Gedichte

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21 Jun 2018 09:31 #18136 von Feschtbrueder
Ich wünsche allen einen schönen, warmen, aber nicht zu heissen und angenehmen Sommer!

Grillparty

Sommer ist´s, die Vögel brüllen,
heute ist es Zeit zum Grillen,
Vater mäht schon mal den Rasen
Onkel Erwin killt den Hasen.
Ist das Tier dann erst mal nackig,
geht es mit dem Grillen zackig -
es wird dann Stück für Stück verzehrt
weil es sich ja nicht mehr wehrt.

Dazu gibt´s leckere Salate,
mit Nudeln, Eiern und Tomate.
Würstchen, Steaks und Frikadelle,
frisch- nicht aus der Mikrowelle!

Die Männer hauen rein wie doll
und saufen sich die Hucke voll.
Denn Bierchen gibt es reich vom Fass,
sonst macht das Ganze keinen Spaß..

Für die Kinder gibt es Wurst,
und reichlich Limo für den Durst.
Die Ami-Frikadellenschmieden
werden heut´ bewusst gemieden.

Opa kriegt ein Hasenbeinchen,
trinkt dazu ein lecker Weinchen
denn hat der Opa was zu knabbern
hört er endlich auf zu sabbern.

Der Hund hat sich in´s Eck verkrochen
und kümmert sich um Hasenknochen-

Die Frauen essen Erdbeertorte,
und reden furchtbar viele Worte,
zeigen ihre schönen Kleider,
die ihnen nicht mehr passen - leider!
singen sich die Kehlen heiser,
manche täten´s besser leiser -

Opa liegt schon auf dem Rasen -
es war wohl doch ein Wein zu viel,
er träumt noch von dem leck´ren Hasen,
und vom nächsten Fußballspiel -
...der Bengel stöhnt, die Mutter motzt,
weil er ihr in die Rosen kotzt.
vielleicht hat ja sein kleiner Magen
das Eis am Stiel nicht mehr vertragen...

Alle Mägen sind gefüllt,
die Vögel haben ausgebrüllt-
Der Grill ist leer, die Gäste voll -
die Sonne geht schon unter
„ auf Wiederseh´n, es war so toll -
bleibt nur gesund und munter !“
und laut es durch den Garten schallt -

„Das nächste Grillfest kommt schon bald.“

Harry Wolfanger

:-) Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!

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22 Jun 2018 07:42 #18147 von Kaninchen
DANKE

Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben;
Sie haben meine Phantasie beflügelt.
Ich danke allen, die mich in ihr Schema pressen wollten;
Sie haben mich den Wert der Freiheit gelehrt.

Ich danke allen, die mich belogen haben;
Sie haben mir die Kraft der Wahrheit gezeigt.
Ich danke allen, die nicht an mich geglaubt haben;
Sie haben mir zugemutet, Berge zu versetzen.
Ich danke allen, die mich abgeschrieben haben;
Sie haben meinen Mut geweckt.

Ich danke allen, die mich verlassen haben;
Sie haben mir Raum gegeben für Neues.
Ich danke allen, die mich verraten und missbraucht haben;
Sie haben mich wachsam werden lassen.
Ich danke allen, die mich verletzt haben;
Sie haben mich gelehrt, im Schmerz zu wachsen.
Ich danke allen, die meinen Frieden gestört haben;
Sie haben mich stark gemacht, dafür einzutreten.

Vor allem aber danke ich all jenen,
die mich lieben, so wie ich bin;
Sie geben mir die Kraft zum Leben!
Danke.

Paulo Coelho

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22 Jun 2018 08:37 #18153 von Feschtbrueder
Die Ameisen

In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee,
Da taten ihnen die Beine weh,
Und da verzichteten sie weise
Dann auf den letzten Teil der Reise.

Joachim Ringelnatz

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23 Jun 2018 08:41 #18169 von Kaninchen


Pfannkuchen und Salat

Von Fruchtomletts, da mag berichten
Ein Dichter aus den höhern Schichten.
Wir aber, ohne Neid nach oben,
Mit bürgerlicher Zunge loben
Uns Pfannekuchen und Salat.
Wie unsre Liese delikat
So etwas backt und zubereitet,
Sei hier in Worten angedeutet.
Drei Eier, frisch und ohne Fehl,
Und Milch und einen Löffel Mehl,
Die quirlt sie fleißig durcheinand
Zu einem innigen Verband.
Sodann, wenn Tränen auch ein übel,
Zerstückelt sie und mengt die Zwiebel
Mit Öl und Salz zu einer Brühe,
Daß der Salat sie an sich ziehe.
Um diesen ferner herzustellen,
Hat sie Kartoffeln abzupellen.
Da heißt es, fix die Finger brauchen,
Den Mund zu spitzen und zu hauchen,
Denn heiß geschnitten nur allein
Kann der Salat geschmeidig sein.
Hierauf so geht es wieder heiter
Mit unserm Pfannekuchen weiter.
Nachdem das Feuer leicht geschürt,
Die Pfanne sorgsam auspoliert,
Der Würfelspeck hineingeschüttelt,
So daß es lustig brät und brittelt,
Pisch, kommt darüber mit Gezisch
Das ersterwähnte Kunstgemisch.
Nun zeigt besonders und apart
Sich Lieschens Geistesgegenwart,
Denn nur zu bald, wie allbekannt,
Ist solch ein Kuchen angebrannt.
Sie prickelt ihn, sie stockert ihn,
Sie rüttelt, schüttelt, lockert ihn
Und lüftet ihn, bis augenscheinlich
Die Unterseite eben bräunlich,
Die umgekehrt geschickt und prompt
Jetzt ihrerseits nach oben kommt.
Geduld, es währt nur noch ein bissel,
Dann liegt der Kuchen auf der Schüssel.
Doch späterhin die Einverleibung,
Wie die zu Mund und Herzen spricht,
Das spottet jeglicher Beschreibung,
Und darum endet das Gedicht.

Wilhelm Busch


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24 Jun 2018 07:57 - 24 Jun 2018 07:58 #18181 von Kaninchen



Rose aus dem Nichts...

Jetzt, da die Rose aus dem Nichts
ins Dasein tritt, zum Schmuck der Auen,
In Demut kaum das Veilchen wagt
zur Herrlichen emporzuschauen
Sollst Du am Morgenwein Dich freun
bei Paukenschall und Harfenklange,
Bei Flötenhauch und Feuerkuß
an junger Schönheit Dich erbauen.
Genieß des Lebens Rosenzeit
bei Spiel und Sang, im Glück der Liebe.
Nicht über eine Woche Frist
kannst Du der Herrlichen vertrauen!
Von Blumen glänzt die Erde nun,
gleichwie der Himmel glänzt von Sternen,
Drum kann ich gute Zeiten nur
auf Erden wie am Himmel schauen.

Muhammad Schems ad-Din Hafis
Persischer Dichter (1326-1390)
Letzte Änderung: 24 Jun 2018 07:58 von Kaninchen.

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25 Jun 2018 07:41 - 26 Jun 2018 05:54 #18196 von Kaninchen
Verwunschen

Geld gehört zum Ehestande,
Häßlichkeit ist keine Schande,
Liebe ist beinah absurd.
Drum du nimmst den Junker Jochen
Innerhalb der nächsten Wochen.
Also sprach der Ritter Kurt.

Vater, flehte Kunigunde,
Schone meine Herzenswunde,
Ganz umsonst ist dein Bemühn.
Ja, ich schwörs bei Erd und Himmel,
Niemals nehm ich diesen Lümmel,
Ewig, ewig hass ich ihn.

Nun, wenn Worte nicht mehr nützen,
Dann so bleibe ewig sitzen,
Marsch mit dir ins Burgverlies.
Zornig sagte dies der Alte,
Als er in die feuchte, kalte
Kammer sie hinunterstieß.

Jahre kamen, Jahre schwanden,
Nichts im Schlosse blieb vorhanden
Außer Kunigundens Geist.
Dort, wo graue Ratten rasseln,
Sitzt sie zwischen Kellerasseln,
Von dem Feuermolch umkreist.

Heut noch ist es nicht geheuer
In dem alten Burggemäuer
Um die Mitternacht herum.
Wehe, ruft ein weißes Wesen,
Will denn niemand mich erlösen?
Doch die Wände bleiben stumm.

Wilhelm Busch
Letzte Änderung: 26 Jun 2018 05:54 von Feschtbrueder. Grund: Korr. Forencode

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