Gedichte
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20 Aug 2019 08:17 #24226
von Kaninchen
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21 Aug 2019 07:51 #24233
von Kaninchen
Es regnet
Es regnet, es regnet
Der Kuh auf den Schwanz;
Es regnet, es regnet
Der Braut in den Kranz.
Es regnet, es regnet,
Die Welt ist schon naß;
Hol's Töpfchen,
Fang's Tröpfchen,
Dann sag ich dir was:
Wäschst du die Nase,
Bleibt sie fein grade,
Wäschst du das Mündchen,
Bist du'n lieb Kindchen,
Wäschst du aber die Augen schön,
Kannst du dem lieben Herrgott seinen Himmel besehn!
Paula Dehmel
(* 31.10.1862, † 09.07.1918)
Es regnet
Es regnet, es regnet
Der Kuh auf den Schwanz;
Es regnet, es regnet
Der Braut in den Kranz.
Es regnet, es regnet,
Die Welt ist schon naß;
Hol's Töpfchen,
Fang's Tröpfchen,
Dann sag ich dir was:
Wäschst du die Nase,
Bleibt sie fein grade,
Wäschst du das Mündchen,
Bist du'n lieb Kindchen,
Wäschst du aber die Augen schön,
Kannst du dem lieben Herrgott seinen Himmel besehn!
Paula Dehmel
(* 31.10.1862, † 09.07.1918)
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22 Aug 2019 08:07 #24246
von Kaninchen
Ach weh mir unglückhaftem Mann
Gedicht von Felix Dahn
Ach weh mir unglückhaftem Mann,
daß ich Geld und Gut nicht habe,
sonst spannt’ ich gleich vier Schimmel an
und führ’ zu dir im Trabe.
Ich putzte sie mit Schellen aus,
daß du mich hört’st von weitem,
ich steckt’ ein’n großen Rosenstrauß
an meine linke Seiten.
Und käm’ ich an dein kleines Haus,
tät’ ich mit der Peitsche schlagen,
da gucktest du zum Fenster ’naus:
Was willst du? Tät’st du fragen.
Was soll der großen Rosenstrauß,
die Schimmel an dem Wagen?
Dich will ich, rief’ ich, komm heraus!
Da tät’st du nimmer fragen.
Nun, Vater, Mutter, seht sie an
und küßt sie rasch zum Scheiden,
weil ich nicht lange warten kann,
meine Schimmel wolln’s nicht leiden.
Ach weh mir unglückhaftem Mann,
daß ich Geld und Gut nicht hab’.
Gedicht von Felix Dahn
Ach weh mir unglückhaftem Mann,
daß ich Geld und Gut nicht habe,
sonst spannt’ ich gleich vier Schimmel an
und führ’ zu dir im Trabe.
Ich putzte sie mit Schellen aus,
daß du mich hört’st von weitem,
ich steckt’ ein’n großen Rosenstrauß
an meine linke Seiten.
Und käm’ ich an dein kleines Haus,
tät’ ich mit der Peitsche schlagen,
da gucktest du zum Fenster ’naus:
Was willst du? Tät’st du fragen.
Was soll der großen Rosenstrauß,
die Schimmel an dem Wagen?
Dich will ich, rief’ ich, komm heraus!
Da tät’st du nimmer fragen.
Nun, Vater, Mutter, seht sie an
und küßt sie rasch zum Scheiden,
weil ich nicht lange warten kann,
meine Schimmel wolln’s nicht leiden.
Ach weh mir unglückhaftem Mann,
daß ich Geld und Gut nicht hab’.
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23 Aug 2019 07:32 #24259
von Kaninchen
Möwenlied
Die Möwen sehen alle aus,
als ob sie Emma hießen.
Sie tragen einen weißen Flaus
und sind mit Schrot zu schießen.
Ich schieße keine Möwe tot,
Ich laß sie lieber leben -
und füttre sie mit Roggenbrot
und rötlichen Zibeben.
O Mensch, du wirst nie nebenbei
der Möwe Flug erreichen.
Wofern du Emma heißest, sei
zufrieden, ihr zu gleichen.
Christian Morgenstern
Möwenlied
Die Möwen sehen alle aus,
als ob sie Emma hießen.
Sie tragen einen weißen Flaus
und sind mit Schrot zu schießen.
Ich schieße keine Möwe tot,
Ich laß sie lieber leben -
und füttre sie mit Roggenbrot
und rötlichen Zibeben.
O Mensch, du wirst nie nebenbei
der Möwe Flug erreichen.
Wofern du Emma heißest, sei
zufrieden, ihr zu gleichen.
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24 Aug 2019 07:56 #24268
von Kaninchen
Cäsar Flaischlen
Ende
Verträumt und müde wie ein Schmetterling im September taumelt der Sommer das Gelände entlang. Altweiberfäden wirren sich um seine zerrissenen Flügel und die Blumen, die noch blühen, haben keinen Honig mehr.
Am Hochwald drüben, hinter dem die Sonne glutet, lauert die Nacht, gleich einer großen Spinne, und wie ein engmaschiges Netz hängt sie die Dämmerung vor das verflackernde Abendrot, nach dem der Schmetterling seinen Flug nimmt.
Cäsar Flaischlen
Ende
Verträumt und müde wie ein Schmetterling im September taumelt der Sommer das Gelände entlang. Altweiberfäden wirren sich um seine zerrissenen Flügel und die Blumen, die noch blühen, haben keinen Honig mehr.
Am Hochwald drüben, hinter dem die Sonne glutet, lauert die Nacht, gleich einer großen Spinne, und wie ein engmaschiges Netz hängt sie die Dämmerung vor das verflackernde Abendrot, nach dem der Schmetterling seinen Flug nimmt.
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25 Aug 2019 08:20 #24282
von Kaninchen
Fred Endrikat
Das ewig Weibliche
Es streiten sich die großen Philosophen
seit alters her schon um das Thema Frau.
Per eine singt ihr Lied in schönsten Strophen,
der andre wünscht sie in den Höllenofen.
Nur leider stimmt das meiste nicht genau.
Das Thema lässt sich nur von Fall zu Fall behandeln,
weil unterschiedlich und sehr delikat.
Die Frauen wandeln sich, wie sich die Zeiten wandeln,
auch soll man sie nicht öffentlich verschandeln -
Volksgut in Ehren, doch Frauen sind privat.
Die Frau ist wie ein Dom, vor dem wir stehen,
geheimnisvoll, voll Mystik, wunderbar.
Man kennt sie nicht, von außen nur gesehen,
es fehlt der Schlüssel, um hineinzugehen.
Die Liebe ist der Schlüssel zum Altar.
Bist du dann endlich zum Altar gekommen -
in welcher Rolle, das liegt ganz an dir -
vielleicht hast du das höchste Glück erklommen,
wirst feierlich als Priester aufgenommen,
wer weiß? Vielleicht nur als ein Opferstier.
Fred Endrikat
Das ewig Weibliche
Es streiten sich die großen Philosophen
seit alters her schon um das Thema Frau.
Per eine singt ihr Lied in schönsten Strophen,
der andre wünscht sie in den Höllenofen.
Nur leider stimmt das meiste nicht genau.
Das Thema lässt sich nur von Fall zu Fall behandeln,
weil unterschiedlich und sehr delikat.
Die Frauen wandeln sich, wie sich die Zeiten wandeln,
auch soll man sie nicht öffentlich verschandeln -
Volksgut in Ehren, doch Frauen sind privat.
Die Frau ist wie ein Dom, vor dem wir stehen,
geheimnisvoll, voll Mystik, wunderbar.
Man kennt sie nicht, von außen nur gesehen,
es fehlt der Schlüssel, um hineinzugehen.
Die Liebe ist der Schlüssel zum Altar.
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in welcher Rolle, das liegt ganz an dir -
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