Gedichte
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08 Feb 2020 08:15 #26870
von Kaninchen
Die Vorzüge des Februar
In diesem Gedicht ist das Februar-Glas eindeutig halbvoll, Tendenz steigend.
O seliger Anfang Februar
Es steigt das Jahr.
Die Sonne kehrt zurück
Und länger bleibt das Licht.
Ich fühle mich von stiller Kraft durchfeuert,
die rinnend weit mir das Geblüt durchflicht,
ich treibe wachsend Ring und Schicht,
ich werd erneuert
Ernst Lissauer
war ein deutscher Dramatiker, Lyriker und Publizist.
Geboren: 16. Dez 1882 · Berlin, Deutschland
Gestorben: 10. Dez 1937 · Wien, Österreich
In diesem Gedicht ist das Februar-Glas eindeutig halbvoll, Tendenz steigend.
O seliger Anfang Februar
Es steigt das Jahr.
Die Sonne kehrt zurück
Und länger bleibt das Licht.
Ich fühle mich von stiller Kraft durchfeuert,
die rinnend weit mir das Geblüt durchflicht,
ich treibe wachsend Ring und Schicht,
ich werd erneuert
Ernst Lissauer
war ein deutscher Dramatiker, Lyriker und Publizist.
Geboren: 16. Dez 1882 · Berlin, Deutschland
Gestorben: 10. Dez 1937 · Wien, Österreich
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09 Feb 2020 08:19 #26887
von Kaninchen
Der Säufer an den Vollmond
Gedicht von Heinrich Christian Boie
Warum mein lieber Mond, sieht Er
So hoch und kalt auf mich daher?
Doch wol nicht seiner Völle wegen?
O da bin ich ihm überlegen:
Denn Er, mein lieber, weiß Er wol?
Ist Einmal nur im Monat voll!
Heinrich Christian Boie (* 19. Juli 1744 in Meldorf; † 25. Februar 1806 ebenda)
war ein deutscher Dichter und Herausgeber.
Die Familie Boje gehörte im 18. und 19. Jahrhundert zu den sogenannten hübschen Familien.
Gedicht von Heinrich Christian Boie
Warum mein lieber Mond, sieht Er
So hoch und kalt auf mich daher?
Doch wol nicht seiner Völle wegen?
O da bin ich ihm überlegen:
Denn Er, mein lieber, weiß Er wol?
Ist Einmal nur im Monat voll!
Heinrich Christian Boie (* 19. Juli 1744 in Meldorf; † 25. Februar 1806 ebenda)
war ein deutscher Dichter und Herausgeber.
Die Familie Boje gehörte im 18. und 19. Jahrhundert zu den sogenannten hübschen Familien.
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10 Feb 2020 08:04 #26905
von Kaninchen
Sehnsucht nach Italien
Das schöne Welschland schaut Dich lächelnd an
Und wirbt um Dich aus blauer Frühlingsferne;
Dort hat der Himmel schon sich aufgethan
Und neidend blickt es noch auf uns're Sterne.
Dich lockt Neapels ewig junger Lenz,
Das stolze Rom läßt seine Zinnen glänzen
Und schwesterlich begrüsset Dich Florenz,
Die Blumenstadt, und möchte Dich umkränzen.
Doch laß Italiens bunten Blumenflor,
Auf heim'sche Blüthen g'nügsam hinzuschauen,
Aus treuen Herzen sprossen sie empor
Und wer sie bricht, wird sich den Himmel bauen:
Den Himmel, der in ungetrübtem Glück'
Dich schon umgibt. Sprich, welche Sehnsucht bliebe
Der Seele, der befriedigten, zurück,
Umflossen von dem Kranz' der treu'sten Liebe?
Du lebst in ihrem holden Blumenschooß';
Denn wer Dir naht, der gibt sich Dir zu eigen,
Und das Beglücken ist dein schönes Loos,
Wie das des Dichters, ehrfurchvoll zu schweigen.
Rochus Otto Manderup Heinrich zu Lynar
geb. 21. Februar 1793 in Mecklenburg
gest. 9. November 1860 in Dresden
Sehnsucht nach Italien
Das schöne Welschland schaut Dich lächelnd an
Und wirbt um Dich aus blauer Frühlingsferne;
Dort hat der Himmel schon sich aufgethan
Und neidend blickt es noch auf uns're Sterne.
Dich lockt Neapels ewig junger Lenz,
Das stolze Rom läßt seine Zinnen glänzen
Und schwesterlich begrüsset Dich Florenz,
Die Blumenstadt, und möchte Dich umkränzen.
Doch laß Italiens bunten Blumenflor,
Auf heim'sche Blüthen g'nügsam hinzuschauen,
Aus treuen Herzen sprossen sie empor
Und wer sie bricht, wird sich den Himmel bauen:
Den Himmel, der in ungetrübtem Glück'
Dich schon umgibt. Sprich, welche Sehnsucht bliebe
Der Seele, der befriedigten, zurück,
Umflossen von dem Kranz' der treu'sten Liebe?
Du lebst in ihrem holden Blumenschooß';
Denn wer Dir naht, der gibt sich Dir zu eigen,
Und das Beglücken ist dein schönes Loos,
Wie das des Dichters, ehrfurchvoll zu schweigen.
Rochus Otto Manderup Heinrich zu Lynar
geb. 21. Februar 1793 in Mecklenburg
gest. 9. November 1860 in Dresden
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11 Feb 2020 07:51 #26922
von Kaninchen
Der stürmische Morgen
Wie hat der Sturm zerrissen
Des Himmels graues Kleid!
Die Wolkenfetzen flattern
Umher in mattem Streit.
Und rote Feuerflammen
Ziehn zwischen ihnen hin.
Das nenn ich einen Morgen
So recht nach meinem Sinn!
Mein Herz sieht an dem Himmel
Gemalt sein eignes Bild
Es ist nichts als der Winter,
Der Winter kalt und wild!
Wilhelm Müller
Der stürmische Morgen
Wie hat der Sturm zerrissen
Des Himmels graues Kleid!
Die Wolkenfetzen flattern
Umher in mattem Streit.
Und rote Feuerflammen
Ziehn zwischen ihnen hin.
Das nenn ich einen Morgen
So recht nach meinem Sinn!
Mein Herz sieht an dem Himmel
Gemalt sein eignes Bild
Es ist nichts als der Winter,
Der Winter kalt und wild!
Wilhelm Müller
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11 Feb 2020 17:57 #26923
von Feschtbrueder
Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!
Karneval
Auch uns, in Ehren sei’s gesagt,
Hat einst der Karneval behagt,
Besonders und zu allermeist
In einer Stadt, die München heisst.
Wie reizend fand man dazumal
Ein menschenwarmes Festlokal,
Wie fleissig wurde über Nacht
Das Glas gefüllt und leer gemacht,
Und gingen wir im Schnee nach Haus,
War grad die frühe Messe aus,
Dann konnten gleich die frömmsten Frau'n
Sich negativ an uns erbau’n.
Die Zeit verging, das Alter kam,
Wir wurden sittsam, wurden zahm.
Nun sehn wir zwar noch ziemlich gern
Die Sach’ uns an, doch nur von fern
(Ein Auge zu, Mundwinkel schief)
Durchs umgekehrte Perspektiv.
Wilhelm Busch
Auch uns, in Ehren sei’s gesagt,
Hat einst der Karneval behagt,
Besonders und zu allermeist
In einer Stadt, die München heisst.
Wie reizend fand man dazumal
Ein menschenwarmes Festlokal,
Wie fleissig wurde über Nacht
Das Glas gefüllt und leer gemacht,
Und gingen wir im Schnee nach Haus,
War grad die frühe Messe aus,
Dann konnten gleich die frömmsten Frau'n
Sich negativ an uns erbau’n.
Die Zeit verging, das Alter kam,
Wir wurden sittsam, wurden zahm.
Nun sehn wir zwar noch ziemlich gern
Die Sach’ uns an, doch nur von fern
(Ein Auge zu, Mundwinkel schief)
Durchs umgekehrte Perspektiv.
Wilhelm Busch
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12 Feb 2020 08:02 #26937
von Kaninchen
Herrschsüchtig ist des Manns Natur,
Und doch bestimmt zum Sklavenstande.
Wir rühmen uns der Diktatur;
In Wahrheit aber herrschen nur
Die Frau'n mit ihrem süßen Tande.
Wir sind die Herrn der Erdenflur,
Sie führen uns am Gängelbande.
Georg Friedrich Daumer
1800 - 1875
deutscher Schriftsteller und Religionsphilosoph, zeitweise Erzieher Kaspar Hausers;
heftiger Gegner des Christentums, zu dem er aber wieder zurückkehrte,
schrieb Gedichte und übertrug formsicher orientalische Lyrik
Herrschsüchtig ist des Manns Natur,
Und doch bestimmt zum Sklavenstande.
Wir rühmen uns der Diktatur;
In Wahrheit aber herrschen nur
Die Frau'n mit ihrem süßen Tande.
Wir sind die Herrn der Erdenflur,
Sie führen uns am Gängelbande.
Georg Friedrich Daumer
1800 - 1875
deutscher Schriftsteller und Religionsphilosoph, zeitweise Erzieher Kaspar Hausers;
heftiger Gegner des Christentums, zu dem er aber wieder zurückkehrte,
schrieb Gedichte und übertrug formsicher orientalische Lyrik
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