Gedichte
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01 Jan 2019 09:26 #20907
von Kaninchen
Der Winter war ein Despot den Landen
Der Winter war ein Despot den Landen,
Rings hielt er Alles in Eisesbanden;
Die Vögel schwiegen, die Blumen sanken,
Die ganze Erde wollte erkranken.
In einem Lüftchen kam gebettelt
Der Lenz, doch hat er angezettelt
Im Stillen eine große Verschwörung;
Nicht merkt sie der Winter in stolzer Betörung.
Von Freiheit sprach er mit Vögeln und Bäumen
Und machte sie willig sich im Geheimen,
Und wie er alles abgesprochen,
Da ist der Aufruhr losgebrochen.
Es tönte die Erde vom Vogelschalle,
Es dufteten blühend die Blumen alle,
Der Winter floh vor des Frühlings Gewalten
In das Gebirge, sich dort noch zu halten.
Doch ist der Knabe ihm nachgedrungen,
Hat weidlich mit dem Alten gerungen,
Bis er ihn aller Orten vertrieben,
Dass keine Spur zurück ist geblieben.
Zum Freistaat wurde die ganze Erde,
Und Alles lebet ohne Beschwerde;
Die Bäume und Vögel sonder Schranken,
Sie singen und duften die freisten Gedanken.
Wolfgang Müller von Königswinter
Wolfgang Müller von Königswinter, eigentlich Peter Wilhelm Karl Müller
(* 15. März 1816 in Königswinter; † 29. Juni 1873 in Bad Neuenahr)
war Arzt, Politiker sowie Dichter patriotischer Lyrik, beliebter Volkslieder und Sagen.
Der Winter war ein Despot den Landen
Der Winter war ein Despot den Landen,
Rings hielt er Alles in Eisesbanden;
Die Vögel schwiegen, die Blumen sanken,
Die ganze Erde wollte erkranken.
In einem Lüftchen kam gebettelt
Der Lenz, doch hat er angezettelt
Im Stillen eine große Verschwörung;
Nicht merkt sie der Winter in stolzer Betörung.
Von Freiheit sprach er mit Vögeln und Bäumen
Und machte sie willig sich im Geheimen,
Und wie er alles abgesprochen,
Da ist der Aufruhr losgebrochen.
Es tönte die Erde vom Vogelschalle,
Es dufteten blühend die Blumen alle,
Der Winter floh vor des Frühlings Gewalten
In das Gebirge, sich dort noch zu halten.
Doch ist der Knabe ihm nachgedrungen,
Hat weidlich mit dem Alten gerungen,
Bis er ihn aller Orten vertrieben,
Dass keine Spur zurück ist geblieben.
Zum Freistaat wurde die ganze Erde,
Und Alles lebet ohne Beschwerde;
Die Bäume und Vögel sonder Schranken,
Sie singen und duften die freisten Gedanken.
Wolfgang Müller von Königswinter
Wolfgang Müller von Königswinter, eigentlich Peter Wilhelm Karl Müller
(* 15. März 1816 in Königswinter; † 29. Juni 1873 in Bad Neuenahr)
war Arzt, Politiker sowie Dichter patriotischer Lyrik, beliebter Volkslieder und Sagen.
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02 Jan 2019 06:32 #20911
von Feschtbrueder
Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!
Zum neuen Jahr ...
Zum neuen Jahr
hab ich der Wünsche eine Schar
und bringe bunt gemischt sie dar,
wie sie der lose Reim gebar.
Ich wünsche dem verliebten Paar
gebahnten Weg zum Traualtar,
dem Kahlkopf reich gelocktes Haar,
dem Pilger, dass er glücklich fahr,
dem Kindlein, dass es Gott bewahr,
Kundschaften, fette, dem Notar,
dem Trinker Rheinwein alt und klar,
dem Geizhals Tonnen Goldes bar,
ein Landgericht dem Aktuar,
die Bischofsmütze dem Vikar,
der Blinde seh gleich einem Aar.
Kurz, mit dem ersten Januar
verschwinde jegliche Gefahr
vom Erdenrunde ganz und gar,
das Gute nur bleib immerdar!
Dies wünsche ich zum neuen Jahr,
und was ich wünsche - werde wahr!
Autor unbekannt
Zum neuen Jahr
hab ich der Wünsche eine Schar
und bringe bunt gemischt sie dar,
wie sie der lose Reim gebar.
Ich wünsche dem verliebten Paar
gebahnten Weg zum Traualtar,
dem Kahlkopf reich gelocktes Haar,
dem Pilger, dass er glücklich fahr,
dem Kindlein, dass es Gott bewahr,
Kundschaften, fette, dem Notar,
dem Trinker Rheinwein alt und klar,
dem Geizhals Tonnen Goldes bar,
ein Landgericht dem Aktuar,
die Bischofsmütze dem Vikar,
der Blinde seh gleich einem Aar.
Kurz, mit dem ersten Januar
verschwinde jegliche Gefahr
vom Erdenrunde ganz und gar,
das Gute nur bleib immerdar!
Dies wünsche ich zum neuen Jahr,
und was ich wünsche - werde wahr!
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02 Jan 2019 07:51 #20918
von Kaninchen
Januar
Wohin man schaut, nur Schnee und Eis,
der Himmel grau, die Erde weiss!
Hei, wie der Wind so lustig pfeift,
hei, wie er in die Backen kneift!
Doch meint er's mit den Leuten gut,
erfrischt und stärkt, macht frohen Mut.
Ihr Stubenhocker, schämet euch,
kommt nur heraus, tut es uns gleich!
Bei Wind und Schnee auf glatter Bahn,
da hebt erst recht der Jubel an!
Robert Reinick
1805-1852
Januar
Wohin man schaut, nur Schnee und Eis,
der Himmel grau, die Erde weiss!
Hei, wie der Wind so lustig pfeift,
hei, wie er in die Backen kneift!
Doch meint er's mit den Leuten gut,
erfrischt und stärkt, macht frohen Mut.
Ihr Stubenhocker, schämet euch,
kommt nur heraus, tut es uns gleich!
Bei Wind und Schnee auf glatter Bahn,
da hebt erst recht der Jubel an!
Robert Reinick
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03 Jan 2019 08:36 #20941
von Kaninchen
Güll Friedrich
Will sehen, was ich weiß,
Vom Büblein auf dem Eis
Späte Fassung 1827
Gefroren hat es heuer
Noch gar kein festes Eis.
Das Büblein steht am Weiher
Und spricht zu sich ganz leis:
Ich will es einmal wagen,
Das Eis, es muß doch tragen. -
Wer weiß?
Das Büblein stapft und hacket
Mit seinem Stiefelein.
Das Eis auf einmal knacket,
Und krach! schon bricht's hinein.
Das Büblein platscht und krabbelt,
Als wie ein Krebs und zappelt
Mit Arm und Bein.
O helft, ich muß versinken
In lauter Eis und Schnee!
O helft, ich muß ertrinken
Im tiefen, tiefen See!
Wär nicht ein Mann gekommen,
Der sich ein Herz genommen,
O weh!
Der packt es bei dem Schopfe
Und zieht es dann heraus.
Vom Fuße bis zum Kopfe
Wie eine Wassermaus.
Das Büblein hat getropfet,
Der Vater hats geklopfet
Zu Haus.
Güll Friedrich
Will sehen, was ich weiß,
Vom Büblein auf dem Eis
Späte Fassung 1827
Gefroren hat es heuer
Noch gar kein festes Eis.
Das Büblein steht am Weiher
Und spricht zu sich ganz leis:
Ich will es einmal wagen,
Das Eis, es muß doch tragen. -
Wer weiß?
Das Büblein stapft und hacket
Mit seinem Stiefelein.
Das Eis auf einmal knacket,
Und krach! schon bricht's hinein.
Das Büblein platscht und krabbelt,
Als wie ein Krebs und zappelt
Mit Arm und Bein.
O helft, ich muß versinken
In lauter Eis und Schnee!
O helft, ich muß ertrinken
Im tiefen, tiefen See!
Wär nicht ein Mann gekommen,
Der sich ein Herz genommen,
O weh!
Der packt es bei dem Schopfe
Und zieht es dann heraus.
Vom Fuße bis zum Kopfe
Wie eine Wassermaus.
Das Büblein hat getropfet,
Der Vater hats geklopfet
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04 Jan 2019 08:17 #20957
von Kaninchen
Zum neuen Jahr
Zum neuen Jahr ein neues Herze,
ein frisches Blatt im Lebensbuch.
Die alte Schuld sei ausgestrichen
und ausgetilgt der alte Fluch.
Zum neuen Jahr ein neues Herze,
ein frisches Blatt im Lebensbuch!
Zum neuen Jahr ein neues Hoffen!
Die Erde wird noch immer wieder grün.
Auch dieser März bringt Lerchenlieder.
Auch dieser Mai bringt Rosen wieder.
Auch dieses Jahr läßt Freuden blühn.
Zum neuen Jahr ein neues Hoffen.
Die Erde wird noch immer grün.
Karl Gerok
Zum neuen Jahr
Zum neuen Jahr ein neues Herze,
ein frisches Blatt im Lebensbuch.
Die alte Schuld sei ausgestrichen
und ausgetilgt der alte Fluch.
Zum neuen Jahr ein neues Herze,
ein frisches Blatt im Lebensbuch!
Zum neuen Jahr ein neues Hoffen!
Die Erde wird noch immer wieder grün.
Auch dieser März bringt Lerchenlieder.
Auch dieser Mai bringt Rosen wieder.
Auch dieses Jahr läßt Freuden blühn.
Zum neuen Jahr ein neues Hoffen.
Die Erde wird noch immer grün.
Karl Gerok
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05 Jan 2019 07:55 #20972
von Kaninchen
Ja, ja, Geliebte, man wird alt
Trotz Filz und Wolle hat man kalt
An Sohlen und an Füssen.
Und isst am Schlusse des Soupers
Man gar noch etwas Schweizerkäs'
so muß man dafür büssen.
Die Nerven – ach du lieber Gott!
Die Leber wird zum Kinderspott
Die Galle und der Magen.
Und würd' auch alles weh und wund
Eh bien, bleibt nur das Herz gesund
So wollen wir's ertragen.
Theodor Fontane
Trotz Filz und Wolle hat man kalt
An Sohlen und an Füssen.
Und isst am Schlusse des Soupers
Man gar noch etwas Schweizerkäs'
so muß man dafür büssen.
Die Nerven – ach du lieber Gott!
Die Leber wird zum Kinderspott
Die Galle und der Magen.
Und würd' auch alles weh und wund
Eh bien, bleibt nur das Herz gesund
So wollen wir's ertragen.
Theodor Fontane
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