Gedichte
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20 Feb 2019 08:06 #21800
von Feschtbrueder
Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!
Das Huhn
(Ballade)
Es gackert hin, es gackert her,
pickt Körner, denn die mag es sehr,
legt Eier – dabei ist es still –
und wirkt auch nützlich auf dem Grill.
© Ruedi Berger
(Ballade)
Es gackert hin, es gackert her,
pickt Körner, denn die mag es sehr,
legt Eier – dabei ist es still –
und wirkt auch nützlich auf dem Grill.
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21 Feb 2019 07:43 #21817
von Kaninchen
Das Alter
Ich seh' ein altes Angesicht,
Aus dem nur Leid und Kummer spricht.
Was freundlich war, das schwand dahin,
Und Bitterkeit nur blieb darin.
Es anzusehn macht trüb' und stumm,
Wer es erblickt, der kehrt sich um.
Verwandelt hat's die Zeit so sehr,
Von einst'gem Reiz nichts schmückt es mehr.
Wie grub darin der Gram sich ein,
Nichts blieb zurück vom Sonnenschein,
Nichts von des einst'gen Frühlings Pracht.
Wie häßlich doch das Alter macht!
Ich seh' ein altes Angesicht,
Das glänzt wie Herbstes Sonnenlicht,
So mild und klar, so still und gut,
Es anzusehn gibt Trost und Mut.
Zum Frieden ward verklärt das Leid,
Und Hoffnung blieb durch all die Zeit.
Und wie in Herbstes Sonnenstrahl
Lenzblumen blühn zum zweitenmal,
So glänzt auf diesem Antlitz auch,
Geweckt durch güt'gen Geistes Hauch,
Etwas hervor von Jugend noch,
Wie macht so schön das Alter doch!
Johannes Trojan
Das Alter
Ich seh' ein altes Angesicht,
Aus dem nur Leid und Kummer spricht.
Was freundlich war, das schwand dahin,
Und Bitterkeit nur blieb darin.
Es anzusehn macht trüb' und stumm,
Wer es erblickt, der kehrt sich um.
Verwandelt hat's die Zeit so sehr,
Von einst'gem Reiz nichts schmückt es mehr.
Wie grub darin der Gram sich ein,
Nichts blieb zurück vom Sonnenschein,
Nichts von des einst'gen Frühlings Pracht.
Wie häßlich doch das Alter macht!
Ich seh' ein altes Angesicht,
Das glänzt wie Herbstes Sonnenlicht,
So mild und klar, so still und gut,
Es anzusehn gibt Trost und Mut.
Zum Frieden ward verklärt das Leid,
Und Hoffnung blieb durch all die Zeit.
Und wie in Herbstes Sonnenstrahl
Lenzblumen blühn zum zweitenmal,
So glänzt auf diesem Antlitz auch,
Geweckt durch güt'gen Geistes Hauch,
Etwas hervor von Jugend noch,
Wie macht so schön das Alter doch!
Johannes Trojan
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22 Feb 2019 07:55 #21832
von Kaninchen
Die ganze Welt
Wo hängt der größte Bilderbogen?
Beim Kaufmann, Kinder! ungelogen!
Man braucht bloß draußen stehn zu bleiben,
kuckt einfach durch die Ladenscheiben,
da sieht man ohne alles Geld
die ganze Welt.
Man sieht die braunen Kaffeebohnen;
die wachsen, wo die Affen wohnen.
Man sieht auf Waschblau, Reis und Mandeln
Kameele unter Palmen wandeln,
und einen Ochsen ganz bepackt
mit Fleischextrakt.
Man sieht auch Zimmt und Apfelsinen,
und Zuckerhüte zwischen ihnen.
Man sieht auf rot lackierten Blechen
Matrosen mit Chinesen sprechen;
und manchmal steht ein bunter Mohr,
der lacht, davor.
Am Eingang aber lehnt 'ne Leiter
mit Hasen, Hühnern und so weiter.
Und manchmal hängt an ihren Sprossen
ein großer Hirsch, ganz totgeschossen;
dann kommt so'n kleiner Hundemann
und schnuppert dran.
Richard Dehmel
Die ganze Welt
Wo hängt der größte Bilderbogen?
Beim Kaufmann, Kinder! ungelogen!
Man braucht bloß draußen stehn zu bleiben,
kuckt einfach durch die Ladenscheiben,
da sieht man ohne alles Geld
die ganze Welt.
Man sieht die braunen Kaffeebohnen;
die wachsen, wo die Affen wohnen.
Man sieht auf Waschblau, Reis und Mandeln
Kameele unter Palmen wandeln,
und einen Ochsen ganz bepackt
mit Fleischextrakt.
Man sieht auch Zimmt und Apfelsinen,
und Zuckerhüte zwischen ihnen.
Man sieht auf rot lackierten Blechen
Matrosen mit Chinesen sprechen;
und manchmal steht ein bunter Mohr,
der lacht, davor.
Am Eingang aber lehnt 'ne Leiter
mit Hasen, Hühnern und so weiter.
Und manchmal hängt an ihren Sprossen
ein großer Hirsch, ganz totgeschossen;
dann kommt so'n kleiner Hundemann
und schnuppert dran.
Richard Dehmel
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23 Feb 2019 07:46 #21848
von Kaninchen
Das richtige Pferd
Wer schenkt mir ein lebendiges Pferd,
mein Schaukelpferd ist garnichts wert,
es hat so steife Beine;
es stampft nicht, frißt nicht, wiehert nicht,
und macht solch ledernes Gesicht,
es weiß nicht, was ich meine.
Wenn mir der Weihnachtsmann ein Pferd,
ein wirklich richtiges Pferd beschert,
dann reit ich über die Brücke,
und reite durch den Kiefernforst
nach Vehlefanz und Haselhorst,
und noch fünf große Stücke.
Dann bin ich mitten in der Welt;
da such ich mir ein Haberfeld
und lasse mein Pferdchen grasen.
Und dann, dann reit ich ans Ende der Welt,
wo der Riese den Regenbogen hält,
und – schick euch 'ne Ansichtspostkarte.
Paula und Richard Dehmel
Das richtige Pferd
Wer schenkt mir ein lebendiges Pferd,
mein Schaukelpferd ist garnichts wert,
es hat so steife Beine;
es stampft nicht, frißt nicht, wiehert nicht,
und macht solch ledernes Gesicht,
es weiß nicht, was ich meine.
Wenn mir der Weihnachtsmann ein Pferd,
ein wirklich richtiges Pferd beschert,
dann reit ich über die Brücke,
und reite durch den Kiefernforst
nach Vehlefanz und Haselhorst,
und noch fünf große Stücke.
Dann bin ich mitten in der Welt;
da such ich mir ein Haberfeld
und lasse mein Pferdchen grasen.
Und dann, dann reit ich ans Ende der Welt,
wo der Riese den Regenbogen hält,
und – schick euch 'ne Ansichtspostkarte.
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24 Feb 2019 08:37 #21864
von Kaninchen
Wie war zu Cölln es doch vordem
mit Heinzelmännchen so bequem!
Denn war man faul, ... man legte sich
hin auf die Bank und pflegte sich.
Da kamen bei Nacht, eh' man's gedacht,
die Männlein und schwärmten
und klappten und lärmten
und rupften und zupften
und hüpften und trabten
und putzten und schabten -
und eh ein Faulpelz noch erwacht,
war all sein Tagwerk ... bereits gemacht!...
Die Zimmerleute streckten sich
Hin auf die Spän' und reckten sich.
Indessen kam die Geisterschar
Und sah was da zu zimmern war.
Nahm Meißel und Beil
Und die Säg' in Eil;
Und sägten und stachen
Und hieben und brachen,
Berappten
Und kappten,
Visierten wie Falken
Und setzten die Balken...
Eh sich's der Zimmermann versah...
Klapp, stand das ganze Haus... schon fertig da!
Beim Bäckermeister war nicht Not,
Die Heinzelmännchen backten Brot.
Die faulen Burschen legten sich,
Die Heinzelmännchen regten sich -
Und ächzten daher
Mit den Säcken schwer!
Und kneteten tüchtig
Und wogen es richtig,
Und hoben
Und schoben,
Und fegten und backten
Und klopften und hackten.
Die Burschen schnarchten noch im Chor:
Da rückte schon das Brot,... das neue, vor!
Beim Fleischer ging es just so zu:
Gesell und Bursche lag in Ruh.
Indessen kamen die Männlein her
Und hackten das Schwein die Kreuz und Quer.
Das ging so geschwind
Wie die Mühl' im Wind!
Die klappten mit Beilen,
Die schnitzten an Speilen,
Die spülten,
Die wühlten,
Und mengten und mischten
Und stopften und wischten.
Tat der Gesell die Augen auf,...
Wapp! hing die Wurst da schon im Ausverkauf!
Beim Schenken war es so: es trank
Der Küfer bis er niedersank,
Am hohlen Fasse schlief er ein,
Die Männlein sorgten um den Wein,
Und schwefelten fein
Alle Fässer ein,
Und rollten und hoben
Mit Winden und Kloben,
Und schwenkten
Und senkten,
Und gossen und panschten
Und mengten und manschten.
Und eh der Küfer noch erwacht,
War schon der Wein geschönt und fein gemacht!
Einst hatt' ein Schneider große Pein:
Der Staatsrock sollte fertig sein;
Warf hin das Zeug und legte sich
Hin auf das Ohr und pflegte sich.
Das schlüpften sie frisch
In den Schneidertisch;
Da schnitten und rückten
Und nähten und stickten,
Und faßten
Und paßten,
Und strichen und guckten
Und zupften und ruckten,
Und eh mein Schneiderlein erwacht:
War Bürgermeisters Rock... bereits gemacht!
Neugierig war des Schneiders Weib,
Und macht sich diesen Zeitvertreib:
Streut Erbsen hin die andre Nacht,
Die Heinzelmännchen kommen sacht:
Eins fähret nun aus,
Schlägt hin im Haus,
Die gleiten von Stufen
Und plumpen in Kufen,
Die fallen
Mit Schallen,
Die lärmen und schreien
Und vermaledeien!
Sie springt hinunter auf den Schall
Mit Licht: husch husch husch husch! - verschwinden all!
O weh! nun sind sie alle fort
Und keines ist mehr hier am Ort!
Man kann nicht mehr wie sonsten ruhn,
Man muß nun alles selber tun!
Ein jeder muß fein
Selbst fleißig sein,
Und kratzen und schaben
Und rennen und traben
Und schniegeln
Und biegeln,
Und klopfen und hacken
Und kochen und backen.
Ach, daß es noch wie damals wär!
Doch kommt die schöne Zeit nicht wieder her!
August Kopisch
1799-1853
Wie war zu Cölln es doch vordem
mit Heinzelmännchen so bequem!
Denn war man faul, ... man legte sich
hin auf die Bank und pflegte sich.
Da kamen bei Nacht, eh' man's gedacht,
die Männlein und schwärmten
und klappten und lärmten
und rupften und zupften
und hüpften und trabten
und putzten und schabten -
und eh ein Faulpelz noch erwacht,
war all sein Tagwerk ... bereits gemacht!...
Die Zimmerleute streckten sich
Hin auf die Spän' und reckten sich.
Indessen kam die Geisterschar
Und sah was da zu zimmern war.
Nahm Meißel und Beil
Und die Säg' in Eil;
Und sägten und stachen
Und hieben und brachen,
Berappten
Und kappten,
Visierten wie Falken
Und setzten die Balken...
Eh sich's der Zimmermann versah...
Klapp, stand das ganze Haus... schon fertig da!
Beim Bäckermeister war nicht Not,
Die Heinzelmännchen backten Brot.
Die faulen Burschen legten sich,
Die Heinzelmännchen regten sich -
Und ächzten daher
Mit den Säcken schwer!
Und kneteten tüchtig
Und wogen es richtig,
Und hoben
Und schoben,
Und fegten und backten
Und klopften und hackten.
Die Burschen schnarchten noch im Chor:
Da rückte schon das Brot,... das neue, vor!
Beim Fleischer ging es just so zu:
Gesell und Bursche lag in Ruh.
Indessen kamen die Männlein her
Und hackten das Schwein die Kreuz und Quer.
Das ging so geschwind
Wie die Mühl' im Wind!
Die klappten mit Beilen,
Die schnitzten an Speilen,
Die spülten,
Die wühlten,
Und mengten und mischten
Und stopften und wischten.
Tat der Gesell die Augen auf,...
Wapp! hing die Wurst da schon im Ausverkauf!
Beim Schenken war es so: es trank
Der Küfer bis er niedersank,
Am hohlen Fasse schlief er ein,
Die Männlein sorgten um den Wein,
Und schwefelten fein
Alle Fässer ein,
Und rollten und hoben
Mit Winden und Kloben,
Und schwenkten
Und senkten,
Und gossen und panschten
Und mengten und manschten.
Und eh der Küfer noch erwacht,
War schon der Wein geschönt und fein gemacht!
Einst hatt' ein Schneider große Pein:
Der Staatsrock sollte fertig sein;
Warf hin das Zeug und legte sich
Hin auf das Ohr und pflegte sich.
Das schlüpften sie frisch
In den Schneidertisch;
Da schnitten und rückten
Und nähten und stickten,
Und faßten
Und paßten,
Und strichen und guckten
Und zupften und ruckten,
Und eh mein Schneiderlein erwacht:
War Bürgermeisters Rock... bereits gemacht!
Neugierig war des Schneiders Weib,
Und macht sich diesen Zeitvertreib:
Streut Erbsen hin die andre Nacht,
Die Heinzelmännchen kommen sacht:
Eins fähret nun aus,
Schlägt hin im Haus,
Die gleiten von Stufen
Und plumpen in Kufen,
Die fallen
Mit Schallen,
Die lärmen und schreien
Und vermaledeien!
Sie springt hinunter auf den Schall
Mit Licht: husch husch husch husch! - verschwinden all!
O weh! nun sind sie alle fort
Und keines ist mehr hier am Ort!
Man kann nicht mehr wie sonsten ruhn,
Man muß nun alles selber tun!
Ein jeder muß fein
Selbst fleißig sein,
Und kratzen und schaben
Und rennen und traben
Und schniegeln
Und biegeln,
Und klopfen und hacken
Und kochen und backen.
Ach, daß es noch wie damals wär!
Doch kommt die schöne Zeit nicht wieder her!
August Kopisch
1799-1853
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25 Feb 2019 07:29 #21872
von Feschtbrueder
Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!
Oh Heinzelmännchen kommt doch her
...zum lieben Basler Feschtbrueder.
Ich hätt auch Arbeit hier, ganz viel und zwar
legt ich mich auch hin bis nächstes Jahr.
...zum lieben Basler Feschtbrueder.
Ich hätt auch Arbeit hier, ganz viel und zwar
legt ich mich auch hin bis nächstes Jahr.
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