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01 Sep 2021 07:13 #37654
von Kaninchen
Vom Hering
Der Hering ist ein salzig Tier,
er kommt an vielen Orten für.
Wer Kopf und Schwanz kriegt, hat kein Glück.
Am besten ist das Mittelstück.
Es gibt auch eine saure Art,
in Essig wird sie aufbewahrt.
Geräuchert ist er alle Zeit
ein Tier von großer Höflichkeit.
Wer niemals einen Hering aß,
wer nie durch ihn von Qual genas,
wenn er mit Höllenpein erwacht,
der kennt nicht seine Zaubermacht !
Drum preiset ihn zu jeder Zeit,
der sich der Menschheit Wohl geweiht,
der heilet, was uns elend macht,
dem Hering sei ein Hoch gebracht !
Heinrich Seidel
Der Hering ist ein salzig Tier,
er kommt an vielen Orten für.
Wer Kopf und Schwanz kriegt, hat kein Glück.
Am besten ist das Mittelstück.
Es gibt auch eine saure Art,
in Essig wird sie aufbewahrt.
Geräuchert ist er alle Zeit
ein Tier von großer Höflichkeit.
Wer niemals einen Hering aß,
wer nie durch ihn von Qual genas,
wenn er mit Höllenpein erwacht,
der kennt nicht seine Zaubermacht !
Drum preiset ihn zu jeder Zeit,
der sich der Menschheit Wohl geweiht,
der heilet, was uns elend macht,
dem Hering sei ein Hoch gebracht !
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02 Sep 2021 07:17 #37674
von Kaninchen
Trinkt, trinkt, trinkt!
Weil in eurer Flasche
Noch ein Tröpfchen blinkt,
Weil in eurer Tasche
Noch ein Heller klingt;
Trinkt, trinkt, trinkt!
Jeder Tag hat seine Plage,
Jahrmarkt ist nicht alle Tage.
Friedrich Wilhelm Gotter (1746 - 1797), deutscher Lyriker, Dramatiker und Übersetzer, Begründer des "Göttinger Musenalmanach"
Quelle: Gotter, Der Dorfjahrmarkt, 1778.
Trinkt, trinkt, trinkt!
Weil in eurer Flasche
Noch ein Tröpfchen blinkt,
Weil in eurer Tasche
Noch ein Heller klingt;
Trinkt, trinkt, trinkt!
Jeder Tag hat seine Plage,
Jahrmarkt ist nicht alle Tage.
Friedrich Wilhelm Gotter (1746 - 1797), deutscher Lyriker, Dramatiker und Übersetzer, Begründer des "Göttinger Musenalmanach"
Quelle: Gotter, Der Dorfjahrmarkt, 1778.
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03 Sep 2021 07:41 #37683
von Kaninchen
In dem Wasser schnalzt der Fisch,
Lustig wer noch ledig ist.
Achim von Arnim
1781 - 1831
deutscher Dichter der Romantik
Lustig wer noch ledig ist.
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04 Sep 2021 07:37 #37698
von Kaninchen
Der Morgen weht mit zarten Lüften,
Und spielt mit Gras und Blatt und Blüt',
Und haucht aus tausend süßen Düften
Erinnerung in mein Gemüt.
Wie bald verweht des Lebens Morgen !
Kein Frühling macht uns wieder jung.
Was bleibt uns zwischen Pein und Sorgen
Als du – als du, Erinnerung ?
Momente kommen gut und herzlich,
Und man vergißt das schlimme Jahr,
Ach, man gedenkt entzückend-schmerzlich
Der Stunden, die man glücklich war.
Das Leben ist ein Kranz von Blüten,
Tief zwischen Dornen eingewebt,
Nur die erringen, die sich mühten,
Nur wer geweint hat, hat gelebt.
Ernst von Feuchtersleben
1806 - 1849
österreichischer Arzt, Lyriker und Essayist, prägte den Begriff der „Psychose“ in der medizinischen Literatur und gilt als Mitbegründer der Psychosomatischen Medizin
Und spielt mit Gras und Blatt und Blüt',
Und haucht aus tausend süßen Düften
Erinnerung in mein Gemüt.
Wie bald verweht des Lebens Morgen !
Kein Frühling macht uns wieder jung.
Was bleibt uns zwischen Pein und Sorgen
Als du – als du, Erinnerung ?
Momente kommen gut und herzlich,
Und man vergißt das schlimme Jahr,
Ach, man gedenkt entzückend-schmerzlich
Der Stunden, die man glücklich war.
Das Leben ist ein Kranz von Blüten,
Tief zwischen Dornen eingewebt,
Nur die erringen, die sich mühten,
Nur wer geweint hat, hat gelebt.
Ernst von Feuchtersleben
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österreichischer Arzt, Lyriker und Essayist, prägte den Begriff der „Psychose“ in der medizinischen Literatur und gilt als Mitbegründer der Psychosomatischen Medizin
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05 Sep 2021 08:21 #37711
von Kaninchen
Am Wege
Hinaus zum grünen Walde gingen zwei,
Es war zur Morgenzeit im Monat Mai.
Vor ihren Augen lag die Welt so schön:
Im Duft die Täler und im Glanz die Höh'n.
Und wo ihr leichter Schritt die Wiese trat,
Da sproßten Blumen unter ihrem Pfad.
Und wo ihr Blick ins Weite suchend ging,
Da flog empor ein bunter Schmetterling.
Und Drosselschlag und Sang der Nachtigall
War ihrer jungen Herzen Widerhall.
An einem Busch, der licht in Rosen stand,
Da faßten sie einander Hand bei Hand.
Und wo der Wald entstieg dem weichen Grund,
Da ruhten sie beisammen Mund an Mund.
Sie haben nicht den alten Mann geschaut,
Ihm waren Bart und Haare tief ergraut;
Der saß am Wege lächelnd still und brach
Zwei Rosen sich und sah den beiden nach.
Max Kalbeck
Hinaus zum grünen Walde gingen zwei,
Es war zur Morgenzeit im Monat Mai.
Vor ihren Augen lag die Welt so schön:
Im Duft die Täler und im Glanz die Höh'n.
Und wo ihr leichter Schritt die Wiese trat,
Da sproßten Blumen unter ihrem Pfad.
Und wo ihr Blick ins Weite suchend ging,
Da flog empor ein bunter Schmetterling.
Und Drosselschlag und Sang der Nachtigall
War ihrer jungen Herzen Widerhall.
An einem Busch, der licht in Rosen stand,
Da faßten sie einander Hand bei Hand.
Und wo der Wald entstieg dem weichen Grund,
Da ruhten sie beisammen Mund an Mund.
Sie haben nicht den alten Mann geschaut,
Ihm waren Bart und Haare tief ergraut;
Der saß am Wege lächelnd still und brach
Zwei Rosen sich und sah den beiden nach.
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06 Sep 2021 07:08 #37721
von Kaninchen
Komm an mein Feuer, mein Weib,
es ist kalt in der Welt.
Komm an mein Feuer und lege
dein Ohr an mein Herz.
Komm an mein Feuer und mache aus meinen Händen
eine leuchtende Schale für die Wärme
die wir – o wir, mein Weib – verschwenden
an die Welt…
Richard Dehmel
1863 - 1920
Richard Fedor Leopold Dehmel, dt. Dichter, Lyriker und Dramatiker
es ist kalt in der Welt.
Komm an mein Feuer und lege
dein Ohr an mein Herz.
Komm an mein Feuer und mache aus meinen Händen
eine leuchtende Schale für die Wärme
die wir – o wir, mein Weib – verschwenden
an die Welt…
Richard Dehmel
1863 - 1920
Richard Fedor Leopold Dehmel, dt. Dichter, Lyriker und Dramatiker
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