Gedichte
- Kaninchen
-
- Offline
- Platinum Boarder
-
Weniger
Mehr
- Beiträge: 28344
10 Jan 2020 07:21 #26473
von Kaninchen
Ein Mensch, von Arbeit überhäuft
Ein Mensch, von Arbeit überhäuft,
indes die Zeit von dannen läuft,
hat zu erledigen eine Menge,
und kommt, so sagt man, ins Gedränge.
Inmitten all der Zappelnot
trifft ihn der Schlag, und er ist tot.
Was grad so wichtig noch erschienen,
fällt hin: Was bleibt von den Terminen?
Nur dieser einzige zuletzt:
Am Mittwoch wird er beigesetzt -
und schau, den hält er pünktlich ein,
denn er hat Zeit jetzt, es zu sein.
Eugen Roth
Ein Mensch, von Arbeit überhäuft,
indes die Zeit von dannen läuft,
hat zu erledigen eine Menge,
und kommt, so sagt man, ins Gedränge.
Inmitten all der Zappelnot
trifft ihn der Schlag, und er ist tot.
Was grad so wichtig noch erschienen,
fällt hin: Was bleibt von den Terminen?
Nur dieser einzige zuletzt:
Am Mittwoch wird er beigesetzt -
und schau, den hält er pünktlich ein,
denn er hat Zeit jetzt, es zu sein.
Eugen Roth
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- Feschtbrueder
-
Autor
- Offline
- Administrator
-
Weniger
Mehr
- Beiträge: 13481
11 Jan 2020 07:38 #26480
von Feschtbrueder
Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!
Fürsorgliche Warnung
Wenn du auf Wolke sieben schwebst
und deinen schönsten Traum erlebst:
Hab acht!
Denn wenn du dich dort nicht gut hältst
und dann aus allen Wolken fällst:
Gut' Nacht!
Wolfgang Lörzer
Wenn du auf Wolke sieben schwebst
und deinen schönsten Traum erlebst:
Hab acht!
Denn wenn du dich dort nicht gut hältst
und dann aus allen Wolken fällst:
Gut' Nacht!
Wolfgang Lörzer
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- Kaninchen
-
- Offline
- Platinum Boarder
-
Weniger
Mehr
- Beiträge: 28344
11 Jan 2020 07:51 #26485
von Kaninchen
Vergebliche Mühe
Ein Mensch, der willens, lang zu leben,
Beschließt, dem Tod zu widerstreben
Um a) durch strenges Selbstbelauern
Die Krisenzeit zu überdauern
Um b) zu hindern die Vermorschung
Durch wissenschaftlich ernste Forschung.
Zu letzterm Zwecke wird bezogen
Ein Horoskop beim Astrologen,
Um nicht bezüglich der Planeten
In eine falsche Bahn zu treten.
Ist so gebannt Saturnens Kraft,
Hilft weiterhin die Turnerschaft.
Die Rümpfe rollend, Knie beugend,
Ganz zweifellos wirkt kräftezeugend.
Die Rohkost bringt das Vitamin;
Wein und Tabak, er gibt sie hin.
Auch gilt´s den Vorrat an Hormonen
In reiferm Alter streng zu schonen.
So braut er sich den Lebenssaft
Aus ausgekochter Wissenschaft.
Ein Mensch, wie dieser, muß auf Erden
Unfehlbar hundertjährig werden.
Das Schicksal aber, das nicht muß,
Maccht unversehens mit ihm Schluß.
Eugen Roth
(1895 - 1976)
Ein Mensch, der willens, lang zu leben,
Beschließt, dem Tod zu widerstreben
Um a) durch strenges Selbstbelauern
Die Krisenzeit zu überdauern
Um b) zu hindern die Vermorschung
Durch wissenschaftlich ernste Forschung.
Zu letzterm Zwecke wird bezogen
Ein Horoskop beim Astrologen,
Um nicht bezüglich der Planeten
In eine falsche Bahn zu treten.
Ist so gebannt Saturnens Kraft,
Hilft weiterhin die Turnerschaft.
Die Rümpfe rollend, Knie beugend,
Ganz zweifellos wirkt kräftezeugend.
Die Rohkost bringt das Vitamin;
Wein und Tabak, er gibt sie hin.
Auch gilt´s den Vorrat an Hormonen
In reiferm Alter streng zu schonen.
So braut er sich den Lebenssaft
Aus ausgekochter Wissenschaft.
Ein Mensch, wie dieser, muß auf Erden
Unfehlbar hundertjährig werden.
Das Schicksal aber, das nicht muß,
Maccht unversehens mit ihm Schluß.
Eugen Roth
(1895 - 1976)
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- Kaninchen
-
- Offline
- Platinum Boarder
-
Weniger
Mehr
- Beiträge: 28344
12 Jan 2020 08:05 - 12 Jan 2020 08:10 #26492
von Kaninchen
Das Wassertröpflein
Johann Wolfgang von Goethe
Tröpflein muß zur Erde fallen,
muß das zarte Blümchen netzen,
muß mit Quellen weiter wallen,
muß das Fischlein auch ergötzen,
muß im Bach die Mühle schlagen,
muß im Strom die Schiffe tragen.
Und wo wären denn die Meere,
wenn nicht erst das Tröpflein wäre.
Das Wassertröpflein
Johann Wolfgang von Goethe
Tröpflein muß zur Erde fallen,
muß das zarte Blümchen netzen,
muß mit Quellen weiter wallen,
muß das Fischlein auch ergötzen,
muß im Bach die Mühle schlagen,
muß im Strom die Schiffe tragen.
Und wo wären denn die Meere,
wenn nicht erst das Tröpflein wäre.
Letzte Änderung: 12 Jan 2020 08:10 von Kaninchen.
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- Kaninchen
-
- Offline
- Platinum Boarder
-
Weniger
Mehr
- Beiträge: 28344
13 Jan 2020 07:29 #26504
von Kaninchen
Gern weil' ich beim frohen Mahl,
Wo die Freiheit ihren Sitz hat,
Tischbeherrscher der Pokal
Und Minister ist, wer Witz hat.
Wo im Herzen Heiterkeit,
Morgenröte im Gesicht ist;
Wo der Kreis der Gäste weit
Und der Kreis der Flaschen dicht ist.
Alexander Sergejewitsch Puschkin
(1799 - 1837)
russischer Dichter, Erzähler, Dramatiker und Romanautor
Gern weil' ich beim frohen Mahl,
Wo die Freiheit ihren Sitz hat,
Tischbeherrscher der Pokal
Und Minister ist, wer Witz hat.
Wo im Herzen Heiterkeit,
Morgenröte im Gesicht ist;
Wo der Kreis der Gäste weit
Und der Kreis der Flaschen dicht ist.
Alexander Sergejewitsch Puschkin
(1799 - 1837)
russischer Dichter, Erzähler, Dramatiker und Romanautor
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- Kaninchen
-
- Offline
- Platinum Boarder
-
Weniger
Mehr
- Beiträge: 28344
14 Jan 2020 07:50 #26515
von Kaninchen
Ein winterliches Gedicht
Erst gestern war es, denkst du daran?
Es ging der Tag zur Neige.
Ein böser Schneesturm da begann
und brach die dürren Zweige.
Der Sturmwind blies die Sterne weg,
die Lichter, die wir lieben.
Vom Monde gar war nur ein Fleck,
ein gelber Schein geblieben.
Und jetzt? So schau doch nur hinaus:
Die Welt ertrinkt in Wonne.
Ein weißer Teppich liegt jetzt aus.
Es strahlt und lacht die Sonne.
Wohin du siehst: Ganz puderweiß
geschmückt sind alle Felder,
der Bach rauscht lustig unterm Eis.
Nur finster stehn die Wälder.
Alexander Sergejewitsch Puschkin
Ein winterliches Gedicht
Erst gestern war es, denkst du daran?
Es ging der Tag zur Neige.
Ein böser Schneesturm da begann
und brach die dürren Zweige.
Der Sturmwind blies die Sterne weg,
die Lichter, die wir lieben.
Vom Monde gar war nur ein Fleck,
ein gelber Schein geblieben.
Und jetzt? So schau doch nur hinaus:
Die Welt ertrinkt in Wonne.
Ein weißer Teppich liegt jetzt aus.
Es strahlt und lacht die Sonne.
Wohin du siehst: Ganz puderweiß
geschmückt sind alle Felder,
der Bach rauscht lustig unterm Eis.
Nur finster stehn die Wälder.
Alexander Sergejewitsch Puschkin
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
Ladezeit der Seite: 0.163 Sekunden
- Aktuelle Seite:
-
Startseite
-
Forum
-
Feschtbrueder's Foren
-
Feschtplatz
- Gedichte