Gedichte
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11 Feb 2019 20:45 #21622
von Feschtbrueder
Auf dem Klo
Klo - Reim
Ein Herr von Hohenloh’,
der sass einst auf dem Klo,
da biss ihn so ein Floh
von hinten in den Po
und auch noch anderswo.
Der Herr von Hohenloh’
war darob gar nicht froh
und sprach daher also
zum armen kleinen Floh:
„Geh’ weg von meinem Po!
Geh’ doch nach anderswo!
Dann wär’ ich wirklich froh!“
Da sprach der arme Floh
zum Herrn von Hohenloh’:
„Ach, Herr von Hohenloh’,
seid doch nicht gar so roh!
Gern wär’ ich anderswo,
doch die Frage ist - wo?
Wie komm’ ich aus dem Klo?“
„Wie wäre es,“ frug Hohenloh,
„mit Italien? Dort am Po,
ist es doch wärmer, sowieso!“
Und schlug darauf den kleinen Floh
an seinem Po sofort K.o.!
„Lieber Floh von Hohenloh’,
komm’ zu mir an meinen Po,
denn gar süsse ist mein Blut,
das bekommt Dir sicher gut.
Besser denn Italien
sticht es sich in Basilienne.
Sag’ dem Herrn, er soll Dich schicken,
dann kannst Du mich gern hier zwicken!“
So schrieb es ein Hund aus Basel,
welcher las dieses Gefasel.
Er hatte sehr viele Flöhe,
und fand es sei doch die Höhe,
zu einem armen, kleinen Floh
so hart zu sein und auch so roh!
So kam der arme, kleine Floh
per Briefpost doch nach anderswo.
Ach was war unser Floh so froh!
Jens Wohlkopf vor 1970
Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!
Auf dem Klo
Klo - Reim
Ein Herr von Hohenloh’,
der sass einst auf dem Klo,
da biss ihn so ein Floh
von hinten in den Po
und auch noch anderswo.
Der Herr von Hohenloh’
war darob gar nicht froh
und sprach daher also
zum armen kleinen Floh:
„Geh’ weg von meinem Po!
Geh’ doch nach anderswo!
Dann wär’ ich wirklich froh!“
Da sprach der arme Floh
zum Herrn von Hohenloh’:
„Ach, Herr von Hohenloh’,
seid doch nicht gar so roh!
Gern wär’ ich anderswo,
doch die Frage ist - wo?
Wie komm’ ich aus dem Klo?“
„Wie wäre es,“ frug Hohenloh,
„mit Italien? Dort am Po,
ist es doch wärmer, sowieso!“
Und schlug darauf den kleinen Floh
an seinem Po sofort K.o.!
„Lieber Floh von Hohenloh’,
komm’ zu mir an meinen Po,
denn gar süsse ist mein Blut,
das bekommt Dir sicher gut.
Besser denn Italien
sticht es sich in Basilienne.
Sag’ dem Herrn, er soll Dich schicken,
dann kannst Du mich gern hier zwicken!“
So schrieb es ein Hund aus Basel,
welcher las dieses Gefasel.
Er hatte sehr viele Flöhe,
und fand es sei doch die Höhe,
zu einem armen, kleinen Floh
so hart zu sein und auch so roh!
So kam der arme, kleine Floh
per Briefpost doch nach anderswo.
Ach was war unser Floh so froh!
Jens Wohlkopf vor 1970
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12 Feb 2019 07:52 #21637
von Kaninchen
[/i]
Der Neugierige
Ich frage keine Blume,
Ich frage keinen Stern;
Sie können mir nicht sagen,
Was ich erführ' so gern.
Ich bin ja auch kein Gärtner,
Die Sterne stehn zu hoch;
Mein Bächlein will ich fragen,
Ob mich mein Herz belog.
O Bächlein meiner Liebe,
Wie bist du heut so stumm!
Will ja nur Eines wissen,
Ein Wörtlein um und um.
»Ja« heißt das eine Wörtchen,
Das andre heißet »Nein«:
Die beiden Wörtchen schließen
Die ganze Welt mir ein.
O Bächlein meiner Liebe,
Was bist du wunderlich!
Will's ja nicht weiter sagen
Sag, Bächlein, liebt sie mich?
Wilhelm Müller
Dichter
auch genannt "Griechenmüller"
Der Neugierige
Ich frage keine Blume,
Ich frage keinen Stern;
Sie können mir nicht sagen,
Was ich erführ' so gern.
Ich bin ja auch kein Gärtner,
Die Sterne stehn zu hoch;
Mein Bächlein will ich fragen,
Ob mich mein Herz belog.
O Bächlein meiner Liebe,
Wie bist du heut so stumm!
Will ja nur Eines wissen,
Ein Wörtlein um und um.
»Ja« heißt das eine Wörtchen,
Das andre heißet »Nein«:
Die beiden Wörtchen schließen
Die ganze Welt mir ein.
O Bächlein meiner Liebe,
Was bist du wunderlich!
Will's ja nicht weiter sagen
Sag, Bächlein, liebt sie mich?
Wilhelm Müller
Dichter
auch genannt "Griechenmüller"
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13 Feb 2019 07:41 #21659
von Kaninchen
Mut!
Fliegt der Schnee mir ins Gesicht,
Schüttl' ich ihn herunter,
Wenn mein Herz im Busen spricht,
Sing' ich hell und munter.
Höre nicht, was es mir sagt,
Habe keine Ohren,
Fühle nicht, was es mir klagt,
Klagen ist für Thoren.
Lustig in die Welt hinein
Gegen Wind und Wetter!
Will kein Gott auf Erden sein,
Sind wir selber Götter.
Wilhelm Müller
(1794 - 1827)
genannt Griechen-Müller,
Fliegt der Schnee mir ins Gesicht,
Schüttl' ich ihn herunter,
Wenn mein Herz im Busen spricht,
Sing' ich hell und munter.
Höre nicht, was es mir sagt,
Habe keine Ohren,
Fühle nicht, was es mir klagt,
Klagen ist für Thoren.
Lustig in die Welt hinein
Gegen Wind und Wetter!
Will kein Gott auf Erden sein,
Sind wir selber Götter.
Wilhelm Müller
(1794 - 1827)
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14 Feb 2019 08:18 #21678
von Kaninchen
Ursprung der Rose
Den Rosenzweig benagt ein Lämmchen auf der Weide,
Es tuts nur sich zur Lust, es tuts nicht ihm zuleide.
Dafür hat Rosendorn dem Lämmchen abgezwackt
Ein Flöckchen Wolle nur; es ward davon nicht nackt.
Das Flöckchen hielt der Dorn in scharfen Fingern fest;
Da kam die Nachtigall und wollte baun ihr Nest.
Sie sprach: "Tu auf die Hand und gib das Flöckchen mir,
Und ist mein Nest gebaut, sing ich zum Danke Dir.
Er gab, sie nahm und baut, und als sie nun gesungen,
Da ist am Rosendorn vor Lust die Ros entsprungen!
Friedrich Rückert
Den Rosenzweig benagt ein Lämmchen auf der Weide,
Es tuts nur sich zur Lust, es tuts nicht ihm zuleide.
Dafür hat Rosendorn dem Lämmchen abgezwackt
Ein Flöckchen Wolle nur; es ward davon nicht nackt.
Das Flöckchen hielt der Dorn in scharfen Fingern fest;
Da kam die Nachtigall und wollte baun ihr Nest.
Sie sprach: "Tu auf die Hand und gib das Flöckchen mir,
Und ist mein Nest gebaut, sing ich zum Danke Dir.
Er gab, sie nahm und baut, und als sie nun gesungen,
Da ist am Rosendorn vor Lust die Ros entsprungen!
Friedrich Rückert
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15 Feb 2019 07:36 #21693
von Kaninchen
Walzer
Hinunter die Pfade des Lebens gedreht
Pausiert nicht, ich bitt euch so lang es noch geht
Drückt fester die Mädchen ans klopfende Herz
Ihr wißt ja wie flüchtig ist Jugend und Scherz.
Laßt fern von uns Zanken und Eifersucht sein
Und nimmer die Stunden mit Grillen entweihn
Dem Schutzgeist der Liebe nur gläubig vertraut
Es findet noch jeder gewiß eine Braut.
Novalis
Walzer
Hinunter die Pfade des Lebens gedreht
Pausiert nicht, ich bitt euch so lang es noch geht
Drückt fester die Mädchen ans klopfende Herz
Ihr wißt ja wie flüchtig ist Jugend und Scherz.
Laßt fern von uns Zanken und Eifersucht sein
Und nimmer die Stunden mit Grillen entweihn
Dem Schutzgeist der Liebe nur gläubig vertraut
Es findet noch jeder gewiß eine Braut.
Novalis
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16 Feb 2019 08:24 #21709
von Kaninchen
Überlass es der Zeit
Erscheint dir etwas unerhört,
Bist du tiefsten Herzens empört,
Bäume nicht auf, versuch's nicht mit Streit,
Berühr es nicht, überlass es der Zeit.
Am ersten Tage wirst du feige dich schelten,
Am zweiten lässt du dein Schweigen schon gelten,
Am dritten hast du's überwunden,
Alles ist wichtig nur auf Stunden,
Ärger ist Zehrer und Lebensvergifter,
Zeit ist Balsam und Friedensstifter.
Theodor Fontane
Überlass es der Zeit
Erscheint dir etwas unerhört,
Bist du tiefsten Herzens empört,
Bäume nicht auf, versuch's nicht mit Streit,
Berühr es nicht, überlass es der Zeit.
Am ersten Tage wirst du feige dich schelten,
Am zweiten lässt du dein Schweigen schon gelten,
Am dritten hast du's überwunden,
Alles ist wichtig nur auf Stunden,
Ärger ist Zehrer und Lebensvergifter,
Zeit ist Balsam und Friedensstifter.
Theodor Fontane
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