorüberging“ stammt aus der Feder von Charles Baudelaire.
Der Straßenlärm betäubend zu mir drang.
In großer Trauer, schlank, von Schmerz gestrafft,
Schritt eine Frau vorbei, die mit der Hand gerafft
Den Saum des Kleides hob, der glockig schwang;
Anmutig, wie gemeißelt war das Bein.
Und ich, erstarrt, wie außer mich gebracht,
Vom Himmel ihrer Augen, wo ein Sturm erwacht,
Sog Süße, die betört, und Lust, die tötet, ein.
Ein Blitz … dann Nacht! – Du Schöne, mir verloren,
Durch deren Blick ich jählings neu geboren,
Werd in der Ewigkeit ich dich erst wiedersehn?
Woanders, weit von hier! zu spät! soll's nie geschehn?
Dein Ziel ist mir und dir das meine unbekannt,
Dich hätte ich geliebt, und du hast es geahnt!
An eine, die vorüberging
Das Gedicht „An eine, die vorüberging“ stammt aus der Feder von Charles Baudelaire.
Der Straßenlärm betäubend zu mir drang.
In großer Trauer, schlank, von Schmerz gestrafft,
Schritt eine Frau vorbei, die mit der Hand gerafft
Den Saum des Kleides hob, der glockig schwang;
Anmutig, wie gemeißelt war das Bein.
Und ich, erstarrt, wie außer mich gebracht,
Vom Himmel ihrer Augen, wo ein Sturm erwacht,
Sog Süße, die betört, und Lust, die tötet, ein.
Ein Blitz … dann Nacht! – Du Schöne, mir verloren,
Durch deren Blick ich jählings neu geboren,
Werd in der Ewigkeit ich dich erst wiedersehn?
Woanders, weit von hier! zu spät! soll's nie geschehn?
Dein Ziel ist mir und dir das meine unbekannt,
Dich hätte ich geliebt, und du hast es geahnt!
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24 Apr 2026 16:30 #58134
von Kaninchen
Unterm Baum
von Christian Friedrich Hebbel
Unter'm Baum im Sonnenstrale
Liegt ein rothes, träges Kind,
Schläft so lange, bis zum Mahle
Früchte abgefallen sind.
Einer hängt der schweren Aeste
Fast herab auf sein Gesicht,
Beut ihm still der Früchte beste,
Doch sie pflücken mag es nicht.
Flink vom fernen Bergesgipfel
Eilt der Mittagswind daher,
Schüttelt leise, und vom Wipfel
Fällt es, gelb, wie Gold, und schwer.
Daß das Bübchen, nun die Spende
Aus dem Grase winkt, erwacht,
Setzt auf eine seiner Hände
Sich die kleinste Mücke sacht
Unterm Baum
von Christian Friedrich Hebbel
Unter'm Baum im Sonnenstrale
Liegt ein rothes, träges Kind,
Schläft so lange, bis zum Mahle
Früchte abgefallen sind.
Einer hängt der schweren Aeste
Fast herab auf sein Gesicht,
Beut ihm still der Früchte beste,
Doch sie pflücken mag es nicht.
Flink vom fernen Bergesgipfel
Eilt der Mittagswind daher,
Schüttelt leise, und vom Wipfel
Fällt es, gelb, wie Gold, und schwer.
Daß das Bübchen, nun die Spende
Aus dem Grase winkt, erwacht,
Setzt auf eine seiner Hände
Sich die kleinste Mücke sacht
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25 Apr 2026 18:50 #58161
von Kaninchen
Niemand
Das Gedicht „Niemand“ stammt aus der Feder von Frida Schanz.
Kennt ihr wohl den Unfuggeist,
der mit Namen Niemand heißt?
Wohnt beinah in jedem Haus!
Fragt nur mal landein, landaus!
Wer hat Vaters Tisch bekleckst?
Mutters Fingerhut verhext?
Mutters Nadeln, Mutters Scheren?
Wer nahm von den Stachelbeeren?
Wer zerschnitt den neuen Ball?
Überall und überall
ist´s und war´s derselbe Fant!
Niemand, niemand, niemand!
Niemand hat das Garn verfitzt,
niemand hat die Wurst stibitzt,
niemand krachte mit der Tür!
Niemand kann etwas dafür,
daß der Garten offensteht;
niemand trat ins Nelkenbeet,
niemand aß vom Apfelbrei,
niemand riß das Buch entzwei,
niemand warf das Glas vom Tisch!
Wenn ich ihn einmal erwisch´!
Such´und hasch´ihn alle Tage!
Wenn ich Kinder nach ihm frage,
kommen sie in große Not,
werden feuer-, feuerrot;
doch es nennt ihn mir im Land
niemand, niemand, niemand!
Das Gedicht „Niemand“ stammt aus der Feder von Frida Schanz.
Kennt ihr wohl den Unfuggeist,
der mit Namen Niemand heißt?
Wohnt beinah in jedem Haus!
Fragt nur mal landein, landaus!
Wer hat Vaters Tisch bekleckst?
Mutters Fingerhut verhext?
Mutters Nadeln, Mutters Scheren?
Wer nahm von den Stachelbeeren?
Wer zerschnitt den neuen Ball?
Überall und überall
ist´s und war´s derselbe Fant!
Niemand, niemand, niemand!
Niemand hat das Garn verfitzt,
niemand hat die Wurst stibitzt,
niemand krachte mit der Tür!
Niemand kann etwas dafür,
daß der Garten offensteht;
niemand trat ins Nelkenbeet,
niemand aß vom Apfelbrei,
niemand riß das Buch entzwei,
niemand warf das Glas vom Tisch!
Wenn ich ihn einmal erwisch´!
Such´und hasch´ihn alle Tage!
Wenn ich Kinder nach ihm frage,
kommen sie in große Not,
werden feuer-, feuerrot;
doch es nennt ihn mir im Land
niemand, niemand, niemand!
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26 Apr 2026 14:49 #58180
von Feschtbrueder
Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!
An meinen Lehrer
Ich war nicht einer deiner guten Jungen.
An meinem Jugendtrotz ist mancher Rat
Und manches wohlgedachte Wort zersprungen.
Nun sieht der Mann, was einst der Knabe tat.
Doch hast du, alter Meister, nicht vergebens
An meinem Bau geformt und dich gemüht.
Du hast die besten Werte meines Lebens
Mit heißen Worten mir ins Herz geglüht.
Verzeih, wenn ich das Alte nicht bereue.
Ich will mich heut wie einst vor dir nicht bücken.
Doch möcht ich dir für deine Lehrertreue
nur einmal dankbar, stumm die Hände drücken.
Joachim Ringelnatz
Ich war nicht einer deiner guten Jungen.
An meinem Jugendtrotz ist mancher Rat
Und manches wohlgedachte Wort zersprungen.
Nun sieht der Mann, was einst der Knabe tat.
Doch hast du, alter Meister, nicht vergebens
An meinem Bau geformt und dich gemüht.
Du hast die besten Werte meines Lebens
Mit heißen Worten mir ins Herz geglüht.
Verzeih, wenn ich das Alte nicht bereue.
Ich will mich heut wie einst vor dir nicht bücken.
Doch möcht ich dir für deine Lehrertreue
nur einmal dankbar, stumm die Hände drücken.
Joachim Ringelnatz
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