Gedichte

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01 Jul 2026 20:33 - 01 Jul 2026 20:36 #59713 von Feschtbrueder
Liebe und Treue 

Wo Morgenlicht die Schatten bricht,
und leise durch die Zweige spricht,
da geht die Liebe Hand in Hand,
wie ein Versprechen, sanft gespannt. 

Sie fragt nicht nach des Tages Last,
nicht nach dem Sturm, der Wege fasst.
Sie bleibt, wenn Wolken dunkel ziehn,
und lässt die Hoffnung weiterblühn. 

Die Treue ist ihr stiller Stern,
oft unsichtbar und doch nicht fern.
Sie leuchtet durch die längste Nacht
und hält, was einst das Herz bedacht. 

Nicht jedes Wort muss laut erklingen,
nicht jede Freude Flügel schwingen.
Manchmal genügt ein treuer Blick,
ein kleines Lächeln voller Glück. 

So wachsen Liebe, Zeit und Mut,
durch schwere Stunden ebenso gut.
Denn wahre Nähe zeigt sich dort,
wo Herzen bleiben – Wort für Wort. 

Und wenn die Jahre weitergehn,
und neue Wege vor uns stehn,
dann bleibt, was tief im Innern glüht,
die Liebe, die der Treue blüht.

:-) Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!
Letzte Änderung: 01 Jul 2026 20:36 von Feschtbrueder.

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02 Jul 2026 15:43 #59735 von Feschtbrueder
Sommer

Heiter liegt auf weiten Fluren
Sommerzeit, und feiner Duft
liegt grillabends in der Luft,
Stunden für die Sonnenuhren.

Heiße Tage, in den Becken
kühles Nass, und laue Brise
abends auf der Blumenwiese,
Vogelnester in den Hecken.

Kinder spielen in den Gassen,
leichten Sonnenbrand erwischt,
Sonnenschirme bunt gemischt
vor den Häusern in den Strassen. 

So, nur so lässt es sich leben,
schöne Tage ohne Ende, 
wenig Stoff nur an der Lende,
und die Sommerlaune pur.

© Franz Christian Hörschläger

:-) Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!

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02 Jul 2026 15:43 #59736 von Kaninchen
 

Das Muster der Ehen

Ein rares Beispiel will ich singen,
Wobei die Welt erstaunen wird.
Daß alle Ehen Zwietracht bringen,
Glaubt jeder, aber jeder irrt.

Ich sah das Muster aller Ehen,
Still, wie die stillste Sommernacht.
O! daß sie keiner möge sehen,
Der mich zum frechen Lügner macht!

Und gleichwohl war die Frau kein Engel,
Und der Gemahl kein Heiliger;
Es hatte jedes seine Mängel.
Denn niemand ist von allen leer.

Doch sollte mich ein Spötter fragen,
Wie diese Wunder möglich sind?
Der lasse sich zur Antwort sagen:
Der Mann war taub, die Frau war blind.

Gotthold Ephraim Lessing
(1729 - 1781),
deutscher Schriftsteller, Kritiker und Philosoph der Aufklärung

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04 Jul 2026 14:22 #59771 von Kaninchen
 

Die Schaukel
Das Gedicht „Die Schaukel“ stammt aus der Feder von Richard Dehmel.

Auf meiner Schaukel in die Höh,
was kann es Schöneres geben!
So hoch, so weit: die ganze Chaussee
und alle Häuser schweben.

Weit über die Gärten hoch, juchhee,
ich lasse mich fliegen, fliegen;
und alles sieht man, Wald und See,
ganz anders stehn und liegen.

Hoch in die Höh! Wo ist mein Zeh?
Im Himmel! ich glaube, ich falle!
Das tut so tief, so süß dann weh,
und die Bäume verbeugen sich alle.

Und immer wieder in die Höh,
und der Himmel kommt immer näher;
und immer süßer tut es weh -

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05 Jul 2026 19:46 - 05 Jul 2026 19:47 #59805 von Feschtbrueder
Sommer ist es

Sommer ist es, ziemlich bald
Fliegen Schwalben um die Nester.
Knospen treiben zum Erhalt,
Bruder sind sie und auch Schwester.

Ahorn zeigt sein mattes Dach,
er beherbergt viele Gäste.
Bis spät abends sind sie wach,
futtern, singen, summen feste.

Die Sonne sinkt als Feuerball,
mancher leidet durch die Hitze.
Die Trockenheit ist überall, 
aus der Ferne sieht man Blitze.

Donner schleicht sich rasch heran,
Regen wird schon längst erwartet.
Doch es kommt kein Wölkchen an,
welches Überleben startet.

Alles hat gar großen Durst,
manches ist längst ausgedorrt.
Langsam geht es um die Wurst,
Wasser fehlt an jedem Ort.

Sommer ist es, richtig heiß,
Bienen sterben wie die Fliegen.
Menschen baden, essen Eis,
Pflanzen kommen zum Erliegen. 

© Gabriela Bredehorn

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Letzte Änderung: 05 Jul 2026 19:47 von Feschtbrueder.

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06 Jul 2026 18:35 #59824 von Kaninchen
 

Abseits

Es ist so still; die Heide liegt
Im warmen Mittagssonnenstrahle,
Ein rosenroter Schimmer fliegt
Um ihre alten Gräbermale;
Die Kräuter blühn; der Heideduft
Steigt in die blaue Sommerluft.

Laufkäfer hasten durchs Gesträuch
In ihren goldnen Panzerröckchen,
Die Bienen hängen Zweig um Zweig
Sich an der Edelheide Glöckchen,
Die Vögel schwirren aus dem Kraut -
Die Luft ist voller Lerchenlaut.

Ein halbverfallen niedrig Haus
Steht einsam hier und sonnbeschienen;
Der Kätner lehnt zur Tür hinaus,
Behaglich blinzelnd nach den Bienen;
Sein Junge auf dem Stein davor
Schnitzt Pfeifen sich aus Kälberrohr.

Kaum zittert durch die Mittagsruh
Ein Schlag der Dorfuhr, der entfernten;
Dem Alten fällt die Wimper zu,
Er träumt von seinen Honigernten.
- Kein Klang der aufgeregten Zeit
Drang noch in diese Einsamkeit.

Theodor Storm

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