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14 Dez 2025 15:52 - 14 Dez 2025 15:53 #55392 von Kaninchen
 

„Ja, Du bist mein!“ stammt aus der Feder von Hoffmann von Fallersleben

Ich will´s dem blauen Himmel sagen,
Ich will´s der dunklen Nacht vertrau´n,
Ich will´s als frohe Botschaft tragen
Auf Bergeshöh´n, durch Heid´und Au´n.
Die ganze Welt soll Zeuge sein:
Ja, Du bist mein!
Und ewig mein!
Ja, Du bist mein!

In meinem Herzen sollst Du leben,
Sollst haben was sein Liebstes ist,
Du sollst von Lieb´und Luft umgeben
Ganz fühlen, dass Du glücklich bist.
Schließ mich in Deine Arme ein!
Ja, Du bist mein!
Und ewig mein!
Letzte Änderung: 14 Dez 2025 15:53 von Kaninchen.

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15 Dez 2025 10:12 #55405 von Kaninchen
 

Aus kaltem Eis

Der Wintersmann schleicht über`s Land,
reicht jedem jetzt die kalte Hand,
aus seiner Sicht, meint er`s ja gut,
doch Mensch und Tier, seid auf der Hut,
nicht jeder ist in ihn vernarrt,
weil alles gleich sofort erstarrt.

Der Garten fällt in einen Kälteschlaf,
auf der Weide friert das Schaf,
doch auch ein Künstler ist der Mann,
malt Fensterscheiben mit Blumen an,
sind wunderschön dann anzusehen,
kommt man zu nah, sie schnell vergeh`n.

Ein Blumenhändler käm zum Ruhme,
würd` er verkaufen diese Blume,
ist im Prinzip sehr pflegeleicht,
weil kalte Witterung ihr schon reicht,
doch diese Blume, zart aus weiß,
ist leider nur aus kaltem Eis.

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16 Dez 2025 16:43 #55442 von Kaninchen
Bei den Sternenputzern

Verfasser unbekannt

Die Englein putzen die Sterne blank.
Sie haben vor Eifer ganz hochrote Bäckchen.
Sie hauchen und putzen stundenlang,
bis alles strahlt. Da bleibt auch kein Fleckchen.
Wisst ihr warum? Ich darf es euch sagen:
Wer am besten putzt, darf den Weihnachtsstern tragen.
Den schönen, goldenen Weihnachtsstern,
den trügen natürlich alle gern.
So geht es vor Weihnachten jedes Jahr.
Und denkt nur, wer diesmal der Sieger war
Ausgerechnet der Allerkleinste.
Das hätte man gar nicht von ihm gedacht:
Aber sein Stern war wirklich der Feinste.
Solch ein Knirps - und hat's schon so schön gemacht!
Wie das kam? - Ja, aber nicht weiter erzählen:

Er hauchte und putzte und hauchte und rieb,
doch es half nichts. Er mochte sich noch so sehr quälen.
Der Fleck oben links in der Ecke der blieb.
Und als es nun gar nicht gehen wollte,
und die erste Träne schon rund und dick
an der kleinen Nase herunter rollte,
erspäht' er den günstigen Augenblick,
schlüpfte hinaus und lief heimlich zum lieben Mond,
der ganz in der Nähe schrägüber wohnt.
Dem hielt er das Sternlein stumm vor's Gesicht.
Reden konnte er wegen der Tränen nicht.
Der Mond sah sich prüfend den Schaden an.
"Eingerostet!" sagte er dann.
"Neu versilbern! Was and'res hat keinen Zweck.
Mit Reiben und Putzen geht das nicht weg."
Da stand nun der kleine und seufzte schwer.
Und fragte schluchzend, warum gerade er?
Solchen schwierigen Stern bekommen musste.
Und da nun der Mond das ja auch nicht wusste,
und das Englein so traurig vor ihm stand,
nahm er ihm schweigend den Stern aus der Hand
und spann ihn behutsamm ganz dicht und fein
in seine silbernen Strahlen ein
und gab ihn zurück. Unser Engelsbube
rannte schnell damit in die Sternenputzstube
und polierte ihn nur noch ein bisschen über.
Nein, war der blank! Alles staunte darüber.

Und dann wurde der schönste Stern gebracht,
der damals erschien zur heiligen Nacht.
Den darf er nun tragen zum Weihnachtsfest.
Wenn er ihn nur nicht fallen läßt!

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17 Dez 2025 16:27 #55464 von Kaninchen
Der Weihnachtsbaum

Das Gedicht „Der Weihnachtsbaum“ stammt aus der Feder von Joachim Ringelnatz.

Es ist eine Kälte, dass Gott erbarm!
Klagte die alte Linde,
Bog sich knarrend im Winde
Und klopfte leise mit knorrigem Arm
Im Flockentreiben
An die Fensterscheiben.
Es ist eine Kälte! Dass Gott erbarm!
Drinnen im Zimmer war's warm.
Da tanzte der Feuerschein so nett
Auf dem weißen Kachelofen Ballett.

Zwei Bratäpfel in der Röhre belauschten,
Wie die glühenden Kohlen
Behaglich verstohlen
Kobold- und Geistergeschichten tauschten.
Dicht am Fenster im kleinen Raum
Da stand, behangen mit süßem Konfekt,
Vergoldeten Nüssen und mit Lichtern besteckt,
Der Weihnachtsbaum.

Und sie brannten alle, die vielen Lichter,
Aber noch heller strahlten am Tisch
(Es lässt sich wohl denken
Bei den vielen Geschenken)
Drei blühende, glühende Kindergesichter. –
Das war ein Geflimmer
Im Kerzenschimmer!

Es lag ein so lieblicher Duft in der Luft
Nach Nadelwald, Äpfeln und heißem Wachs.
Tatti, der dicke Dachs,
Schlief auf dem Sofa und stöhnte behaglich.

Er träumte lebhaft, wovon, war fraglich,
Aber ganz sicher war es indessen,
Er hatte sich schon (die Uhr war erst zehn)
Doch man musste 's gestehn,
Es war ja zu sehn,
Er hatte sich furchtbar überfressen. –

Im Schaukelstuhl lehnte der Herzenspapa
Auf dem nagelneuen Kissen und sah
Über ein Buch hinweg auf die liebe Mama,
Auf die Kinderfreude und auf den Baum.

Schade, nur schade,
Er bemerkte es kaum,
Wie schnurgerade
Die Bleisoldaten auf dem Baukasten standen
Und wie schnell die Pfefferkuchen verschwanden.

– Und die liebste Mama? – Sie saß am Klavier.
Es war so schön, was sie spielte und sang,
ein Weihnachtslied, das zu Herzen drang.
Lautlos horchten die andern Vier.

Der Kuckuck trat vor aus der Schwarzwälderuhr,
Als ob auch ihm die Weise gefiel. – –
Leise, ergreifend verhallte das Spiel.

Das Eis an den Fensterscheiben taute
Und der Tannenbaum schaute
Durchs Fenster die Linde
Da draußen, kahl und beschneit
Mit ihrer geborstenen Rinde.

Da dachte er an verflossene Zeit
Und an eine andere Linde,
Die am Waldesrand einst neben ihm stand,
Sie hatten in guten und schlechten Tagen
Einander immer so lieb gehabt.

Dann wurde die Tanne abgeschlagen,
Zusammengebunden und fortgetragen.
Die Linde, die Freundin, die ließ man stehn.

Auf Wiedersehn! Auf Wiedersehn!
So hatte sie damals gewinkt noch zuletzt. –
Ja, daran dachte der Weihnachtsbaum jetzt,
Und keiner sah es, wie traurig dann
Ein Tröpfchen Harz, eine stille Träne,
Aus seinem Stamme zu Boden rann

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18 Dez 2025 15:34 #55485 von Kaninchen
 

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19 Dez 2025 19:57 #55517 von Feschtbrueder
Der Weihnachtsmann kommt in den Knast

Lieber guter Weihnachtsmann,
jetzt ist`s soweit, jetzt bist du dran.
Mein Chef ist nämlich Rechtsanwalt.
Der klagt dich an, der stellt dich kalt.

Schon seit vielen hundert Jahren,
bist du nun durch das Land gefahren,
ohne Nummernschild und Licht.
Auch TÜV und ASU gab es nicht.

Dein Schlitten eignet sich nur schwer,
zur Teilnahme am Luftverkehr.
Es wird vor Gericht zu klären sein:
Besitzt du ’nen Pilotenschein?

Durch den Kamin ins Haus zu kommen,
ist rein rechtlich streng genommen
Hausfriedensbruch - Einbruch sogar.
Das gibt Gefängnis, das ist klar.

Und stiehlst du nicht bei den Besuchern,
von fremden Tellern Obst und Kuchen?
Das wird bestraft, das muss man ahnden.
Die Polizei lässt nach dir fahnden.

Es ist auch allgemein bekannt,
du kommst gar nicht aus diesem Land.
Wie man so hört, steht wohl dein Haus
am Nordpol, also sieht es aus,
als kämmst du nicht aus der EU.
Das kommt zur Klageschrift dazu!

Hier kommt das Deutsche Recht zum Tragen.
Ein jeder Richter wird sich fragen,
ob deine Arbeit rechtens ist,
weil du ohne Erlaubnis bist.

Der Engel, der dich stets begleitet,
ist minderjährig und bereitet
uns daher wirklich Kopfzerbrechen.
Das Jugendamt will mit dir sprechen!

Jetzt kommen wir zu ernsten Sachen.
Wir finden es gar nicht zum Lachen,
dass Kindern du mit Schläge drohst.
darüber ist mein Chef erbost.

Nötigung heißt das Vergehen
und wird bestraft, das wirst du sehen,
mit Freiheitsentzug von ein paar Jahren
aus ist’s dann mit dem Schlittenfahren.

Das Handwerk ist dir bald gelegt,
es sei denn dieser Brief bewegt,
dich die Kanzlei reich zu beschenken,
dann wird mein Chef es überdenken.

Fred Staffen

:-) Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!

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