Gedichte

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21 Nov 2019 06:06 - 21 Nov 2019 06:07 #25614 von Glögglifrosch
Gedicht zum Winter
Ob in der Stadt oder im Wald
Überall ist es beschissen kalt.


Netzfund

Nichts in der Welt wirkt so ansteckend, wie lachen und gute Laune.
Dateianhang:
Letzte Änderung: 21 Nov 2019 06:07 von Glögglifrosch.

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21 Nov 2019 07:52 - 21 Nov 2019 07:54 #25625 von Kaninchen


Frühling der Liebe

Draußen tobt der böse Winter,
Und die Blumen, die er knickte,
Malt er höhnisch an die Fenster
Mir in bleichen, starren Bildern.
Winter, stürme nur und brause!
Machst mich doch nicht mehr erzittern.
Denn aus meines Herzens Grunde
Lass' ich einen Frühling sprießen,
Den der Schnee nicht kann bedecken,
Den das Eis nicht macht gefrieren,
Einen Frühling, dessen Sonne
Ist das Auge meiner Liebsten,
Dessen Luft und Duft ihr Odem,
Dessen Rosen ihre Lippen,
Und ich schweb' als junge Lerche
Drüber hin mit meinen Liedern.

Wilhelm Müller
deutscher Dichter


Letzte Änderung: 21 Nov 2019 07:54 von Kaninchen.

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22 Nov 2019 08:05 #25636 von Kaninchen


Es lebe die Mode!

Für die Mode, nicht dagegen
Sei der Mensch! – Denn sie erfreut,
Wenn sie sich auch oft verwegen
Vor dem größten Kitsch nicht scheut.

Ob sie etwas kürzer, länger,
Enger oder anders macht,
Bin ich immer gern ihr Sänger,
Weil sie keck ins Leben lacht.

Durch das Weltall sei's gejodelt
Allen Schneidern zum Gewinn:
Mode lebt und Leben modelt,
Und so haben beide Sinn.

Joachim Ringelnatz


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23 Nov 2019 08:04 #25655 von Kaninchen
Für Ninon

von Hermann Hesse

Daß du bei mir magst weilen,
Wo doch mein Leben dunkel ist
Und draußen Sterne eilen
Und alles voll Gefunkel ist -
Daß du in dem Getriebe
Des Lebens eine Mitte weisst,
Macht dich und deine Liebe
Für mich zum guten Geist.
In meinem Dunkel ahnst du
Den so verborgnen Stern.
Mit deiner Liebe mahnst du
Mich an des Lebens süßen Kern.

Ninon Hesse war eine Kunsthistorikerin und die dritte Ehefrau von Hermann Hesse .

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23 Nov 2019 21:21 #25659 von Feschtbrueder


Im Nebel


Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.



Hermann Hesse, November 1905

:-) Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!

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24 Nov 2019 07:52 #25673 von Kaninchen
Die Stärke des Weins

von Gotthold Ephraim Lessing

Wein ist stärker als das Wasser:
Dies gestehn auch seine Hasser.
Wasser reißt wohl Eichen um,
Und hat Häuser umgerissen:
Und ihr wundert euch darum,
Dass der Wein mich umgerissen?

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