Gedichte

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07 Sep 2024 13:53 #49543 von Kaninchen
 

Der Regenbogen

Josef Guggenmos

Ein Regenbogen,
komm und schau:
rot und orange,
gelb, grün und blau.
So herrliche Farben
kann keiner bezahlen,
sie über den halben
Himmel zu malen.
Ihn malte die Sonne
mit goldener Hand
auf eine wandernde
Regenwand

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08 Sep 2024 10:52 #49557 von Kaninchen
  Sommerwiesen


Die Wiesen sind so lustig,
Die Blumen sind so froh;
Sie springen und sie singen,
Sie wiegen hin und her,
Die Wiesen sind so lustig,
Die Blumen sind so froh.

Die klaren Quellen rauschen,
Die Bäume rauschen auch;
Sie rufen und sie lachen,
Sie wiegen hin und her,
Die klaren Quellen rauschen,
Die Bäume rauschen auch.

Friedrich Rückert

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10 Sep 2024 16:49 #49587 von Kaninchen
 

Das Gedicht „Rotkehlchen“ stammt aus der Feder von Wilhelm Busch.

Rotkehlchen auf dem Zweige hupft,
wipp, wipp,
hat sich ein Beerlein abgezupft,
knipp, knipp,
läßt sich zum klaren Bach hernieder,
tunkt's Schnäblein ein und hebt es wieder,
stipp, stipp, stipp, stipp,
und schwingt sich wieder in den Flieder.

Es singt und piepst
ganz allerliebst,
zipp,zipp, zipp, zipp, tirili,
sich seine Abendmelodie,
steckt's Köpfchen dann ins Federkleid
und schlummert bis zur Morgenzeit.

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12 Sep 2024 13:14 #49610 von Kaninchen
 

Es hat die Rose sich beklagt,
Daß gar zu schnell der Duft vergehe,
Den ihr der Lenz gegeben habe –

Da hab' ich ihr zum Trost gesagt,
Daß er durch meine Lieder wehe
Und dort ein ewiges Leben habe.


Friedrich von Bodenstedt

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13 Sep 2024 16:35 #49623 von Kaninchen
 
Die unheimliche Pfaueninsel bei Berlin


Joachim Ringelnatz

Ehrgeiz
Ich habe meinen Soldaten aus Blei
Als Kind Verdienstkreuzchen eingeritzt.
Mir selber ging alle Ehre vorbei,
Bis auf zwei Orden, die jeder besitzt.

Und ich pfeife durchaus nicht auf Ehre.
Im Gegenteil. Mein Ideal wäre,
Daß man nach meinem Tod (grano salis)
Ein Gäßchen nach mir benennt, ein ganz schmales
Und krummes Gäßchen, mit niedrigen Türchen,
Mit steilen Treppchen und feilen Hürchen,
Mit Schatten und schiefen Fensterluken.

Da würde ich spuken.

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15 Sep 2024 11:26 #49646 von Kaninchen
 

Das Gedicht „Neue Liebe“ stammt aus der Feder von Joseph von Eichendorff.

Herz, mein Herz, warum so fröhlich,
So voll Unruh und zerstreut,
Als käm über Berge selig
Schon die schöne Frühlingszeit?

Weil ein liebes Mädchen wieder
Herzlich an dein Herz sich drückt,
Schaust du fröhlich auf und nieder,
Erd und Himmel dich erquickt.

Und ich hab die Fenster offen,
Neu zieh in die Welt hinein
Altes Bangen, altes Hoffen!
Frühling, Frühling soll es sein!

Still kann ich hier nicht mehr bleiben,
Durch die Brust ein Singen irrt,
Doch zu licht ist′ s mir zum Schreiben,
Und ich bin so froh verwirrt.

Also schlendr′ ich durch die Gassen,
Menschen gehen her und hin,
Weiß nicht, was ich tu und lasse,
Nur, daß ich so glücklich bin.

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