Gedichte
- Feschtbrueder
-
Autor
- Offline
- Administrator
-
Weniger
Mehr
- Beiträge: 13481
24 Jul 2019 06:25 #23968
von Feschtbrueder
Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!
Die Hitze
Die Hitze macht uns schwer zu schaffen.
Wir wären gerne eisgekühlt.
Es fällt uns schwer, uns aufzuraffen,
weil man die Faulheit in sich fühlt.
Kein Wunder, dass Termine platzen.
Man räkelt sich am Baggersee,
und geht auf bunten Luftmatratzen
mit einem Paddel auf Tournee.
Die Sonne schreitet zur Vollstreckung.
Und was sonst grünt, ist braungebrannt.
Empfohlen wird die Kopfbedeckung,
denn sonst vertrocknet der Verstand.
So wird der Strohhut schnell zum Renner.
Er schützt vor einem Sonnenstich.
Das wird bestimmt ein Dauerbrenner,
und der Verdacht bestätigt sich.
Am Anfang herrschte helle Freude.
Die Sonne leckte uns den Bauch.
Klimatisiert sind die Gebäude.
Man kommt ins Schwitzen:
Bedenkt man seinen Stromverbrauch.
Roman Herberth
Die Hitze macht uns schwer zu schaffen.
Wir wären gerne eisgekühlt.
Es fällt uns schwer, uns aufzuraffen,
weil man die Faulheit in sich fühlt.
Kein Wunder, dass Termine platzen.
Man räkelt sich am Baggersee,
und geht auf bunten Luftmatratzen
mit einem Paddel auf Tournee.
Die Sonne schreitet zur Vollstreckung.
Und was sonst grünt, ist braungebrannt.
Empfohlen wird die Kopfbedeckung,
denn sonst vertrocknet der Verstand.
So wird der Strohhut schnell zum Renner.
Er schützt vor einem Sonnenstich.
Das wird bestimmt ein Dauerbrenner,
und der Verdacht bestätigt sich.
Am Anfang herrschte helle Freude.
Die Sonne leckte uns den Bauch.
Klimatisiert sind die Gebäude.
Man kommt ins Schwitzen:
Bedenkt man seinen Stromverbrauch.
Roman Herberth
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- Kaninchen
-
- Offline
- Platinum Boarder
-
Weniger
Mehr
- Beiträge: 28344
24 Jul 2019 08:03 #23975
von Kaninchen
Am Himmel hing das Silberhorn,
Und linde Mailuft wehte,
Da saß der Hans am Waldesborn
Und herzte seine Grete.
Das bunte Volk der Vögel schlief,
Kein Lauscher war darunter,
Die alten Tannen träumten tief,
Der Bach allein war munter,
Und lustig lachend sang die Flut:
„Der Hansel ist der Gretel gut.“
Der Waldbach kam nach kurzer Frist
Zum goldnen Stern geschwommen.
Dort sprach der Wirt mit arger List:
„Ei, Bächlein, schön willkommen!“
Und goss die Wasserflut alsbald
Ins Weinfass unverfroren;
So kam die neue Mär vom Wald
Den Durstigen zu Ohren.
Da raunten sie im goldnen Stern:
„Der Hansel hat die Gretel gern.“
Die Grete wünschte gute Nacht
Und ließ den Haus alleine,
Und weil das Küssen durstig macht,
So ging der Hans zum Weine.
Am Zechtisch saß er untenan
Und trank mit tiefen Zügen;
Da drängte sich der Schwarm heran
Mit frischgefüllten Krügen,
Sie stießen an und riefen laut:
„Der Hansel hoch und seine Braut!“
Rudolf Baumbach
Aus der Sammlung "Aus halbvergangener Zeit"
Das schwatzhafte Wasser
Am Himmel hing das Silberhorn,
Und linde Mailuft wehte,
Da saß der Hans am Waldesborn
Und herzte seine Grete.
Das bunte Volk der Vögel schlief,
Kein Lauscher war darunter,
Die alten Tannen träumten tief,
Der Bach allein war munter,
Und lustig lachend sang die Flut:
„Der Hansel ist der Gretel gut.“
Der Waldbach kam nach kurzer Frist
Zum goldnen Stern geschwommen.
Dort sprach der Wirt mit arger List:
„Ei, Bächlein, schön willkommen!“
Und goss die Wasserflut alsbald
Ins Weinfass unverfroren;
So kam die neue Mär vom Wald
Den Durstigen zu Ohren.
Da raunten sie im goldnen Stern:
„Der Hansel hat die Gretel gern.“
Die Grete wünschte gute Nacht
Und ließ den Haus alleine,
Und weil das Küssen durstig macht,
So ging der Hans zum Weine.
Am Zechtisch saß er untenan
Und trank mit tiefen Zügen;
Da drängte sich der Schwarm heran
Mit frischgefüllten Krügen,
Sie stießen an und riefen laut:
„Der Hansel hoch und seine Braut!“
Rudolf Baumbach
Aus der Sammlung "Aus halbvergangener Zeit"
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- Kaninchen
-
- Offline
- Platinum Boarder
-
Weniger
Mehr
- Beiträge: 28344
25 Jul 2019 07:14 - 25 Jul 2019 07:14 #23981
von Kaninchen
Wenn im Sommer der rote Mohn
wieder glüht im gelben Korn,
wenn des Finken süßer Ton
wieder lockt im Hagedorn,
wenn es wieder weit und breit
feierklar und fruchtstill ist,
dann erfüllt sich uns die Zeit,
die mit vollen Massen misst.
Dann verebbt, was uns bedroht,
dann verweht, was uns bedrückt,
über dem Schlangenkopf der Not
ist das Sonnenschwert gezückt.
Glaube nur, es wird geschehn!
Wende nicht den Blick zurück!
Wenn die Sommerwinde wehn,
werden wir in Rosen gehn,
und die Sonne lacht uns Glück!
Bierbaum, Otto
wieder glüht im gelben Korn,
wenn des Finken süßer Ton
wieder lockt im Hagedorn,
wenn es wieder weit und breit
feierklar und fruchtstill ist,
dann erfüllt sich uns die Zeit,
die mit vollen Massen misst.
Dann verebbt, was uns bedroht,
dann verweht, was uns bedrückt,
über dem Schlangenkopf der Not
ist das Sonnenschwert gezückt.
Glaube nur, es wird geschehn!
Wende nicht den Blick zurück!
Wenn die Sommerwinde wehn,
werden wir in Rosen gehn,
und die Sonne lacht uns Glück!
Bierbaum, Otto
Letzte Änderung: 25 Jul 2019 07:14 von Kaninchen.
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- Kaninchen
-
- Offline
- Platinum Boarder
-
Weniger
Mehr
- Beiträge: 28344
26 Jul 2019 07:53 #23991
von Kaninchen
Hermann Löns
Mohnblumen
Mit roten Feldmohnblüten
Hatt' ich dein Haar geschmückt,
Die roten Blumenblätter
Die sind nun alle zerdrückt.
Du bist zu mir gekommen
Beim Abendsonnenschein,
Und als die Nacht hereinbrach,
Da ließest du mich allein.
Ich höre die Stille rauschen
Und sehe die Dunkelheit sprühn,
Vor meinen träumenden Augen
Purpurne Mohnblumen blühn.
Hermann Löns
Mohnblumen
Mit roten Feldmohnblüten
Hatt' ich dein Haar geschmückt,
Die roten Blumenblätter
Die sind nun alle zerdrückt.
Du bist zu mir gekommen
Beim Abendsonnenschein,
Und als die Nacht hereinbrach,
Da ließest du mich allein.
Ich höre die Stille rauschen
Und sehe die Dunkelheit sprühn,
Vor meinen träumenden Augen
Purpurne Mohnblumen blühn.
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- Kaninchen
-
- Offline
- Platinum Boarder
-
Weniger
Mehr
- Beiträge: 28344
27 Jul 2019 07:40 #24001
von Kaninchen
Das Mohnfeld
Es war einmal, ich weiß nicht wann
Und weiß nicht wo. Vielleicht ein Traum.
Ich trat aus einem schwarzen Tann
An einen stillen Wiesensaum.
Und auf der stillen Wiese stand
Rings Mohn bei Mohn und unbewegt,
Und war bis an den fernsten Rand
Der rote Teppich hingelegt.
Und auf dem roten Teppich lag,
Von tausend Blumen angeblickt,
Ein schöner, müder Sommertag,
Im ersten Schlummer eingenickt.
Ein Hase kam im Sprung. Erschreckt
Hat er sich tief ins Kraut geduckt,
Bis an die Löffel zugedeckt,
Nur einer hat herausgeguckt.
Kein Hauch. Kein Laut. Ein Vogelflug
Bewegte kaum die Abendluft.
Ich sah kaum, wie der Flügel schlug,
Ein schwarzer Strich im Dämmerduft.
Es war einmal, ich weiß nicht wo.
Ein Traum vielleicht. Lang ist es her.
Ich seh nur noch, und immer so,
Das stille, rote Blumenmeer.
Gustav Falke
Das Mohnfeld
Es war einmal, ich weiß nicht wann
Und weiß nicht wo. Vielleicht ein Traum.
Ich trat aus einem schwarzen Tann
An einen stillen Wiesensaum.
Und auf der stillen Wiese stand
Rings Mohn bei Mohn und unbewegt,
Und war bis an den fernsten Rand
Der rote Teppich hingelegt.
Und auf dem roten Teppich lag,
Von tausend Blumen angeblickt,
Ein schöner, müder Sommertag,
Im ersten Schlummer eingenickt.
Ein Hase kam im Sprung. Erschreckt
Hat er sich tief ins Kraut geduckt,
Bis an die Löffel zugedeckt,
Nur einer hat herausgeguckt.
Kein Hauch. Kein Laut. Ein Vogelflug
Bewegte kaum die Abendluft.
Ich sah kaum, wie der Flügel schlug,
Ein schwarzer Strich im Dämmerduft.
Es war einmal, ich weiß nicht wo.
Ein Traum vielleicht. Lang ist es her.
Ich seh nur noch, und immer so,
Das stille, rote Blumenmeer.
Gustav Falke
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- Feschtbrueder
-
Autor
- Offline
- Administrator
-
Weniger
Mehr
- Beiträge: 13481
28 Jul 2019 06:37 #24008
von Feschtbrueder
Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!
Der Stern
Ich träumt' einmal, ich läg', ein blasser Knabe,
in einem Kahne schlafend ausgestreckt,
und meiner Lider fein Geweb durchflammte
der hohen Nacht geheimnisvoller Glanz.
Und all mein Innres wurde Licht und Schimmer,
und ein Entzücken, das ich nie gekannt,
durchglühte mich und hob mein ganzes Wesen
in eine höhere Ordnung der Natur.
ein leises Tönen hielt mich hold umfangen,
als zitterte in jedem Sternenstrahl
der Ton der Heimat, die ihn hergesendet,
ein Ton vor allen aber traf mein Herz
und liess die andern mehr und mehr verstummen
und that sich auseinander wie der Kelch
der Königin der Nacht und offenbarte
auf seinem Grunde mir sein süsses Lied ...
"Wir grüssen dich in deine stillen Nächte
als deiner Zukunft tröstliche Gewähr,
es schalten ungeheure Willensmächte
in unsrer Tage blindem Ungefähr.
Sie ziehn dich von Gestaltung zu Gestaltung,
heut schleppst du dich noch schweren Schrittes hin,
doch bald begabt dich freiere Entfaltung
mit reicherer Natur und höherm Sinn.
So wandeln wir auf leichten Tänzerfüssen,
die wir dereinst auch dein Geschick geteilt,
und dürfen dich mit einem Liede grüssen,
das dich auf Strahlen unsres Sterns ereilt.
Oh flüchte bald nach unsern Lustgefilden,
und lass der kalten Erde grauen Dunst,
Oh sähst du, zu welch göttlichen Gebilden
uns schuf des Schicksals heiss ersehnte Gunst!
Auf Blumen wandeln wir wie leichte Falter,
aus Früchten saugen wir der Kräfte Saft,
uns ficht kein Elend an, zerbricht kein Alter,
der frühern Leiden lächelt unsre Kraft.
Denn allzu schön, als dass wir uns entzweiten,
erschuf uns das Gestirn, das uns gebar, -
wir können uns nicht Schmerz und Not bereiten,
die Schönheit macht uns aller Feindschaft bar!
Wir lieben uns aus tiefsten Herzensgründen,
wir trinken unsres Anblicks Glück und Huld,
wir wissen nichts wie ihr von fahlen Sünden,
und keinen ängstigt das Gespenst der Schuld.
Oh komm! dass sich die dornenlose Rose
auch Deiner Schläfe duftend schmiegen kann!
Die schönste Schwester diene deinem Lose
und schenke dich dem schönsten Mann - oh komm -!"
Da unterbrach ein dumpfer Glockenton
die reinen, feinen Stimmen jener Welt.
Ich richtete mich halb im Bette auf -
und sah viel Sterne durch mein Fenster glühn ..
und sank zurück. Und weiter floss die Nacht.
Christian Morgenstern
Ich träumt' einmal, ich läg', ein blasser Knabe,
in einem Kahne schlafend ausgestreckt,
und meiner Lider fein Geweb durchflammte
der hohen Nacht geheimnisvoller Glanz.
Und all mein Innres wurde Licht und Schimmer,
und ein Entzücken, das ich nie gekannt,
durchglühte mich und hob mein ganzes Wesen
in eine höhere Ordnung der Natur.
ein leises Tönen hielt mich hold umfangen,
als zitterte in jedem Sternenstrahl
der Ton der Heimat, die ihn hergesendet,
ein Ton vor allen aber traf mein Herz
und liess die andern mehr und mehr verstummen
und that sich auseinander wie der Kelch
der Königin der Nacht und offenbarte
auf seinem Grunde mir sein süsses Lied ...
"Wir grüssen dich in deine stillen Nächte
als deiner Zukunft tröstliche Gewähr,
es schalten ungeheure Willensmächte
in unsrer Tage blindem Ungefähr.
Sie ziehn dich von Gestaltung zu Gestaltung,
heut schleppst du dich noch schweren Schrittes hin,
doch bald begabt dich freiere Entfaltung
mit reicherer Natur und höherm Sinn.
So wandeln wir auf leichten Tänzerfüssen,
die wir dereinst auch dein Geschick geteilt,
und dürfen dich mit einem Liede grüssen,
das dich auf Strahlen unsres Sterns ereilt.
Oh flüchte bald nach unsern Lustgefilden,
und lass der kalten Erde grauen Dunst,
Oh sähst du, zu welch göttlichen Gebilden
uns schuf des Schicksals heiss ersehnte Gunst!
Auf Blumen wandeln wir wie leichte Falter,
aus Früchten saugen wir der Kräfte Saft,
uns ficht kein Elend an, zerbricht kein Alter,
der frühern Leiden lächelt unsre Kraft.
Denn allzu schön, als dass wir uns entzweiten,
erschuf uns das Gestirn, das uns gebar, -
wir können uns nicht Schmerz und Not bereiten,
die Schönheit macht uns aller Feindschaft bar!
Wir lieben uns aus tiefsten Herzensgründen,
wir trinken unsres Anblicks Glück und Huld,
wir wissen nichts wie ihr von fahlen Sünden,
und keinen ängstigt das Gespenst der Schuld.
Oh komm! dass sich die dornenlose Rose
auch Deiner Schläfe duftend schmiegen kann!
Die schönste Schwester diene deinem Lose
und schenke dich dem schönsten Mann - oh komm -!"
Da unterbrach ein dumpfer Glockenton
die reinen, feinen Stimmen jener Welt.
Ich richtete mich halb im Bette auf -
und sah viel Sterne durch mein Fenster glühn ..
und sank zurück. Und weiter floss die Nacht.
Christian Morgenstern
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
Ladezeit der Seite: 0.157 Sekunden
- Aktuelle Seite:
-
Startseite
-
Forum
-
Feschtbrueder's Foren
-
Feschtplatz
- Gedichte