Gedichte

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25 Dez 2017 14:46 #15340 von Feschtbrueder
Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum,
die Weihnacht naht, man glaubt es kaum,
vor kurzem war der Himmel klar,
weil es da noch Sommer war,
ganz plötzlich ist es kalt geworden,
nun blasen die Winde, vom hohen Norden,
erst färbten sich Blätter, dann fiel das Laub,
jetzt fällt der Schnee wie weisser Staub.
Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum,
warme Weihnacht bleibt ein Traum.

:-) Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!

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26 Dez 2017 07:42 - 26 Dez 2017 07:48 #15351 von Kaninchen
Man wird nicht besser mit den Jahren


Edmond Louyot (Metz 1861-1920) Der kleine Pfeifenraucher, signiert ...

Man wird nicht besser mit den Jahren,
Wie sollt' es auch, man wird bequem
Und bringt, um sich die Reu' zu sparen,
Die Fehler all in ein System.

Das gibt dann eine glatte Fläche,
Man gleitet unbehindert fort,
Und »allgemeine Menschenschwäche«
Wird unser Trost- und Losungswort.

Die Fragen alle sind erledigt,
Das eine geht, das andre nicht,
Nur manchmal eine stumme Predigt
Hält uns der Kinder Angesicht.

Theodor Fontane
Letzte Änderung: 26 Dez 2017 07:48 von Kaninchen.

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27 Dez 2017 07:47 - 27 Dez 2017 07:48 #15369 von Kaninchen
Altes Jahr vergeht.
Wange in die Hand gestützt,
blicke ich ihm nach.



Chji
(Anf. 19.Jh.)
eigentlich Chô-i, japanischer Dichter
Letzte Änderung: 27 Dez 2017 07:48 von Kaninchen.

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28 Dez 2017 06:41 #15375 von Kaninchen
Hoffnung
Hoffnung auf Hoffnung geht zu Scheiter,
Aber das Herz hofft immer weiter,
Wie sich Wog' über Woge bricht,
Aber das Meer erschöpft sich nicht.
Dass die Wogen sich senken und heben,
Das ist eben des Meeres Leben,
Und dass es hoffe von Tag zu Tag,
Das ist des Herzens Wellenschlag.



Friedrich Rückert
1788-1866,
deutscher Dichter

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29 Dez 2017 07:30 #15396 von Kaninchen
Nie stille steht die Zeit

Nie stille steht die Zeit, der Augenblick entschwebt,
Und den du nicht benutzt, den hast du nicht gelebt.
Und du auch stehst nie still, der gleiche bist du nimmer,
Und wer nicht besser wird, ist schon geworden schlimmer.
Wer einen Tag der Welt nicht nutzt, hat ihr geschadet,
Weil er versäumt, wozu ihn Gott mit Kraft begnadet.



Friedrich Rückert
1788-1866

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30 Dez 2017 07:29 #15413 von Kaninchen
Was will ein Herz allein?

Das ist des Lebens innigster Verstand:
Bescheiden sein im guten Augenblick,
Das Nahe voll umfassen, alles rings
Durchfühlen und genießen - aber nicht allein.

Was will ein Herz allein? Es schlägt und schlägt
Und müdet sich ins Leere. Sehnsucht ist
Sein Los, und Sehnsucht fühlen, heißt: in sich
Dem Leben fern sein.

Oh Geliebte, komm.
Ich will dich fühlen und lebendig sein.

Was brauch ich Himmel, Ewigkeit und Gott?

Ich habe dich. Der Augenblick mit dir
Ist Ewigkeit in Gott. Wenn meine Hand
Die runde Fülle deines Busens fühlt,
Fühl ich, dass Leben haben Gott sein ist.

Denn du bist schön. Und Schönheit ist der Sinn
Der Welt. - Schönheit genießen, heißt die Welt
Verstehn.



Otto Julius Bierbaum

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