Gedichte
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19 Apr 2021 07:29 #35210
von Kaninchen
Glaube
Es kann nicht sein und kann nicht sein,
Daß dort nur blaue Leere webt,
Woher der süße Sternenschein
So tröstend nächtlich niederbebt !
Millionen Engel wachen dort
Und zünden allnachts Stück für Stück
Die Kerzen an, daß fort und fort
Der Mensch auch glaubt an Himmelsglück !
Emil Claar
1842 - 1930
eigentlich Emil Rappaport, österr. Schauspieler, Schriftsteller und Theaterintendant
Es kann nicht sein und kann nicht sein,
Daß dort nur blaue Leere webt,
Woher der süße Sternenschein
So tröstend nächtlich niederbebt !
Millionen Engel wachen dort
Und zünden allnachts Stück für Stück
Die Kerzen an, daß fort und fort
Der Mensch auch glaubt an Himmelsglück !
Emil Claar
1842 - 1930
eigentlich Emil Rappaport, österr. Schauspieler, Schriftsteller und Theaterintendant
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20 Apr 2021 08:07 #35227
von Kaninchen
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21 Apr 2021 07:27 #35241
von Kaninchen
Schattenbilder
Meine zwei Hände und deine,
Deine zehn Finger und meine,
Die können gar feine Kunststücke machen,
Gar drollige, schnurrige, niedliche Sachen.
Nichts brauchst du dazu als eine Wand,
Ein Licht auf dem Tisch und etwas Verstand.
Dann drehe und krümme die zehn Gesellen,
Daß sie dir allerhand Bildlein stellen:
Ein Häslein mit Ohren und Pfötlein gar fein,
Ein Kätzlein, ein Bär und ein Vögelein
Erscheinen nun plötzlich auf der Wand
Als Gäste aus heimlichem Schattenland.
Sie wackeln und tanzen und springen daher
Und all, die es sehen, freuen sich sehr.
Es lachen Vater, Mutter und Kind
Und all die andern, die drum herum sind.
Ja, deine zwei Hände und meine
Und meine zehn Finger und deine,
Die zaubern gar schnell an eine Wand
Viel schnurrige Bilder aus Schattenland.
Elisabeth Dauthendey (* 19. Januar 1854 in Sankt Petersburg; † 18. April 1943 in Würzburg) war eine deutsche Schriftstellerin. Erfolgreich war sie vor allem mit ihren Märchen und Novellen, die eine mythische bis mystische Phantasiewelt entwarfen.
Meine zwei Hände und deine,
Deine zehn Finger und meine,
Die können gar feine Kunststücke machen,
Gar drollige, schnurrige, niedliche Sachen.
Nichts brauchst du dazu als eine Wand,
Ein Licht auf dem Tisch und etwas Verstand.
Dann drehe und krümme die zehn Gesellen,
Daß sie dir allerhand Bildlein stellen:
Ein Häslein mit Ohren und Pfötlein gar fein,
Ein Kätzlein, ein Bär und ein Vögelein
Erscheinen nun plötzlich auf der Wand
Als Gäste aus heimlichem Schattenland.
Sie wackeln und tanzen und springen daher
Und all, die es sehen, freuen sich sehr.
Es lachen Vater, Mutter und Kind
Und all die andern, die drum herum sind.
Ja, deine zwei Hände und meine
Und meine zehn Finger und deine,
Die zaubern gar schnell an eine Wand
Viel schnurrige Bilder aus Schattenland.
Elisabeth Dauthendey (* 19. Januar 1854 in Sankt Petersburg; † 18. April 1943 in Würzburg) war eine deutsche Schriftstellerin. Erfolgreich war sie vor allem mit ihren Märchen und Novellen, die eine mythische bis mystische Phantasiewelt entwarfen.
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22 Apr 2021 08:03 #35262
von Kaninchen
Keine Wolke stille hält,
Wolken fliehn wie weiße Reiher;
Keinen Weg kennt ihre Welt,
Und der Wind, das ist ihr Freier.
Wind der singt von fernen Meilen,
Springt und kann die Luft nicht lassen
Einer Landstraß nachzueilen,
Menschen um den Hals zu fassen.
Und das Herz singt auf zum Reigen,
Schweigen kann nicht mehr die Brust;
Menschen werden wie die Geigen,
Geigen singen unbewußt.
Max Dauthendey (* 25. Juli 1867 in Würzburg; † 29. August 1918 in Malang auf Java) war ein deutscher Dichter und Maler.
Wolken fliehn wie weiße Reiher;
Keinen Weg kennt ihre Welt,
Und der Wind, das ist ihr Freier.
Wind der singt von fernen Meilen,
Springt und kann die Luft nicht lassen
Einer Landstraß nachzueilen,
Menschen um den Hals zu fassen.
Und das Herz singt auf zum Reigen,
Schweigen kann nicht mehr die Brust;
Menschen werden wie die Geigen,
Geigen singen unbewußt.
Max Dauthendey (* 25. Juli 1867 in Würzburg; † 29. August 1918 in Malang auf Java) war ein deutscher Dichter und Maler.
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- Glögglifrosch
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23 Apr 2021 06:54 #35280
von Glögglifrosch
Max Dauthendey, 1867 - 1918
In der grünen Stille
Nun sind wir draussen in der grünen Stille
Und gehen sonder Wille für uns hin.
Nur Blätter sprechen laut um uns mit Sausen.
Es jagt vor uns des Morgenwindes Brausen,
Und Baum und Blätter wollen mit ihm fliehn.
Er ist ein Reiter, einer von den Kühnen,
Und Schatten winken hinter ihm im Grünen.
Vom Haselstrauch und Eichenlaub umgeben
Sind stille Winkel, wo kein Lufthauch geht;
Wo man sich taub hinlegt vom lauten Leben,
Und wo das Gras voll Sommerwärme steht.
Die Meisen zirpen und die Gräser raunen
Und warten auf den Tag und seine Launen.
Man starrt mit ihnen in den Morgenrauch den blauen
Und küsst und könnte überm Küssen gern ergrauen.
In der grünen Stille
Nun sind wir draussen in der grünen Stille
Und gehen sonder Wille für uns hin.
Nur Blätter sprechen laut um uns mit Sausen.
Es jagt vor uns des Morgenwindes Brausen,
Und Baum und Blätter wollen mit ihm fliehn.
Er ist ein Reiter, einer von den Kühnen,
Und Schatten winken hinter ihm im Grünen.
Vom Haselstrauch und Eichenlaub umgeben
Sind stille Winkel, wo kein Lufthauch geht;
Wo man sich taub hinlegt vom lauten Leben,
Und wo das Gras voll Sommerwärme steht.
Die Meisen zirpen und die Gräser raunen
Und warten auf den Tag und seine Launen.
Man starrt mit ihnen in den Morgenrauch den blauen
Und küsst und könnte überm Küssen gern ergrauen.
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23 Apr 2021 07:29 - 23 Apr 2021 07:33 #35289
von Kaninchen
Letzte Änderung: 23 Apr 2021 07:33 von Kaninchen.
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